Würde man die vier inneren Planeten des Sonnensystems nebeneinanderlegen, so ergäbe sich eine fast symmetrische Anordnung: die zwei großen Planeten Venus und Erde werden von den kleineren Geschwistern Merkur und Mars eingerahmt. Diese Reihenfolge ist kein Zufall, wie der Astronom Bradley Hansen von der University of California in Los Angeles auf der 213. Tagung der American Astronomical Society im kalifornischen Long Beach berichtete. Hansen simulierte die Entstehung von terrestrischen Planeten aus einem schmalen Staubring um einen jungen Stern. In seinen Computermodellen bildeten sich in der Regel zwei größere Planeten am inneren und äußeren Rand der Trümmerscheibe. Auch kleinere Planeten wuchsen in dieser Umgebung heran. Früher oder später kollidierten diese Planeten-Embryonen jedoch mit anderen herumschwirrenden Brocken und zerbarsten. Doch Hansens Simulationen zeigten auch, dass die Mini-Planeten das gefährliche Bombardement zuweilen überlebten, und zwar dann, wenn sie durch die Schwerkraft ihrer größeren Geschwister auf stabile Bahnen außerhalb der Trümmerzone katapultiert wurden. Dort konnten sie nicht mehr zu größeren Planeten heranwachsen. Dadurch ergaben sich schließlich ähnliche Konstellationen wie in unserem Sonnensystem – mit zwei großen Planeten in der Mitte und zwei kleinen am Rand.
In einem Durchlauf der Computersimulation kollidierte einer der großen Planeten mit einem der Mini-Planeten. Bei einem ganz ähnlichen Zusammenstoß ist nach heutigen Erkenntnissen der Erdmond entstanden.
The Dynamical Origin Of Mercury And Mars
Schaubild: innere Struktur und Größenvergleich der terrestrischen Planeten unseres Sonnensystems
