Solscape

Cooles Video vom Testflug der Ares I-X

Der Start der Ares I-X von einem Flugzeug aus aufgenommen. Gegen Ende des Videos sieht man den (teilweise missglückten) Auswurf der Fallschirme und die Wasserung des Boosters.

Mars Express: Die Störungszone Sacra Fossae

KaseiValles-SacraFossae

Blick von Nordosten über Sacra Fossae und die Kasei-Täler.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Kasei Valles ist eines der größten Ausflusstäler auf dem Mars. Es hat seinen Ursprung im südlichen Hochland und erstreckt sich über etwa dreitausend Kilometer vom Echus Chasma bis zum Becken Chryse Planitia in der nördlichen Tiefebene des Mars. Vor vielen Millionen Jahren strömte Wasser durch die Kasei-Täler.
Sacra Fossae ist eine mehr als tausend Kilometer lange und einige hundert Meter tiefe sog. Störungszone, die eine Grenze zwischen dem Kasei-Talsystem im Süden und Osten sowie der Hochebene Lunae Planum bildet. Durch Spannungen in der Marskruste wurde die Oberfläche tektonisch derart beansprucht, dass sich hier ein „chaotisch“ anmutendes Muster sich kreuzender Gräben bildete.
Die hochauflösende Stereokamera HRSC an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express nahm einen Teil von Kasei Valles und Sacra Fossae auf. Die abgebildete Region ist 225 Kilometer mal 95 Kilometer groß und bedeckt damit eine Fläche von etwas mehr als 21.000 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der Größe des Bundeslandes Hessen.
Im Norden des Gebietes (hier rechts im Bild) ist ein alter, etwa 35 Kilometer großer Einschlagkrater zu erkennen. Sein südwestlicher Kraterrand ist stark erodiert, an manchen Stellen ist er sogar vollständig abgetragen worden. Diese Erosion ist unter anderem auf die Einwirkung von Wasser zurückzuführen.

Chaotic terrain between Kasei Valles and Sacra Fossae

Berühmtes Foto von Lee Harvey Oswald ist echt

Computerwissenschaftler Hany Farid vom Dartmouth College, ein Pionier auf dem Gebiet der digitalen Forensik, hat das berühmte Foto analysiert, das den Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald im Hinterhof seines Hauses zeigt. In einer Hand hält Oswald ein Gewehr, in der anderen Hand marxistische Zeitungen.
Auf den ersten, flüchtigen Blick könnte man meinen, dass einige der auf dem Bild erkennbaren Schattenwürfe nicht mit der Richtung der Sonneneinstrahlung konsistent sind. Dies wird auch immer wieder, hauptsächlich von Verschwörungstheoretikern, als „Argument“ dafür angeführt, dass es sich bei dem Foto um eine Fälschung handelt.
Farid konstruierte am Computer ein 3-D-Modell des Kopfes von Oswald sowie ein 3-D-Modell von Teilen der Hinterhof-Szenerie und konnte damit belegen, dass alle Schatten auf dem Foto stimmig sind.

Spitzer beobachtet chaotisches Planetensystem

Das Weltraumteleskop Spitzer fand bei dem jungen Stern HR 8799, der sich 129 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Pegasus befindet, Hinweise auf eine orbitale Überaktivität der dort vorhandenen Planeten: sie stören kleinere, kometenähnliche Körper und veranlassen diese zu Kollisionen, wobei ein riesiger Halo aus Staub mit einem Durchmesser von etwa 2.000 Astronomischen Einheiten entsteht. Zum Vergleich wurde in das Spitzer-Bild der Orbit des Zwergplaneten Pluto eingezeichnet, der einen Durchmesser von ca. 80 Astronomischen Einheiten besitzt.

A Picture of Unsettled Planetary Youth

The Debris Disk Around HR 8799

SMOS & PROBA-2: neue ESA-Satelliten gestartet

Die Europäische Raumfahrtorganisation ESA hat am Montagmorgen um 02:50 Uhr MEZ vom Kosmodrom Plesetsk in Nordrussland einen neuen Erdbeobachtungssatelliten gestartet. Das SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity) genannte Hightech-Gerät hat ein interferometrisches Radiometer namens MIRAS an Bord, das die Bodenfeuchtigkeit und den Salzgehalt der Ozeane über die von der Erdoberfläche reflektierte Mikrowellenstrahlung messen wird. Möglich ist das, weil sich die elektromagnetischen Eigenschaften von feuchter und trockener Erde beziehungsweise Süßwasser und Salzwasser unterscheiden. Der Salzgehalt ist einer der Motoren der Meereszirkulation, die für den Wärmeaustausch zwischen den Weltmeeren verantwortlich zeichnet.
SMOS wird die Erde künftig 14-mal pro Tag umrunden. Aufgrund der Erdrotation wird MIRAS so nach und nach die gesamte Erdoberfläche erfassen. Nach der Kalibrierung des Messgerätes sollen bereits im Frühjahr kommenden Jahres die ersten Daten veröffentlicht werden. Ein Ende der Mission ist frühestens in drei Jahren geplant.
Der beim Start von SMOS sozusagen als „Huckepacknutzlast“ auf den Weg gebrachte Satellit PROBA-2 ist der Nachfolger des 2001 gestarteten, äußerst erfolgreichen Satelliten PROBA-1. Er soll die Demonstration einer großen Bandbreite an Technologien für künftige Erdbeobachtungssatelliten und Raumsonden durchführen. Dazu gehört unter anderem ein Testmodell eines für ESA’s Merkur-Mission BepiColombo entwickelten Startrackers. Weitere zu demonstrierende Technologien umfassen einen digitalen Sonnensensor, eine miniaturisierte Weitwinkelkamera, einen Hochpräzisionsmagnetometer, einen Doppelfrequenz-GPS-Weltraumempfänger, einen xenonbetriebenen Resistojetantrieb (das ist ein elektrisches Raketentriebwerk ähnlich dem Ionenantrieb) und einen Kaltgasgenerator (Kaltgasgeneratoren werden bspw. in PKW’s dazu benutzt, bei einem Unfall die Airbags aufzublasen; künftige Raumsonden mit Landeeinheiten werden mit aufblasbaren Hitzeschutzschilden ausgestattet sein – das spart Platz und Gewicht). Des Weiteren hat PROBA-2 zwei belgische Solarphysikinstrumente und zwei tschechische Plasmaphysikexperimente an Bord.
SMOS ist bereits die zweite Mission im Rahmen des ESA-Programms „Lebender Planet“. Die erste Mission wurde bereits Anfang 2009 erfolgreich gestartet: GOCE dient seitdem der genauen Bestimmung des Erdschwerefeldes und der stationären Ozeanzirkulation. Ende Februar 2010 wird das Programm mit dem Start des Satelliten CryoSat-2 fortgesetzt, der die Dicke des schwimmenden Meereises erfassen soll.

ESA – Living Planet Programme – SMOS

Cassini: Nahe Vorbeiflüge an Enceladus stehen kurz bevor

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Nachbearbeitetes Rohbild
von Cassini's Vorbeiflug an Enceladus
am 12. März 2008.
(NASA/JPL/Space Science Institute/astroarts.org)
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Nach bislang sechs nahen Vorbeiflügen der Raumsonde Cassini an Enceladus könnte man meinen, dass dieser kleine Saturnmond fast schon so etwas wie ein „alter Freund“ ist. Weit gefehlt! Während des für den 02. November 2009 geplanten Flybys wird Cassini sich der Oberfläche des Mondes bis auf etwa 103 km annähern und so tief wie noch nie in die Fontänen der Eisvulkane eintauchen, um mehr über deren Zusammensetzung und Dichte zu erfahren. Zudem sollen beim für den 21. November 2009 geplanten Flyby die südlichen Regionen des Mondes mit einer Auflösung von bis zu 15 m pro Pixel (!) fotografiert werden. Wir dürfen also auf atemberaubende Bilder gespannt sein!

Cassini Equinox Mission: Enceladus Flyby – Nov. 2, 2009

Enceladus – Kryovulkanismus und Tektonik

Hochaufgelöstes Bild der Apollo 17-Landestelle

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Die Apollo 17-Landestelle in der Taurus-Littrow-Region.
(NASA/GSFC/Arizona State University)
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Das für die Lunar Reconnaissance Orbiter Camera (LROC) zuständige Forscherteam hat heute ein neues Bild der Apollo 17-Landestelle veröffentlicht. Die Aufnahme entstand am 01. Oktober 2009 und damit nur knapp drei Wochen nachdem der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) in seine reguläre Umlaufbahn in etwa 50 km Höhe über der Mondoberfläche eingeschwenkt war. Mit einer mehr als doppelt so hohen Auflösung ist das Gelände am Südmassiv des Taurus-Littrow-Gebirges nun so detailliert erfasst, dass man sogar die amerikanische Flagge erkennen kann!

Exploring the Apollo 17 Site

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Die Abstiegsstufe von Apollo 17
und die amerikanische Flagge.
(NASA/GSFC/Arizona State University)
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