Kerne von Eisen-60 enthalten vier Neutronen mehr als das „normale“ Eisen und zerfallen unter Aussendung eines Elektrons zu Kobalt-60. Wie rasch dieser Zerfall geschieht, war bisher nur ungefähr bekannt.
Physikern um Georg Rugel vom Exzellenzcluster Universe an der TU München und Michael Wohlmuther vom Schweizer Paul-Scherrer-Institut ist es nun gelungen, die Halbwertszeit des radioaktiven Isotops Eisen-60 genauer als je zuvor zu bestimmen: mit 2,6 Millionen Jahren liegt sie deutlich über dem bisher bekannten Wert von 1,5 Millionen Jahren.
Angesichts dieses Resultats müssen einige Annahmen über die Entstehung des Sonnensystems möglicherweise korrigiert werden. So liefert die Strahlung des unmittelbaren Zerfallsproduktes Kobalt-60 Hinweise über die Entstehung schwerer Elemente in den massereichen Sternen der Milchstraße. Die Zerfallsreihe des Eisenisotops führt über Kobalt-60 zum stabilen Element Nickel-60, dessen Häufigkeit in Meteoritengestein Aufschlüsse über die Frühgeschichte des Sonnensystems zulässt. In jener Phase konnte Eisen-60 gemeinsam mit anderen radioaktiven Elementen als Wärmequelle im Inneren der neu entstehenden Planeten agieren und so deren Beschaffenheit entscheidend beeinflussen. Das Vorhandensein von Eisen-60 können sich Astronomen allerdings nur durch ein externes Ereignis erklären, etwa eine nahe Supernova, deren ausgeworfenes Material sich mit dem Gas des gerade entstehenden Sonnensystems vermischte.
Universe Cluster: Half-life of iron-60 surprises researchers
