Auf einer Konferenz über extrasolare Planeten in Porto, Portugal, wurde die Entdeckung von insgesamt 32 Exoplaneten bekannt gegeben. Die Exoplaneten wurden mit Hilfe des HARPS-Spektrografen am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in La Silla, Chile, gefunden.
Der „High Accuracy Radial velocity Planet Searcher“(HARPS)-Spektrograf wurde im Jahr 2003 fertig gestellt. Gebaut wurde er von einem Konsortium unter der Leitung von Michel Mayor. Dieser hatte im Jahr 1995 gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Didier Queloz den ersten extrasolaren Planeten um einen sonnenähnlichen Stern entdeckt.
Bereits kurze Zeit nach Inbetriebnahme von HARPS konnten die Forscher sehr kleine Radialgeschwindigkeiten bis herab zu 3,5 Kilometer pro Stunde messen. HARPS erwies sich schnell als sehr erfolgreich und es wurden Schlag auf Schlag sensationelle Funde verkündet: bereits 2004 wurde die erste Super-Erde um den Stern My Arae entdeckt; im Jahr 2006 folgten drei neptunähnliche Planeten um den Stern HD 69830. Ein Jahr später meldeten die Astronomen dann die erste Super-Erde namens Gliese 581d in der habitablen Zone des massearmen Sterns Gliese 581 und stießen Anfang 2009 mit Gliese 581e auf den bisher masseärmsten Exoplaneten. Für Aufsehen sorgte kürzlich auch die Entdeckung eines Planeten, der eine ähnliche Dichte wie unsere Erde aufweist, aber aller Wahrscheinlichkeit nach mit flüssiger Lava bedeckt ist.
HARPS konnte bislang etwa ein Viertel aller uns derzeit bekannten Exoplaneten nachweisen, und gehört damit zum erfolgreichsten „Planetenjäger“ überhaupt. Mit der neuen Entdeckung erhöht sich die Zahl der bekannten Exoplaneten auf 403. Damit kennt man nun 341 extrasolare Planetensysteme – darunter befinden sich 44 Systeme mit zwei bis fünf Planeten.
Kategorie: Exoplaneten
CoRoT-7b – Erster erdähnlicher Gesteinsplanet außerhalb des Sonnensystems

Künstlerische Darstellung von CoRoT-7b.
(ESO/L. Calcada)
Im Februar 2009 verkündeten Astronomen die Entdeckung eines neuen, relativ kleinen Exoplaneten um den bis dahin eher unauffälligen Stern CoRoT-7 im Sternbild Einhorn (Monoceros). Doch die damaligen Messungen konnten weder seine Geschwindigkeit, noch seine Masse zuverlässig feststellen.
Mit Hilfe des „High Accuracy Radial velocity Planet Searcher“(HARPS)-Spektrographen am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile konnten die Forscher nun nähere Einblicke erhalten. Ihre Radialgeschwindigkeitsmessungen mit HARPS legen nahe, dass CoRoT-7b eine Dichte hat, die der von Merkur, Venus, Mars und Erde sehr ähnlich ist.
Die Bestätigung der Natur von CoRoT-7b als erstem Gesteinsplaneten außerhalb des Sonnensystems bedeutet einen wichtigen Fortschritt bei der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten. CoRoT-7b ist allerdings weit davon entfernt, ein wohnlicher Ort zu sein. Der Planet umkreist seinen Mutterstern in nur 2,5 Millionen Kilometer Entfernung – er ist seinem Zentralstern damit 23 Mal näher als der Merkur unserer Sonne. Aufgrund dieses geringen Abstandes beträgt die Temperatur auf der Tagseite von CoRoT-7b weit über 1.000 Grad Celsius. Flüssiges Wasser und somit die Möglichkeit der Existenz von Leben sind bei solchen Temperaturen völlig ausgeschlossen.
Und noch eine Entdeckung verdanken die Astronomen dem HARPS-Instrument: es enthüllte, dass es im System von CoRoT-7 einen weiteren Planeten gibt, der sich ein wenig weiter außen als CoRoT-7b befindet. Der CoRoT-7c getaufte Himmelskörper umkreist seinen Stern in drei Tagen und 17 Stunden und gehört mit rund acht Erdmassen zur Klasse der sog. Super-Erden. Weil sein Orbit jedoch so liegt, dass er nicht vor seinem Zentralstern vorbeizieht, können sein Radius und damit seine Dichte und Beschaffenheit nicht ermittelt werden.
First Solid Evidence for a Rocky Exoplanet
Smallest exoplanet is shown to be a solid, rocky world
Planetarischer "Geisterfahrer"
David Anderson von der Keele University und seine Kollegen haben in einer Entfernung von etwa 1.000 Lichtjahren einen Exoplaneten entdeckt, der seinen Heimatstern retrograd umkreist.
Der als WASP-17b bezeichnete Planet ist zwar nur halb so massereich wie Jupiter, dafür aber auf fast das Doppelte von dessen Größe aufgebläht. Die Forscher spekulieren, dass sein exzentrischer Orbit für die geringe Dichte verantwortlich sein könnte: während eines Umlaufs wird der Exoplanet intensiven Gezeitenkräften ausgesetzt, wodurch sich der Gasriese aufheizt und sein Umfang anwächst. Tatsächlich besitzt er unter allen bisher bekannten Exoplaneten die geringste Dichte – etwa vergleichbar mit der Dichte von Styropor.
Als Grund für den exzentrischen Orbit vermuten die Wissenschaftler eine nahe Begegnung mit einem anderen großen Planeten, die in der Frühzeit des fernen Systems stattfand. Die dabei wirkenden Gravitationskräfte haben WASP-17b möglicherweise aus der Bahn geworfen.
Huge new planet tells of game of planetary billiards
WASP-17b: an ultra-low density planet in a probable retrograde orbit
Crash in planetarer Kinderstube
Mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer fanden Carey Lisse von der Johns Hopkins University und seine Kollegen Hinweise für eine Kollision in der protoplanetaren Scheibe um den rund 100 Lichtjahre entfernten Stern HD 172555: ein Objekt von der Größe des Erdmondes prallte dort in einen merkurgroßen Planeten.
Im Infrarotspektrum des etwa zwölf Millionen Jahre alten Sterns hatten die Astronomen ungewöhnliche Signaturen entdeckt, die auf Obsidian und sog. Tektite schließen lassen. Zudem findet sich in der Umgebung des Sterns reichlich Siliziumoxid-Gas als Relikt verdampften Gesteins.
Gemessen an den Kollisionsprodukten waren die beteiligten Gesteinskörper mit einer Relativgeschwindigkeit von mindestens zehn Kilometern pro Sekunde aufeinander geprallt. Nach Schätzungen von Lisse liegt diese Kollision nur wenige Jahrtausende zurück.
Kepler sieht Tag- und Nachtseite auf ferner Welt
Das am 7. März 2009 gestartete Weltraumteleskop Kepler hat als erstes Testobjekt den jupiterähnlichen Gasriesen HAT-P-7b unter die Lupe genommen. Dieser etwa 1.000 Lichtjahre entfernte Exoplanet war im letzten Jahr vom Hungarian Automated Telescope Network (HATNet) entdeckt worden. Die von Kepler gemessene Lichtkurve ist so präzise, dass man sogar die Tag- von der Nachtseite des Exoplaneten unterscheiden kann: HAT-P-7b besitzt eine dauerhafte Tagseite, deren Oberflächentemperatur rund 2.400 Grad Celsius beträgt. Seine Nachtseite ist dagegen mehr als 800 Grad kälter. Keplers Beobachtungen erlauben auch Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Atmosphäre des Planeten. Demnach finden sich dort ungewöhnliche chemische Verbindungen wie z.B. Titanoxid.
HAT-P-7b umkreist seinen Heimatstern in nur 2,2 Tagen und ist ihm 26 Mal näher als die Erde der Sonne.
Seitwärtstorkeln eines Sterns verrät Exoplaneten

VB 10 und sein planetarer Begleiter
im Vergleich zum Sonnensystem.
(NASA/JPL-Caltech)
Seit mehr als 50 Jahren versuchen Astronomen, mit Hilfe der Astrometrie einen Exoplaneten nachzuweisen. Bislang ohne Erfolg. Den beiden amerikanischen Astronomen Steven Pravdo und Stuart Shaklan vom Jet Propulsion Laboratory ist es nun gelungen, einen Exoplaneten anhand des Seitwärtspendelns zu erkennen, in das er sein Zentralgestirn versetzt. Als Folge dessen bewegt sich der Stern in einer Art Schlangenlinie über den Nachthimmel. Anhand der Stärke des Effekts schätzen die beiden Forscher, dass der Exoplanet die sechsfache Masse des Jupiter besitzt.
Der Exoplanet gehört zum 20 Lichtjahre von uns entfernten Roten Zwergstern Van Briesbroek 10 (VB 10) im Sternbild Adler. Der Planet umrundet den Roten Zwerg in einem Abstand von ca. 50 Millionen Kilometern – dies entspricht in etwa dem Abstand des Planeten Merkur von der Sonne. Für einen Umlauf um sein Zentralgestirn benötigt der Exoplanet rund neun Monate.
Der Rote Zwergstern VB 10 weist nur 8,3 Prozent der Masse unserer Sonne auf – er ist damit der masseärmste und kleinste Stern, bei dem bisher ein Planet gefunden wurde.
Astronomen entdecken bislang kleinsten Exoplaneten

Der äußerste bekannte Planet des Roten Zwergsterns Gliese 581 dürfte gerade noch in der lebensfreundlichen Zone liegen.
(Grafik: ESO, Franck Selsis (Univ. Bordeaux))
Mit dem Präzisionsinstrument HARPS an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile gelang Astronomen um Michel Mayor die Entdeckung des bislang kleinsten Exoplaneten. Gliese 581e hat nur knapp die doppelte Masse unserer Erde und umkreist den 20,5 Lichtjahre von uns entfernten Roten Zwergstern Gliese 581 im Sternbild Waage, bei dem in den letzten beiden Jahren schon drei andere Exoplaneten nachgewiesen wurden. Anhand der neuen Daten konnten die Forscher die Angaben zur Umlaufbahn von Gliese 581 d verfeinern, den sie im Jahr 2007 entdeckt hatten. Demnach kreist diese Welt in einem Abstand um sein Zentralgestirn, der die Existenz flüssigen Wassers gestatten könnte.
Es ist schon faszinierend, wie weit wir seit der Entdeckung des ersten Exoplaneten im Jahr 1995 gekommen sind.
Die Masse von Gliese 581 e ist 80 Mal kleiner als die von 51 Pegasi b. Und zwischen den beiden Entdeckungen liegen nur 14 Jahre…
Weltraumteleskop Kepler erfolgreich gestartet

Start des Weltraumteleskops Kepler.
Die Delta-II-Rakete mit dem Weltraumteleskop Kepler an Bord startete heute Morgen pünktlich um 04:49 Uhr MEZ von der Startrampe 17-B der Cape Canaveral Air Force Station in Florida. Etwa 60 Minuten nach dem Start wurde Kepler von der obersten Raketenstufe abgetrennt. Inzwischen hat das Weltraumteleskop den endgültigen Orbit etwa 1.500 Kilometer hinter der Erde erreicht. Die Überprüfung und Inbetriebnahme von Kepler wird rund 60 Tage in Anspruch nehmen. In etwa 30 Tagen sollen aber bereits die ersten Probebeobachtungen gemacht werden.
Kepler: Auf der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten
Am Samstag, den 7. März 2009 um 04:49 Uhr MEZ startet die Raumfahrtbehörde NASA ihr neues Weltraumteleskop Kepler. Benannt ist es nach dem deutschen Naturphilosophen, Mathematiker und Astronomen Johannes Kepler (1571 – 1630), der die Gesetze der Planetenbewegung formulierte. Der 550 Millionen Dollar teure Satellit mit der Größe und dem Gewicht eines Kleinwagens wird von Cape Canaveral in Florida aus mit einer Delta-II-Rakete ins All geschossen. Auf seiner Umlaufbahn wird er dreieinhalb Jahre lang einen Bereich zwischen den Sternbildern Schwan und Leier unter die Lupe nehmen und dabei das Licht von über 100.000 Sternen in seinem Sichtfeld registrieren. Für seine Beobachtungen nutzt Kepler einen Spiegel von 1,4 Metern Durchmesser. Dieser reflektiert das Sternenlicht auf ein Fotometer, das aus 42 CCD-Chips zu je 2,25 Millionen Pixeln besteht. Das einfallende Licht wird nach kleinsten Helligkeitsschwankungen bei den Sternen durchsucht. Diese Helligkeitsschwankungen entstehen, wenn Planeten vor den Scheiben ihrer Muttersterne vorbeiziehen und deren Licht kurzfristig zu einem Teil abblocken. Auf diese Weise hofft man, eine Vielzahl kleiner, erdähnlicher Exoplaneten aufspüren zu können.
Zuletzt fand das europäische Weltraumteleskop CoRoT einen Exoplaneten von immerhin nur dem 1,8-fachen Durchmesser der Erde, der einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Einhorn umkreist (siehe: CoRoT findet bislang kleinsten Exoplaneten).
CoRoT findet bislang kleinsten Exoplaneten
Während des CoRoT-Symposiums in Paris wurde heute die Entdeckung des bisher kleinsten beobachteten Exoplaneten bekannt gegeben. CoRoT-7 b (früher CoRoT-Exo-7 b genannt) hat einen Radius von eindreiviertel Erdradien und die sechsfache Masse der Erde. Seine Dichte dürfte demnach nahezu der der Erde entsprechen. Somit ist CoRoT-7 b kein Heißer Jupiter oder Heißer Neptun, sondern ein terrestrischer Planet. Bei einer Umlaufzeit von lediglich 21 Stunden und einem Abstand von seinem Mutterstern von etwa drei Millionen Kilometern kann man Leben auf seiner Oberfläche jedoch definitiv ausschließen.
