Alter Einschlag vergiftet Grundwasser

Einschläge von Meteoriten werden häufig mit immensen Druckwellen und Staubwolken in Verbindung gebracht, die ganzen Kulturen den Untergang bringen können. Die Effekte können jedoch auch sehr viel subtiler sein. Das demonstriert die Arbeit des Geowissenschaftlers Matthew Leybourne vom neuseeländischen Forschungsinstitut GNS Science. Ein vor etwa 220 Millionen Jahren erfolgter Meteoriteneinschlag in Kanada wirkt sich demnach noch heute auf die Chemie des örtlichen Grundwassers aus. Insbesondere die hohen Fluoridgehalte im Grundwasser in der kanadischen Provinz Manitoba lassen sich auf diese Weise erklären, schreibt der Forscher im Fachmagazin „Geology“. So ist das Grundwasser in der kleinen Ortschaft Gypsumville nahe des Lake St. Martin sowie in der näheren Umgebung sehr salz- und sulfathaltig, weist einen hohen pH-Wert auf und enthält bis zu 15,2 Milligramm Fluorid pro Liter – zehnmal mehr als in Kanada oder Deutschland eigentlich erlaubt ist. Solches Trinkwasser greift auf Dauer den Zahnschmelz an und führt zur Gelenkversteifung und neurologischen Problemen. Als Ursache vermutet Leybourne ein verhängnisvolles Wechselspiel zwischen der jüngeren Füllung des Einschlagkraters und dem alten, beim Einschlag zerschmetterten Granit und Kalkstein. Wenn Regenwasser durch das jüngere Gestein sickert, verwandelt es sich in eine schwache, sulfat- und karbonathaltige Lauge. Kommt diese schließlich mit dem besonders porösen Granit in Kontakt, kann sie daraus per Ionenaustausch reichlich Fluorid- und andere Ionen lösen.

GNS Science

Earth Impact Database: Saint Martin

Manicouagan Impact Structure, Quebec