Stardust besucht Tempel 1, Deep Impact den Kometen Boethin.
Vor zwei Jahren feuerte die NASA-Sonde Deep Impact ein Kupfergeschoss in den Kometen Tempel 1 und sorgte damit für eine gewaltige Detonation auf dem kilometergroßen Klumpen aus Eis und Gestein. Eigentlich sollte die Sonde danach in den Krater blicken, um mehr über die Struktur des Kometen zu erfahren. Doch die Trümmerwolke war so dicht, dass es nicht dazu kam. Nun soll die Raumsonde Stardust diesen Job übernehmen. Stardust flog im Januar 2004 am Kometen Wild 2 vorbei, sammelte dabei Tausende Staubpartikel ein und brachte diese, verschlossen in einer Landekapsel, zur Erde zurück. Da nur wenige Kurskorrekturen nötig waren, befindet sich nach der eigentlichen Mission von Stardust noch genügend Treibstoff im Tank. Mit dem Namenszusatz NExT (für „New Exploration of Tempel 1“) soll die Sonde den Kometen Tempel 1 im Jahr 2011 erreichen. Bis dahin wird sich der vom Deep Impact-Projektil aufgewirbelte Staub gelegt haben und die Sicht auf den Krater freigeben. Die Kosten für dieses „Missionsrecycling“ betragen weniger als 15 Prozent derjenigen einer komplett neuen Raumsonde.
Auch Deep Impact wird mit weiteren Missionen betraut: zum einen wird die Sonde im Dezember 2008 am Kometen Boethin vorbeifliegen und seinen Kern aus der Nähe untersuchen (DIXI = Deep Impact eXtended Investigation of Comets), zum anderen werden die Kameras an Bord die bekannten Gasriesen benachbarter Sterne beobachten und dort nach Monden oder Ringen suchen (EPOCh = Extrasolar Planet Observations and Characterization).
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