Kategorie: Allgemein

Trojaner für die Erde

Die Erde könnte einmal mehr als einen Mond besessen haben: als vor rund 4,5 Milliarden Jahren der Mond durch die Kollision der Proto-Erde mit einem etwa marsgroßen Himmelskörper entstand, könnten sich weitere Bruchstücke an den Lagrange-Punkten L4 und L5 angesammelt haben. An diesen Orten heben sich die Anziehungskräfte von Erde und Mond auf, so dass sich dort weitere Erdtrabanten zusammen mit dem Mond synchron in einer Umlaufbahn um die Erde bewegt haben könnten.
Solar and planetary destabilization of the Earth-Moon triangular Lagrangian points

Wikipedia: Lagrange-Punkt

Wikipedia: Trojaner (Astronomie)

John Wheeler     1911 – 2008

Er leistete fundamentale Arbeit auf dem Gebiet der Quantenmechanik. Die Zusammenarbeit mit Niels Bohr lieferte eine der frühesten theoretischen Arbeiten über die Kernspaltung. Er erfand die S-Matrix und formulierte zusammen mit Bryce DeWitt die Wheeler-DeWitt-Gleichung (Wellenfunktion des Universums). Er spielte eine wichtige Rolle im Manhattan-Projekt (Atombombe) und im Matterhorn-Projekt (Wasserstoff-Bombe). Zusammen mit Charlie Misner und Kip Thorne lieferte er wichtige Beiträge zur Allgemeinen Relativitätstheorie. Er prägte Begriffe wie „Wurmloch“, „Quantenschaum“ und „Schwarzes Loch“. In diesem Zusammenhang stammt auch das No-Hair-Theorem von ihm („Schwarze Löcher haben keine Haare“). Er lehrte Generationen von Studenten; einer seiner bekanntesten war der Physiker und spätere Nobelpreisträger Richard Feynman.

John Wheeler starb am Sonntagmorgen.

Wikipedia: John Wheeler

In Australien und Brasilien ging Weltraumschrott nieder

Bei Cheepie im australischen Bundesstaat Queensland ist ein über 20 Kilogramm schweres Stück Weltraumschrott niedergegangen. Das Metallobjekt von der Größe eines Automotors landete bereits am 7. November 2007 auf dem Farmgelände von James Stirton, konnte aber erst jetzt identifiziert werden. Bei dem Objekt mit der Bezeichnung 2006-047-C handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen mit Kohlenstoff-Fasern umwickelten Helium- oder Stickstofftank der Delta 2-Rakete, die am 26. Oktober 2006 von Cape Canaveral in Florida startete und die beiden Sonden der STEREO-Mission ins All brachte.

Mystery object is space junk: scientist

Delta 2 Rocket Photos

Composite Overwrapped Pressure Vessels

Propellant and Pressurant Tanks

Orbital Debris – Recovered Objects

Summary of Recovered Reentry Debris

Nahe einer Farm im brasilianischen Bundesstaat Goias ging vor wenigen Tagen ebenfalls ein Stück Weltraumschrott nieder. Die Ähnlichkeit mit dem in Australien gefundenen Teil ist verblüffend.

Update: Bei dem in Brasilien gefundenen Weltraumschrott handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Tank von der obersten Stufe einer Centaur-Rakete. Im Oktober 2007 wurde mit einer solchen Rakete ein Kommunikationssatellit des US-Militärs (Global SATCOM, 2007-046B) in eine Erdumlaufbahn gebracht.

Neuer Rekord bei optischer Datenübertragung

Erstmals ist es gelungen, Daten per Laser mit einer Übertragungsrate von 5,5 Gigabit pro Sekunde zwischen zwei Satelliten im All zu übermitteln – ein neuer Rekord bei der optischen Datenübertragung. Die Verbindung konnte während eines Tests im Rahmen eines deutsch-amerikanischen Kooperationsprogramms über eine Entfernung von 5.000 Kilometern bis zu 20 Minuten fehlerlos zwischen dem deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und dem US-amerikanischen Militärsatelliten NFIRE aufrecht erhalten werden. Für die reibungslose optische Datenübertragung sorgten unter anderem leistungsstarke Halbleiterlasermodule aus dem Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) in Berlin.
Die Nutzung von Lichtwellen erlaubt es, Daten künftig zwanzigmal schneller als mit den bislang üblichen Funkwellen aus dem Weltraum zu übermitteln – das entspricht der Übertragung einer Datenmenge von ungefähr 400 DVDs pro Stunde.
Pressemitteilung des Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik (PDF)