Neue Erkenntnisse zur Entwicklung des Erdtrabanten

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat die ältesten Zirkone vom Mond entdeckt, die bislang gefunden wurden. Anhand dieser Kristalle ist es den Forschern gelungen, wichtige neue Erkenntnisse zur Entwicklungsgeschichte des Erdtrabanten zu enthüllen. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“.
Thorsten Geisler-Wierwille vom Institut für Mineralogie der Universität Münster und seine Kollegen aus Australien und den USA untersuchten in ihrer neuen Studie winzige Zirkonkristalle. Diese stammen aus Mondgestein, das vor 36 Jahren bei der Apollo-17-Mission eingesammelt worden war. Mit Hilfe moderner mikroanalytischer Verfahren und der „Uran-Blei-Datierung“ haben die Wissenschaftler zunächst das Alter der Kristalle bestimmt. Der älteste entdeckte Zirkon ist demnach vor 4,417 Milliarden Jahren entstanden. Diese sehr präzise Bestimmung des Alters ermöglichte es den Wissenschaftlern dann erstmals, die Kristallisations- bzw. Abkühlungsgeschichte des Magma-Ozeans auf dem Mond genauer zu rekonstruieren. Die Kristallisation von Zirkon im Mondmagma weist nach Angaben der Forscher darauf hin, dass zu diesem Zeitpunkt nur noch eine kleine Menge an Magma vorhanden war. Das Fazit der Wissenschaftler: etwa 100 Millionen Jahre nach der Bildung des Mondes war nahezu der gesamte Magma-Ozean erstarrt.
Geisler-Wierwille hat schon einmal mit der Entdeckung besonders alter Kristalle für Schlagzeilen gesorgt: zusammen mit Martina Menneken vom Institut für Mineralogie gehörte er zu einem Forscherteam, das im Jahr 2007 die ältesten Diamanten der Welt gefunden hatte.

Timing of crystallization of the lunar magma ocean constrained by the oldest zircon

1 Response

  1. Gunnar sagt:

    Ich mach‘ drei Kreuze, dass Thorsten Geisler jetzt den Weg nach Hamburg (zurück) gefunden hat. Mal sehen, was da noch so alles von ihm kommt.