Solscape

NASA verschiebt Termine der letzten beiden Shuttle-Missionen

Die Raumfahrtbehörde NASA hat die Termine für die letzten beiden Shuttle-Starts verschoben. Grund dafür ist, dass einige Ersatzteile und Komponenten, die zur Raumstation gebracht werden sollen, nicht rechtzeitig fertig gestellt werden können.
Die neuen Starttermine sind:
STS-133, Discovery – Montag, 1. November 2010, 21:33 Uhr MEZ
STS-134, Endeavour – Samstag, 26. Februar 2011, 22:19 Uhr MEZ

Falls der US-Kongress und die NASA bis spätestens zum Herbst diesen Jahres zusätzliche Gelder bewilligen, könnte es auch noch eine Mission STS-135 geben. Diese würde frühestens am 24. Juli 2011 starten.

NASA managers refine launch dates – deadline approaching for STS-135

Rosetta kurz vor Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia

Die europäische Kometensonde Rosetta wird am kommenden Samstag, den 10. Juli 2010 um 17:44 Uhr MESZ (Bordzeit) in einem Abstand von etwa 3.200 Kilometern am rund 100 Kilometer großen Asteroiden (21) Lutetia vorbeifliegen. Erste Bilder des Asteroiden werden gegen 23:00 Uhr erwartet.
Rosetta ist auf dem Weg zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, den sie im Mai 2014 erreichen soll. An Bord der Raumsonde befindet sich die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte Landesonde namens Philae, die auf der Oberfläche des Kometen aufsetzen soll.

Rosetta und Philae sind bereit für den Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia

Rendevouz mit einem Riesenbrocken

Pulsare als genaue kosmische Uhren

Ein internationales Team von Astronomen hat das Verhalten von kosmischen Uhren untersucht und dabei ein Verfahren entdeckt, das sie zu den mit Abstand genauesten Zeitmessern im Universum macht. Die Wissenschaftler, darunter Michael Kramer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, werteten dazu die Signale von Pulsaren aus. Diese beobachten Forscher bereits mehrere Jahrzehnte mit dem 76-Meter-Radioteleskop am englischen Observatorium Jodrell-Bank.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Pulsare als Atomuhren –
Die Korrektur von Rotationsinstabilitäten macht Neutronensterne zu den besten Zeitmessern im Universum

Siehe auch:
Cosmic clocks hold the key to the secrets of the Universe

Switched Magnetospheric Regulation of Pulsar Spin-Down

Der Falke kehrt heim

Am 9. Mai 2003 war die japanische Raumsonde „Hayabusa“ (Wanderfalke) zum Asteroiden Itokawa aufgebrochen. Nachdem sie zwei Milliarden Kilometer zurückgelegt hatte, traf die Sonde am 12. September 2005 bei dem Asteroiden ein. Dort sollten Gesteinsproben entnommen und anschließend zur Erde zurückgebracht werden.
Die Reise von „Hayabusa“ war von Anfang an mit technischen Problemen behaftet, dazu gehörten Pannen beim Ionenantrieb und der zeitweilige Verlust des Funkkontakts. Oft mussten die Techniker und Wissenschaftler der japanischen Raumfahrtagentur JAXA improvisieren, um die Mission überhaupt weiterführen zu können.
Nach sieben Jahren „Odyssee“ im All wird „Hayabusa“ nun auf der Erde zurückerwartet. Am Sonntag gegen 16:00 Uhr MESZ soll die Raumsonde über einer entlegenen Gegend Australiens nahe Woomera die Wiedereintrittskapsel mit den Proben abwerfen. Die Sonde selbst wird kurze Zeit darauf in der Erdatmosphäre verglühen.
Wissenschaftler der NASA und JAXA werden von Bord einer DC-8 den Eintritt der Kapsel in die Erdatmosphäre beobachten und dabei Messungen vornehmen. In niedrig fliegenden Maschinen sowie am Boden sind Beobachtungsstationen eingerichtet, die eine möglichst schnelle Ortung der Rückkehrkapsel gewährleisten sollen.

JAXA – Asteroid Explorer „HAYABUSA“ (MUSES-C)

Hayabusa Sample Return Capsule Entry – Airborne Observing Campaign (mit Live Video Feed!)

Gekicke im Weltraum

Gekickt wird nicht nur im Fußball: Wenn etwa Schwarze Löcher einander so nahe kommen, dass sie zusammenstoßen und verschmelzen, dann erfährt das resultierende Schwarze Loch einen Rückstoß und schießt mit einer Geschwindigkeit von bis zu einigen tausend Kilometern pro Sekunde weiter durchs All. Manchmal aber verringert sich das Tempo plötzlich – ein Verhalten, für das es bisher keine Erklärung gab. Nun haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik das Rätsel gelöst: Es handelt sich um eine Art Rückstoß in die entgegengesetzte Richtung, der die Gesamtgeschwindigkeit herabsetzt. In diesem „Anti-Kick“ strahlt das Schwarze Loch Gravitationswellen ab und erreicht so seine energetisch optimale Form: die Kugel.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Über das Bremsverhalten von Schwarzen Löchern

Vorgängerobjekte von Typ Ia Supernovae möglicherweise leichter als bislang gedacht

Weiße Zwergsterne als Vorläuferobjekte von Typ Ia Supernovae sind möglicherweise leichter als bisher angenommen. Explosionen der Weißen Zwerge unterhalb einer bestimmten Massengrenze, der sog. Chandrasekhar-Masse, wurden bisher als Erklärung für beobachtete Supernovae ausgeschlossen. Angeregt durch aktuelle Studien zur Zündung thermonuklearer Explosionen Weißer Zwergsterne mit sub-Chandrasekhar-Massen haben Wissenschaftler des Garchinger Max-Planck-Instituts für Astrophysik solche Systeme nun erneut untersucht. Ihre Simulationen zeigen, dass Explosionen von derart leichten Weißen Zwergen wesentlich besser mit den Beobachtungen übereinstimmen könnten als bisher gedacht.

Weiter in der Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik:
Sind die Vorgängerobjekte von Typ Ia Supernovae leichter als bisher gedacht?

Erstes hochaufgelöstes Bild mit dem Radioteleskop LOFAR

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und das Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching betreiben beide eine Station des europäischen LOFAR-Teleskops, das vom niederländischen Institut für Radioastronomie, ASTRON, koordiniert wird. Durch die erstmalige Zusammenschaltung von drei deutschen LOFAR-Stationen mit den zentralen Stationen bei Exloo in den Niederlanden ist es einer internationalen Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Olaf Wucknitz vom Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) der Universität Bonn nun gelungen, das erste hochaufgelöste Bild eines weit entfernten Quasars bei Radiowellen im Meter-Bereich zu erhalten. Dieser Wellenlängenbereich war bisher für derart detailgenaue Messungen nicht zugänglich, da dafür normalerweise Radioteleskope mit großem gegenseitigem Abstand miteinander vernetzt werden müssen. Das erste Bild der detaillierten Struktur des Quasars 3C 196 zwischen 4 und 10 m Wellenlänge konnte bereits mit einem kleinen Teil der Stationen des kompletten LOFAR-Netzwerks erzielt werden; später wird sich das LOFAR-Netzwerk über einen ausgedehnten Bereich Europas erstrecken.

Weiter in der Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik:
Detaillierte Struktur eines weit entfernten Quasars

Siehe auch:
Details in the Structure of a distant Quasar – First high-resolution image from the LOFAR radio telescope array

Rotationally symmetric structure in two extragalactic radio sources

Kiloparsec scale structure in the hotspots of 3C 196

Erfolgreicher Jungfernflug der Falcon 9 von SpaceX

Das private US-amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX hat am Freitag, den 4. Juni 2010 um 20:45 Uhr MESZ ihre Trägerrakete Falcon 9 von Cape Canaveral aus ins All geschossen. An der Spitze der Rakete befand sich ein Qualifikationsmodell des von SpaceX entwickelten Raumschiffs namens „Dragon“, das erfolgreich in eine Erdumlaufbahn in 250 km Höhe befördert wurde.
Der geglückte Jungfernflug der Falcon 9 ist ein bedeutender Schritt in der Entwicklung der privaten Raumfahrt.