
Trifidnebel (Bild: ESO)
Die Europäische Südsternwarte (ESO) hat gestern eine neue, spektakuläre Aufnahme des Trifidnebels (M20) veröffentlicht. Das gestochen scharfe Porträt dieses etwa 5.200 Lichtjahre entfernten Objekts wurde mit der Weitwinkelkamera am 2,2-Meter-Teleskop der Sternwarte in La Silla/Chile erstellt.
Der bläuliche Teil oben links ist ein Reflexionsnebel. Er streut das Licht naher, in M20 geborener Sterne. Darunter, im rötlichen Bereich, wird ionisierter Wasserstoff von hunderten sengend heißer junger Sterne aufgeheizt. Vor diesem fein verteilten Glimmen befindet sich ein Dunkelnebel aus kaltem Gas und Staub, der das Herz der „Sternenfabrik“ in vermeintlich drei Teile aufteilt. Aufgrund dieser Dreiteilung hatte John Herschel, der Sohn Wilhelm Herschels, den Nebel „Trifid Nebula“ getauft – nach dem lateinischen Wort „trifidus“ für dreigeteilt.
M20 wurde vermutlich erstmals im Jahre 1747 vom französischen Astronomen Guillaume Le Gentil während seiner Beobachtung des Lagunennebels (M8) gesichtet und dann im Jahr 1764 von seinem Landsmann Charles Messier wiederentdeckt, der das Objekt als Nummer 20 in seinen berühmten Katalog aufnahm.
