Rätsel um Zwerggalaxien offenbar gelöst

Astronomen um Sergey Mashchenko von der McMaster-Universität in Hamilton haben in aufwändigen Computersimulationen berechnet, wie sich Zwerggalaxien entwickeln. Sie können nun erklären, warum diese Sterninseln deutlich anders aufgebaut sind, als es die gängigen Modelle vorhersagen.
Die gängigen Theorien besagen, dass die Dunkle Materie zum Zentrum der Zwerggalaxien hin immer dichter werden müsste. Das widerspricht allerdings astronomischen Beobachtungen, aus denen hervorgeht, dass sie dort breit verschmiert ist: sie bildet ausgedehnte Blasen mit fast einheitlicher Dichte, in denen es keine „Ballungszentren“ gibt. Mashchenko und sein Team liefern nun eine Erklärung, warum das so ist. Die Sterne in den Zwerggalaxien geben jede Menge Energie ins All ab, vor allem durch Sternwinde und Supernova-Explosionen. Diese Energie heizt das dünne Gas zwischen den Sternen auf und verwirbelt es zu langgezogenen Wolken, sog. Filamenten, die mit großer Geschwindigkeit durchs All jagen. Über die Schwerkraft regen diese Filamente die Dunkle Materie zum Schwingen an, so dass auch sie aufgeheizt wird. Das führt dazu, dass sich die Dunkle Materie wie ein heißes Gas großräumig ausdehnt. Ihre anfängliche Ballung im Zentrum der Zwerggalaxien geht dadurch verloren.
Scientists solve cosmological puzzle

Sergey Mashchenko et al.: Stellar Feedback in Dwarf Galaxy Formation