Erstmals ist es Astronomen gelungen, eine Supernova-Explosion von Anfang an zu verfolgen: dem NASA-Satelliten Swift gelangen zu Beginn des Jahres diese bislang einmaligen Beobachtungen eines explodierenden Sterns in der Galaxie NGC 2770.
An extremely luminous X-ray outburst at the birth of a supernova
Kategorie: Kosmologie
Galaxien entstaubt
Interstellare Staubwolken machen zwar nur einen winzigen Bruchteil der Masse einer Galaxie aus, stellen jedoch ein großes Problem für Astrophysiker dar. Ihre Absorption und Reemission von Strahlung verändert die wellenlängenabhängige Leuchtkraft von Galaxien in unbekannter Weise. Physiker um Richard Tuffs vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg haben jetzt ein Modell der Staubverteilung in Galaxien entwickelt, mit dem sie die Verzerrung des Galaxienspektrums durch Staub modellieren können. Ihr Modell erklärt auch ein lange mysteriöses Phänomen: in manchen Galaxien schien der Staub wesentlich mehr Infrarotstrahlung abzugeben, als die Sterne Energie produzierten. Tatsächlich absorbiert er jedoch viel mehr Sternenlicht als vermutet, wie die Heidelberger Berechnungen zeigen. Die Strahlungsleistung der Sterne wurde bislang also systematisch unterschätzt.
Jüngster Supernova-Überrest der Milchstraße
Ein internationales Astronomenteam um Stephen Reynolds von der North Carolina State University hat die bislang jüngste Supernova unserer Galaxie entdeckt. Mit einem geschätzten Alter von 140 Jahren ist sie mindestens 200 Jahre jünger als die Supernova, die für den Überrest Cassiopeia A sorgte. Die als „G1.9+0.3“ bezeichneten Überreste der Sternexplosion fanden die Wissenschaftler mit Hilfe des Very Large Array (VLA) und des Röntgenteleskops Chandra.
Youngest Stellar Explosion in Our Galaxy Discovered
G1.9+0.3: Discovery of Most Recent Supernova in Our Galaxy
The Youngest Galactic Supernova Remnant: G1.9+0.3
The radio expansion and brightening of the very young supernova remnant G1.9+0.3
Ein molekulares Thermometer für das ferne Universum
Astronomen haben zum ersten Mal die Spektrallinie eines Kohlenmonoxid-Moleküls in einer elf Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie nachgewiesen. Mit Hilfe dieses Moleküls gelang ihnen auch die bisher genaueste Messung der damaligen kosmischen Hintergrundstrahlung.
A Molecular Thermometer for the Distant Universe
Antennengalaxien näher als gedacht
Die Antennengalaxien, bestehend aus den beiden kollidierenden Galaxien NGC 4038 und NGC 4039, sind nicht wie bisher errechnet 65-100 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, sondern nur 45 Millionen Lichtjahre. Das hat ein internationales Astronomenteam um Ivo Saviane von der Europäischen Südsternwarte ESO mit Hilfe des Weltraumteleskops Hubble festgestellt. Die Forscher visierten dazu eine Region am Rand des südlichen Gezeitenarms der Antennengalaxien an und suchten dort nach älteren Roten Riesensternen. Die betreffenden Sterne erreichen eine bestimmte Maximalhelligkeit, aus der man auf ihre Entfernung schließen kann.
The Antennae Galaxies move closer
XMM-Newton findet vermisste Materie
Eine Brücke aus heißem Gas haben deutsche und niederländische Astronomen zwischen den beiden rund 2,3 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen Abell 222 und 223 entdeckt. Dieses Gas ist jene bislang vermisste Materie, die gemeinsam mit den Galaxien, Sternen und sichtbaren Gasen insgesamt etwa fünf Prozent der Materie des Universums ausmachen soll. Die Existenz dieser Gasschleier war bereits vor rund zehn Jahren vermutet worden. Mit den Galaxien als Knotenpunkten bilden diese Gasschleier ein gigantisches kosmisches Netz.
XMM-Newton discovers part of the missing matter in the Universe
ESA: XMM-Newton discovers part of missing matter in the universe
Hubble’s 18. Geburtstag: 59 kollidierende Galaxien!
NASA und ESA haben anlässlich des 18. Geburtstags des Weltraumteleskops Hubble insgesamt 59 Bilder von kollidierenden Galaxien veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen auf eindrucksvolle Weise die verschiedenen Erscheinungsformen wechselwirkender Galaxien.
Cosmic Collisions Galore!
Der kühlste Braune Zwerg
In 40 Lichtjahren Entfernung zur Erde hat ein internationales Forscherteam um Philippe Delorme von der Université Joseph Fourier in Grenoble, Frankreich, ein fehlendes Bindeglied zwischen Sternen und Riesenplaneten aufgespürt. Der Braune Zwerg CFBDS0059 ist mit einer Oberflächentemperatur von ca. 350 Grad Celsius der kühlste bekannte Vertreter seiner Art und womöglich der Prototyp der bislang nur theoretisch vorhergesagten „Y-Zwerge“. Die Modelle über diese „Y-Zwerge“ sagen voraus, dass sich die Atmosphärenphysik von Braunen Zwergen bei Temperaturen unterhalb von etwa 370 Grad Celsius drastisch ändert: zum einen wird die Entstehung von Ammoniak möglich, zum anderen kondensiert Wasserdampf bei noch niedrigeren Temperaturen zu Eiswolken. Delorme und seine Kollegen analysierten die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre von CFBDS0059 und fanden dabei Hinweise auf die Verbindung Ammoniak. Alle bislang bekannten Braunen Zwerge sind so warm, dass dieses Gas in ihrer Atmosphäre nicht entstehen kann: die sog. „L-Zwerge“ haben eine Oberflächentemperatur von 1.200 bis 2.000 Grad Celsius und ihre äußere Atmosphäre enthält Wolken aus Staub und Aerosolen, die „T-Zwerge“ sind kälter als 1.200 Grad und weisen eine methanhaltige Atmosphäre auf.
Gasplaneten wie Jupiter sind übrigens kälter als minus 100 Grad Celsius.
The coldest brown dwarf ever observed
CFBDS J005910.90-011401.3: reaching the T-Y Brown Dwarf transition?
Astronomen finden bislang kleinstes Schwarzes Loch
Astronomen um Nikolai Shaposhnikov vom Goddard-Raumfahrtzentrum der amerikanischen Weltraumbehörde NASA haben das kleinste bislang im Universum bekannte Schwarze Loch entdeckt. Der Winzling hat nur einen Durchmesser von 24 Kilometern und ist lediglich so schwer wie 3,8 Sonnenmassen. Er bildet zusammen mit einem Stern ein Doppelsystem namens XTE J1650-500 und befindet sich rund 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Ara.
Die untere Massengrenze für ein Schwarzes Loch liegt bei rund 1,7 bis 2,7 Sonnenmassen.
NASA Scientists Identify Smallest Known Black Hole
Schwarzes Loch in Omega Centauri
Omega Centauri ist schon lange als ungewöhnlicher Kugelsternhaufen bekannt. Neue Forschungsergebnisse eines Astronomenteams um Eva Noyola vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik zeigen, dass sich im Zentrum des Kugelsternhaufens möglicherweise ein seltenes Schwarzes Loch mittlerer Masse verbirgt. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich bei Omega Centauri gar nicht um einen Kugelsternhaufen handelt, sondern um eine Zwerggalaxie, die ihrer äußeren Sterne beraubt wurde.
Black hole found in Omega Centauri
Gemini and Hubble Space Telescope Evidence for an Intermediate Mass Black Hole in omega Centauri
