Bei Ausgrabungen in Ruinen aus der byzantinischen Epoche im Osten von Jerusalem haben Archäologen einen vollständig erhaltenen Ohrring aus der Römerzeit entdeckt. Das in Gold gefasste Schmuckstück besteht aus drei Perlen sowie zwei Smaragden und ist so gut erhalten, dass es scheint, als sei es erst gestern hergestellt worden.
Ancient Chic: 2,000-yr-old Earring Found in Jerusalem of Gold
Kategorie: Archäologie
Das Grab einer Schamanin
Sie war um die vierzig Jahre alt, als sie starb. Ihre letzte Ruhe fand sie in einem mühsam in den harten Boden gehauenen Grab. Jetzt haben Leore Grosman und ihr Team von der Hebrew University in Jerusalem die Tote entdeckt. Sie wurde vor etwa 12.000 Jahren in einer Höhle im Norden Israels bestattet und war in ihrer steinzeitlichen Gemeinschaft offenbar von großer Wichtigkeit. Die Forscher vermuten, dass es sich um eine Schamanin oder Priesterin gehandelt hat. Das kann man jedenfalls aus den seltsamen Grabbeigaben schließen, die wie die Zutaten eines Zaubertranks scheinen: ein paar dutzend Schildkrötenpanzer, der Schwanz eines Auerochsen, das Becken eines Leoparden, ein Adlerflügel, der Lauf eines Wildschweins, zwei Marderköpfe und drei Gazellenhörner. Und zu guter Letzt: ein menschlicher Fuß.
Excavations in Israel reveal one of the oldest known graves of a shaman, from 12.000 years ago
„Robinson Crusoes“ Sachen gefunden
Robinson Crusoe gab es wirklich. Allerdings hieß er in Wahrheit Alexander Selkirk. Der Schriftsteller Daniel Defoe hatte die abenteuerliche Geschichte dieses Seemannes in einer Zeitschrift gelesen und daraus jenen Roman gemacht, mit dem er weltberühmt werden sollte. Über den echten Einsiedler Alexander Selkirk war bislang nur durch schriftliche Quellen belegt, dass er sich 1704 nach einem Streit mit seinem Kapitän auf der Insel Aguas Buenas aussetzen ließ und die folgenden vier Jahre dort zubrachte, bis endlich ein englisches Schiff unter Captain Woodes Rogers vorbeikam und ihn aufnahm. Nun hat ein internationales Archäologenteam auf der Insel Gegenstände entdeckt, die höchstwahrscheinlich Selkirk gehörten.
Excavation at Aguas Buenas, Robinson Crusoe Island, Chile,
of a gunpowder magazine and the supposed campsite of Alexander Selkirk,
together with an account of early navigational dividers
3.000 Jahre alter assyrischer Regierungspalast entdeckt
Einen luxuriös ausgestatteten Regierungspalast sowie einige Gräber mit wertvollen Grabbeigaben haben deutsche Archäologen am oberen Tigris in der Türkei entdeckt. Der Palast stammt aus der Regierungszeit von Assurnasirpal II. (883-859 v. Chr.), einem der bedeutendsten Herrscher in Mesopotamien.
Archäologen der Universität Mainz legen antiken Statthalterpalast in der Türkei frei
Älteste Schrift im mykenischen Tiryns
Bevor die Griechen der Antike das bekannte griechische Alphabet benutzten, gab es mehrere andere Schriftformen. In mykenischer Zeit etwa schrieben die Palastschreiber ihre Urkunden und Lagerlisten in der sog. Linear B Schrift. Forschern des Deutschen Archäologischen Institutes unter Leitung von Joseph Maran von der Universität Heidelberg gelang nun der älteste Nachweis für diese Schrift in der mykenischen Stadt Tiryns. In einem großen Gebäude in der Unterstadt fanden sie die Reste einer 3.300 Jahre alten Schrifttafel.
Ältester Hinweis auf Schriftverwendung im mykenischen Tiryns
Satellit spürt verschüttete Nazca-Pyramide auf
Mit Hilfe von hochauflösenden Bildern des Erdbeobachtungssatelliten „Quickbird“ haben italienische Forscher um Nicola Masini vom Istituto Beni Archeologici e Monumentali und Rosa Lasaponara vom Istituto di Metodologie per l’Analisi Ambientale eine sensationelle Entdeckung gemacht: eine seit Jahrhunderten verschüttete Pyramide. Die Fundstelle bei der peruanischen Ortschaft Cahuachi befindet sich in der Nähe eines Areals, das bereits seit 25 Jahren nach Überresten der untergegangenen Nazca-Kultur (etwa 200 v. Chr. bis 650 n. Chr.) durchforstet wird. Die neu entdeckte Pyramide hat eine Grundfläche von 91,5 x 100 Meter und besteht aus mindestens sieben Ebenen.
Ancient Peru Pyramid Spotted by Satellite
Spektakuläre Gefäßfunde in der Hethiter-Hauptstadt Hattuscha
In der alten Hauptstadt der Hethiter in Anatolien, Hattuscha, haben Archäologen einen spektakulären Fund gemacht: neben mehr als 70 Schalen und Tellern entdeckten sie zwei Vasen, die in dieser Form bisher noch nirgends gefunden worden waren. Eine davon ist ein großes Gefäß mit geschwungener Wandung und vier Henkeln, dessen Rand in Form von Zinnen gestaltet ist. Zwar sind kleine Fragmente ähnlicher Gefäße bereits des öfteren in den Ausgrabungen in Hattuscha gefunden worden, jedoch ist es das erste Mal, dass ein vollständiges Gefäß dieses Typs rekonstruiert werden konnte. Bisher völlig einmalig hingegen ist das zweite Gefäß. Es hat eine hohe schlanke Form, mit langem Hals, auf dem ein Stierkopf als Ausguß sitzt.
Jahrestag: die Entdeckung der Höhle von Lascaux

Heute vor 68 Jahren wurde die Höhle von Lascaux entdeckt, die einige der ältesten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte enthält. Die Höhlenmalereien sind bis zu 17.000 Jahre alt und zeigen hauptsächlich realistische Bilder von Tieren jener Zeit: Wildrinder, Auerochsen, Pferde und Hirsche. Im Jahr 1963 wurde die Höhle für den Publikumsverkehr geschlossen und mit einem aufwändigen Belüftungs- und Klimaregulierungssystem versehen. Das durch etwa 1.200 tägliche Besucher ausgestoßene Kohlendioxid hatte die Bilder deutlich beschädigt.
Harfenklänge aus dem Computer
Griechen und Römer liebten die Musik. Welche Melodien sie spielten, bleibt wohl für immer ein Geheimnis; wie ihre Instrumente klangen hingegen nicht. Mit Hilfe von Computern können sie als virtuelle Rekonstruktion zum Klingen gebracht werden. So wie das Epigonion, das Francesco De Mattia vom Conservatorio di Musica di Salerno und seine Mitarbeiter jetzt vorstellten. Die Harfe ist auf griechischen Vasenbildern zu sehen und in historischen Dokumenten beschrieben. So berichtet der griechische Autor Athenaeus um 200 n.Chr., dass der Musikant das 40-saitige Epigonion mit beiden Händen spielte und mit sanft gezupften Tönen den eigenen Gesang unterstrich. Die Wissenschaftler erstellten im Computer ein virtuelles Epigonion und berechneten auf der Basis der physikalischen Eigenschaften die Klangeigenschaften. Das Ergebnis: ein vierstimmiges Musikstück von einer halben Minute Länge, welches man sich hier anhören kann (MP3; Link öffnet sich in einem neuen Browserfenster).
Präkolumbische Siedlungen im dichten Amazonas-Regenwald
Bereits vor der Ankunft der ersten Europäer gab es am Amazonas eine städtische Zivilisation: in der oberen Xingu-Region am brasilianischen Amazonas hat ein Forscherteam Spuren von Siedlungen, Straßennetzen und einer halbintensiven Landnutzung gefunden, die Anzeichen für eine gut organisierte Gesellschaft sind. Die Funde deuten auf ein hierarchisch gegliedertes Netzwerk aus Siedlungen hin, das auf ein politisches, rituelles Zentrum ausgerichtet war. Die größten dieser stadtähnlichen Siedlungen waren umgeben von einem ein bis drei Meter tiefen und fünf bis zehn Meter breiten Graben, der sich auf bis zu zwei Kilometer erstrecken konnte. Die Siedlungen wurden außerdem mit Wällen geschützt, die mit hölzernen Palisaden bestückt waren.
Amazonas-Völker bauten Städte im Urwald
‚Pristine‘ Amazonian region hosted large, urban civilization, study finds
Pre-Columbian Urbanism, Anthropogenic Landscapes, and the Future of the Amazon
