Kategorie: Kosmologie

Quasare im frühen Universum

Ein Astronomenteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA) hat mit Hilfe von Beobachtungen durch das Weltraumteleskop Hubble und Vorhersagen aus der Millennium-Simulation mögliche Erklärungen für eines der verblüffendsten kosmischen Rätsel gefunden: Wenn – wie es die Theorie vorhersagt – leuchtende Quasare im frühen Universum die Regionen anzeigen, die als erste zusammengestürzt sind und massereiche Galaxienhaufen gebildet haben, warum gibt es dann bislang so wenige empirische Beweise für solche „Städte im Bauzustand“ ?

Quasare im frühen Universum: Schornsteine der ersten kosmischen Großstädte?

Supernova in Messier 82

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Messier 82, aufgenommen vom
Weltraumteleskop Hubble.
(NASA, ESA, and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Ein internationales Team von Radioastronomen konnte die Explosion eines Sterns in der nahen Galaxie M82 nachweisen. Obwohl es sich um die nächstgelegene Supernova der letzten fünf Jahre handelt, konnte die Explosion nur mit Radioteleskopen beobachtet werden, da dichtes Gas und Staub sie in anderen Wellenlängen unsichtbar machten.
M82 befindet sich in einer Entfernung von etwa zwölf Millionen Lichtjahren in Richtung des Sternbilds „Großer Bär“ (Ursa Major) und zeigt einen äußerst heftigen Sternentstehungsausbruch („Starburst“) von einigen Hundert Lichtjahren Ausdehnung in ihrem Zentralbereich. M82 wird daher oft auch als „explodierende“ Galaxie bezeichnet; optische und Infrarotaufnahmen vermitteln tatsächlich den Eindruck, als ob M82 komplett auseinandergerissen wird. Dieses Erscheinungsbild ist das Resultat zahlreicher Supernova-Explosionen im Kernbereich der Galaxie.

Sternexplosion in einer „explodierenden“ Galaxie

Wikipedia: Messier 82

Erfolgreicher Start von Herschel und Planck!

Die beiden europäischen Weltraumteleskope Herschel und Planck starteten heute planmäßig um 15:12 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Kourou aus ins All. Etwa 30 Minuten nach dem Start wurden die beiden Teleskope erfolgreich ausgesetzt und werden in rund zwei Monaten ihre endgültige Position einnehmen.
Laut ESA wird Herschel bereits Anfang Juli die Spiralgalaxie M51 im Sternbild Jagdhunde ins Visier nehmen.

Weltraumteleskope Herschel und Planck im All

ESA en route to the origins of the Universe

Herschel and Planck talk to Earth

Herschel und Planck startbereit

Wenn alles nach Plan verläuft, werden die beiden Weltraumteleskope Herschel und Planck der Europäischen Weltraumorganisation ESA am morgigen Donnerstag um 15:12 Uhr MESZ an Bord einer Ariane-5-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana aus gen Weltraum starten und einen Orbit in etwa 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde, am sog. Lagrangepunkt L2, einnehmen.
Herschel, das dann größte Teleskop im Weltall, wird den Himmel im infraroten Spektralbereich abtasten, Planck wird, wie seine Vorgänger COBE und WMAP, die kosmische Hintergrundstrahlung ins Visier nehmen.

Bilder der startbereiten Ariane-5 bei Flickr

ESA – Herschel and Planck

Planck-Satellit ist bereit, den Urknall zu vermessen

Blick ins verborgene Universum


Abschiedsfoto von Hubbles Superkamera

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Der Planetarische Nebel Kohoutek 4-55.
(NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Bei der nun anstehenden Hubble-Service-Mission der Raumfähre Atlantis wird die Wide Field and Planetary Camera 2 an Bord des Weltraumteleskops durch eine neue Kamera ersetzt. Um Hubbles alter und langgedienter Kamera Tribut zu zollen, wurde am 4. Mai 2009 ein letztes „pretty picture“ aufgenommen. Es zeigt den Planetarischen Nebel Kohoutek 4-55, der sich etwa 4.600 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan (Cygnus) befindet.
Kohoutek 4-55 gehört zu einer Reihe von Planetarischen Nebeln, die nach dem tschechischen Astronomen Luboš Kohoutek benannt sind.

Hubble Photographs a Planetary Nebula to Commemorate Decommissioning of Super Camera

Top Five Breakthroughs From Hubble’s Workhorse Camera

Zum sechsten Jahrestag von GALEX: der Dreiecksnebel M33

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M33: der Dreiecksnebel
in einem kombinierten GALEX/Spitzer-Bild.
(NASA/JPL-Caltech)

Anlässlich des sechsten Jahrestages des Starts des Galaxy Evolution Explorer (GALEX) veröffentlichte die NASA jetzt ein eindrucksvolles Bild des Dreiecksnebels M33. Kombiniert mit Daten des Infrarotteleskops Spitzer verdeutlicht die Aufnahme, wie man mit Hilfe von Beobachtungen in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen ganz verschiedene Aspekte der Galaxienentwicklung studieren kann.
Auf dem kombinierten GALEX/Spitzer-Bild sind die jüngsten (im Ultravioletten sichtbaren) Sterne blau und die etwas älteren Sterne grün dargestellt. Die Infrarotstrahlung von ganz alten Sternen erscheint gelb und orange, und Staub mit einem hohen Anteil an organischen Molekülen leuchtet rot. Bei den bläulichen Flecken außerhalb der Scheibe von M33 handelt es sich um Hintergrundgalaxien.

NASA’s Galaxy Mission Celebrates Sixth Anniversary

Quelle für diffuse Röntgenstrahlung in der Milchstraße identifiziert

Vor mehr als zwei Jahrzehnten entdeckten Wissenschaftler eine diffuse Röntgenstrahlung in unserer Milchstraße. Eine ganze Generation von Astronomen hat sich seither den Kopf über den Ursprung dieser Strahlung zerbrochen. Jetzt gelang es einer Forschergruppe um Mikhail Revnivtsev vom „Excellence Cluster Universe“ an der TU München, das Rätsel zu lösen.
Revnivtsev und seine Kollegen konnten erstmals nachweisen, dass ein Großteil der geheimnisvollen Strahlung nicht aus einer einzigen Quelle stammt, sondern aus vielen kleinen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Weiße Zwerge – also die Überreste erloschener, massearmer Sterne – die Röntgenstrahlen aussenden.
Im Weltall geht die energiereiche Röntgenstrahlung normalerweise von Gasen aus, die eine Temperatur zwischen 10 und 100 Millionen Grad Celsius aufweisen. Vor einem Vierteljahrhundert spürten Astronomen eine ganz ähnliche, diffuse Röntgenstrahlung in der Umgebung der Milchstraßenebene auf, ohne eine Erklärung dafür zu finden. In jüngerer Zeit konnten Beobachtungen mit den Röntgensatelliten RXTE und Integral zeigen, dass die Röntgenemission der Milchstraße das gleiche Verteilungsmuster aufweist wie die Sterne. Dies motivierte Revnivtsev und seine Kollegen zu genaueren Untersuchungen einer kleinen Himmelsregion nahe der Milchstraßenebene mit Hilfe des Röntgenteleskops Chandra. Tatsächlich konnte Revnivtsevs Team dort insgesamt 473 deutlich erkennbare Punktquellen aufspüren.

Galaktisches Röntgenlicht stammt aus Sternen

Galactic X-ray Ridge: Resolving a Galactic Mystery

Discrete sources as the origin of the Galactic X-ray ridge emission

Universe Cluster: Finding the sources of diffuse X-ray emission in the Milky Way

Gammastrahlenblitz setzt neuen Entfernungsrekord im All

NASA’s Swift Satellit hat am 23. April 2009 einen Gamma-Ray Burst (GRB) beobachtet. Nichts besonderes, sollte man meinen – doch Nachbeobachtungen im optischen und im Radiobereich haben gezeigt, dass die Galaxie, in der dieser Ausbruch erfolgte, höchstwahrscheinlich jenseits von z=7, möglicherweise sogar eher bei z=8 liegt. Damit wäre das Universum zum Zeitpunkt des Ausbruchs des GRBs erst 640 Millionen Jahre alt gewesen. GRB 090423 wäre somit sehr viel weiter entfernt als die bislang bekannten, am weitesten entfernten Quasare und Galaxien.

Neuer Entfernungsrekord: Sternexplosion im jungen Kosmos

The Most Distant Object Yet Discovered in the Universe

New Gamma-Ray Burst Smashes Cosmic Distance Record

Hubble's 19. Geburtstag: Arp 194 und die Quelle der Jugend

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Galaxiensystem Arp 194
(NASA, ESA and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Anlässlich des 19. Geburtstages des Weltraumteleskops Hubble veröffentlichten NASA und ESA heute eine Aufnahme, die das Galaxiensystem Arp 194 zeigt. Diese Gruppe miteinander wechselwirkender Galaxien liegt entlang eines „kosmischen Jungbrunnens“ aus Sternen, Gas und Staub, der sich über eine Entfernung von etwa 100.000 Lichtjahren erstreckt. Arp 194 befindet sich 600 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Cepheus.
Seit seinem Start an Bord der Raumfähre Discovery hat Hubble über 570.000 Bilder von mehr als 29.000 Himmelsobjekten gemacht.

Hubble celebrates 19th anniversary with fountain of youth