Kategorie: Umwelt & Klima

Die Ozonschicht wächst wieder

Das im Jahr 1987 in Kraft getretene Verbot von umweltschädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) lässt die Ozonschicht in 20 Kilometern Höhe wieder wachsen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern des Instituts für Atmosphäre und Klima an der ETH Zürich.
Die Arbeit liefert den ersten Beleg dafür, dass das FCKW-Verbot eine Erholung der Ozonschicht eingeleitet hat: ein Fünftel des Schwunds über der Nordhalbkugel der Erde ist inzwischen wieder wettgemacht.
Das Ozonloch über dem Südpol wird den Wissenschaftlern zufolge jedoch vermutlich erst in zehn bis 15 Jahren kleiner werden.

Evidence for the effectiveness of the Montreal Protocol to protect the ozone layer

CryoSat-2 erfolgreich gestartet

Heute um 15:57 Uhr MESZ startete der europäische Erdbeobachtungssatellit CryoSat-2 an Bord einer russischen Trägerrakete vom Typ Dnepr von Baikonur in Kasachstan aus ins All. Aus einer polaren Erdumlaufbahn in 717 Kilometern Höhe soll CryoSat-2 mindestens bis zum Jahr 2013 die Dicke der Eisfelder in der Antarktis und in Grönland vermessen. Die Daten des Satelliten werden uns neue Einblicke in die Veränderung der Eismassen infolge des Klimawandels ermöglichen.

DLR Portal – Polar-Mission CryoSat-2 erfolgreich gestartet

ESA – Living Planet Programme

50 Jahre Wetterbeobachtung per Satellit

Heute vor 50 Jahren, am 1. April 1960, startete mit TIROS-1 der erste experimentelle Wettersatellit von Cape Canaveral aus ins All. TIROS-1 funktionierte bis zum 15. Juni 1960 und sendete weit über 15.000 Bilder.
Die erste Generation des US-amerikanischen TIROS-Programms, das bis zum 31. Juli 1966 lief, umfasste insgesamt zehn Satelliten. Mit ihnen wollten NASA und NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) vor allem erproben, ob die an Bord befindlichen Fernsehkameras die Wolkenformationen auf der Erde auch wirklich gut erfassen können. In der nächsten Generation waren die TIROS-Satelliten dann auch keine reinen Erprobungsprojekte mehr, sondern wurden operativ für die Wettervorhersage, Erdbeobachtung und Klimaforschung eingesetzt.
Heute gehören die Bilder der Wettersatelliten zu unserem Alltag. So dokumentiert z.B. MeteoSat den für ihn einsehbaren Teil der Erde (Afrika und Europa) in verschiedenen Wellenlängenbereichen und mit einer Wiederholrate von 30 Minuten – die Bodenstationen bekommen also alle 30 Minuten aktuelle und umfangreiche MeteoSat-Wetterdaten.

NOAA – 50th Anniversary of the Satellite that „Forever Changed Weather Forecasting“

NASA And NOAA Mark 50 Years Of Weather Watching From Space

EUMETSAT – 50 years of weather satellites: Celebrating the launch of TIROS-1

Klimaarchiv im Kraterboden

Ein internationales Wissenschaftler-Team unter Leitung des Geologen Martin Weller von der Universität Köln kann nun insgesamt 3,6 Millionen Jahre Klimageschichte abbilden. Das ist das Ergebnis einer viermonatigen Expedition zum nordsibirischen Elgygytgyn-See.
Von der Eisdecke des Kratersees bohrten die Forscher insgesamt 520 Meter tief bis ins feste Gestein. Die gewonnenen Seesedimentkerne gehen bis in die Zeit des Pliozäns vor mehr als 2,6 Millionen Jahren zurück.
Anhand der Impaktbrekzie werden die Wissenschaftler zudem den Meteoriteneinschlag rekonstruieren können, der zur Bildung des Sees führte.

Universität zu Köln, Institut für Geologie und Mineralogie – El’gygytgyn Drilling Project

Hurrikan Bill

Der neue NOAA-Satellit GOES-14 hat am 20. August 2009 ein Video vom Hurrikan Bill aufgenommen, dem ersten Hurrikan der diesjährigen Saison.
Bill erzeugt anhaltende Winde mit einer Geschwindigkeit von 217 Kilometern pro Stunde, was ihn zu einem Hurrikan der Kategorie 4 macht.
Bill hat einen Durchmesser von über 1.200 Kilometern, sein teilweise mit Wolken gefülltes Auge hat eine Ausdehnung von fast 50 Kilometern.

First IR Image from Newest Weather Satellite Captures Hurricane Bill

Earth Observatory: Bilder des Hurrikans Bill

Hurrikan Bill, aufgenommen von der Besatzung der ISS

Aralsee weiter geschrumpft

Der Aralsee trocknet weiter rapide aus: das östliche Becken des einst riesigen Sees in Kasachstan und Usbekistan hat allein in den vergangenen drei Jahren insgesamt vier Fünftel seiner Fläche verloren. Das geht aus einem Vergleich von Aufnahmen hervor, die vom ESA-Satelliten Envisat am 1. Juli 2006 und am 6. Juli 2009 gemacht wurden.
Der Aralsee war in den vergangenen 50 Jahren stetig geschrumpft, nachdem Usbekistan in Zeiten der Sowjetunion zum zweitgrößten Baumwoll-Exporteur der Welt aufgebaut worden war. Dazu wurde das Wasser des Flusses Amu-Darja in gigantische Bewässerungskanäle umgeleitet – der Zufluss für den Aralsee versiegte. Mit dem Verlanden des Sees ging eine dramatische Klimaveränderung einher: in der Region regnet es kaum noch.
Vor rund 20 Jahren teilte sich der See in den kleinen Aralsee in Kasachstan und den großen Aralsee auf kasachischem und usbekischem Gebiet. Dieser östliche See teilte sich im Jahr 2000 wiederum in ein östliches und ein westliches Becken.
Bis 2020 könnte der große Aralsee komplett verschwunden sein.

Earth from Space: Declining Aral Sea

Europäischer Satellit GOCE erfolgreich gestartet

Im vierten Anlauf ist der europäische Satellit GOCE (Gravity Field and steady-state Ocean Circulation Explorer) nun doch noch erfolgreich gestartet: er wurde heute um 15:21 Uhr MEZ mit Hilfe einer Rockot-Trägerrakete vom russischen Raumfahrtzentrum Plesetsk aus ins All geschossen. GOCE soll aus einer Umlaufbahn in nur 260 Kilometern Höhe das Schwerefeld der Erde so exakt wie nie zuvor vermessen und wertvolle Erkenntnisse für die Klima- und Vulkanforschung liefern. Mit dem Start des Satelliten, der mit einem Ionenantrieb gesteuert wird, hat die ESA ein neues Kapitel in der Geschichte der Erdbeobachtung aufgeschlagen.

Die ESA startet mit GOCE ihren ersten Erdforschungssatelliten

GOCE erfolgreich im Weltall ausgesetzt

Forscher zeichnen Klimageschichte der Sahara nach

Rund 120.000 Jahre haben deutsche Wissenschaftler in der Klimageschichte der Sahara zurückgeschaut – weiter als alle anderen Forscher vor ihnen. Herausgefunden haben sie dabei Erstaunliches: in der Vergangenheit hat sich die größte Trockenwüste der Welt mehr als einmal in ein ausgedehntes Grasland verwandelt. Die Wissenschaftler vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen (MARUM) berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe von „Nature Geoscience“. Die Feuchtperioden, in denen sich die Wüste zurückzog, fielen nach Angaben der Forscher mit Zeiten zusammen, in denen aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse die Sonneneinstrahlung in der Nähe des Äquators besonders stark war (die Kreiselbewegung der Erdachse vollzieht sich in regelmäßigen Intervallen von etwa 23.000 Jahren). Es verdampfte mehr Wasser aus den Meeren, wodurch der afrikanische Monsunregen stärker wurde. Während der letzten Eiszeit, die vor 75.000 Jahren einsetzte und rund 60.000 Jahre andauerte, fielen die Feuchtperioden allerdings aus, weil das Klima weltweit deutlich kälter und trockener war. Der westafrikanische Monsun zog damals nicht weit genug nach Norden, um die Sahara zu erreichen. Allerdings war das Klima der Eiszeit sehr abwechslungsreich. Es gab kräftige und abrupte Änderungen der großen Eisschilde. Diese Änderungen sind auch heute noch im Wasserkreislauf der Sahelzone nachzuweisen.
Coherent high- and low-latitude control of the northwest African hydrological balance

Lagunen und Riffe als Welterbe

Im Juli 2008 hat die UNESCO ihrer Liste der Weltkulturerbestätten 27 neue Orte hinzugefügt. Einer davon sind die Lagunen und Riffe von Neukaledonien. Die etwa 1.200 Kilometer östlich von Australien liegende Inselgruppe umfasst das drittgrößte Korallenriff der Erde. In ihm findet sich eine ungewöhnlich hohe Artenvielfalt, zu der vor allem Schildkröten, Raubfische und die drittgrößte Dugong-Population der Welt gehören.
UNESCO – Lagoons of New Caledonia: Reef Diversity and Associated Ecosystems

Die Lagunen und Riffe von Neukaledonien (Landsat 7-Aufnahme; 4000 x 3000 Pixel, 5 MB)