Kategorie: Kosmologie

Verwaiste Sternhaufen

Die Natur merkwürdiger „blauer Klumpen“ im All hat die amerikanische Astronomin Duilia de Mello aufklären können. Ihre Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble zeigen, dass es sich bei den relativ isoliert gelegenen Gebilden im Raum zwischen den Galaxien M81, M82 und NGC 3077 um Sternhaufen handelt. Möglicherweise sind sie in den Wirren einer großen Galaxienkollision entstanden. Frühere Beobachtungen hatten gezeigt, dass der Wasserstoff in dem Gebiet sehr ungleichmäßig verteilt und zu regelrechten „Brücken“ zwischen den Galaxien ausgezogen ist. Duilia de Mello und Kolleginnen konzentrierten sich bei ihren Beobachtungen auf klumpenförmige, ultraviolettes Licht aussendende Materialansammlungen in einer dieser Gasbrücken. Zur ihrer Verblüffung entpuppten sich die „Klumpen“ auf den hochauflösenden Hubble-Bildern als Gruppen von Sternen.
Hubble Finds that „Blue Blobs“ in Space Are Orphaned Clusters of Stars

Subaru Telescope Reveals Galaxy Formation From 11 Billion Years Ago

A team of Japanese astronomers have obtained images of galaxies from 11 billion years ago using innovative technology and instrumentation on the Subaru Telescope. The images of the distant galaxies show almost all of the galaxies have a light profile similar to the disk galaxies in the local universe around our Milky Way galaxy, indicating that a majority of galactic formation occurred earlier than previously estimated.
Subaru Reveals „Frameworks“ of Galaxies at 11 Billion Years Ago

Gegenverkehr im Halo der Milchstraße

Die Milchstraße ist eine rotierende Scheibe aus Spiralarmen, die von einer kugelförmigen Hülle umschlossen wird. Dieser sog. Halo enthält alte Sonnen, Kugelsternhaufen und dunkle Materie. In jüngster Zeit gab es Hinweise darauf, dass dieser Halo aus zwei unterschiedlichen Komponenten besteht. Dafür sprachen Untersuchungen des chemischen Aufbaus von Sternen im Halo-Inneren. Die Untersuchungen basierten allerdings nur auf kleinen Stichproben.
Astronomen um Daniela Carollo vom Osservatorio Astronomico in Turin haben nun die bislang umfangreichste Analyse durchgeführt. Dazu zogen sie Daten von mehr als 20.000 Sternen aus der Hülle der Milchstraße heran, die im Rahmen des Sloan Digital Sky Survey vermessen worden waren. Bei der Untersuchung zeigten sich eklatante Unterschiede zwischen innen und außen. So rotieren die Komponenten des inneren Halos im selben Drehsinn wie die galaktische Scheibe, allerdings wesentlich langsamer: mit etwa 80.000 gegenüber 800.000 Kilometern pro Stunde. Die äußeren Sterne dagegen fliegen doppelt so schnell in entgegengesetzter Richtung. Auch die Zusammensetzung der Sterne ist deutlich verschieden. Die Sterne der inneren Hülle enthalten dreimal so viele schwere Elemente wie die Sterne, die sich weiter draußen befinden. Vermutlich stammen sie von massereichen Galaxien, die gleichsinnig mit der Milchstraße rotierten und von ihr verschluckt wurden. Später gerieten dann kleinere Galaxien, die sich in die entgegengesetzte Richtung drehten, in den Einfluss unserer heimatlichen Welteninsel. Sie wurden von den Gezeitenkräften der Milchstraße zerrissen, und ihre Sterne sammelten sich im äußeren Halo an.
Two stellar components in the halo of the Milky Way

Rätsel um Zwerggalaxien offenbar gelöst

Astronomen um Sergey Mashchenko von der McMaster-Universität in Hamilton haben in aufwändigen Computersimulationen berechnet, wie sich Zwerggalaxien entwickeln. Sie können nun erklären, warum diese Sterninseln deutlich anders aufgebaut sind, als es die gängigen Modelle vorhersagen.
Die gängigen Theorien besagen, dass die Dunkle Materie zum Zentrum der Zwerggalaxien hin immer dichter werden müsste. Das widerspricht allerdings astronomischen Beobachtungen, aus denen hervorgeht, dass sie dort breit verschmiert ist: sie bildet ausgedehnte Blasen mit fast einheitlicher Dichte, in denen es keine „Ballungszentren“ gibt. Mashchenko und sein Team liefern nun eine Erklärung, warum das so ist. Die Sterne in den Zwerggalaxien geben jede Menge Energie ins All ab, vor allem durch Sternwinde und Supernova-Explosionen. Diese Energie heizt das dünne Gas zwischen den Sternen auf und verwirbelt es zu langgezogenen Wolken, sog. Filamenten, die mit großer Geschwindigkeit durchs All jagen. Über die Schwerkraft regen diese Filamente die Dunkle Materie zum Schwingen an, so dass auch sie aufgeheizt wird. Das führt dazu, dass sich die Dunkle Materie wie ein heißes Gas großräumig ausdehnt. Ihre anfängliche Ballung im Zentrum der Zwerggalaxien geht dadurch verloren.
Scientists solve cosmological puzzle

Sergey Mashchenko et al.: Stellar Feedback in Dwarf Galaxy Formation

Astronomers Discover Stars With Carbon Atmospheres

Astronomers have discovered white dwarf stars with pure carbon atmospheres. The discovery could offer a unique view into the hearts of dying stars. These stars possibly evolved in a sequence astronomers didn’t know before. They may have evolved from stars that are not quite massive enough to explode as supernovae but are just on the borderline.

https://news.arizona.edu/story/astronomers-discover-stars-with-carbon-atmospheres

Wie Galaxien altern

Seit seinem Start im Jahr 2003 hat der Galaxy Evolution Explorer (GALEX) Zehntausende Galaxien im ultravioletten Licht beobachtet. Durch die Auswertung der Daten konnten Astronomen nun einen alten Verdacht bestätigen: aus Spiralgalaxien werden im Laufe von Milliarden Jahren riesige elliptische Galaxien.
Watching Galaxies Grow Old Gracefully