Galaxien entstaubt

Interstellare Staubwolken machen zwar nur einen winzigen Bruchteil der Masse einer Galaxie aus, stellen jedoch ein großes Problem für Astrophysiker dar. Ihre Absorption und Reemission von Strahlung verändert die wellenlängenabhängige Leuchtkraft von Galaxien in unbekannter Weise. Physiker um Richard Tuffs vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg haben jetzt ein Modell der Staubverteilung in Galaxien entwickelt, mit dem sie die Verzerrung des Galaxienspektrums durch Staub modellieren können. Ihr Modell erklärt auch ein lange mysteriöses Phänomen: in manchen Galaxien schien der Staub wesentlich mehr Infrarotstrahlung abzugeben, als die Sterne Energie produzierten. Tatsächlich absorbiert er jedoch viel mehr Sternenlicht als vermutet, wie die Heidelberger Berechnungen zeigen. Die Strahlungsleistung der Sterne wurde bislang also systematisch unterschätzt.

Entstaubte Galaxien

The Energy Output of the Universe from 0.1 to 1000 μm

Dust in Galaxies