Solscape

Historische Bilder der NASA auf Flickr

Auf der Online-Fotoplattform Flickr hat die NASA jetzt historisches Bildmaterial veröffentlicht.
Die Fotos sind thematisch in drei Alben aufgeteilt: „Building NASA“ präsentiert Fotos vom Aufbau der NASA selbst, „Launch/Takeoff“ zeigt u.a. Raketenstarts, „NASA Center Namesakes“ fungiert als eine Art Ruhmeshalle für die Gründer und weitere große Persönlichkeiten aus der Geschichte der NASA.
Künftig sollen die nun veröffentlichten Alben mit weiteren Bildergalerien ergänzt werden.

Flickr: Fotostream von NASA on The Commons

Mars Express: Orcus Patera

Die geologische Struktur Orcus Patera in Echtfarben,
aufgenommen von der Raumsonde Mars Express.
Norden ist rechts.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Zwischen den gewaltigen Marsvulkanen Olympus Mons und Elysium Mons befindet sich die merkwürdige geologische Struktur Orcus Patera. Dabei handelt es sich um eine ellipsenförmige Vertiefung mit einer Ausdehnung von 380 Kilometern Länge und 140 Kilometern Breite, die sich etwa in Nord-Süd-Richtung erstreckt. Der Rand dieser sog. Depression erhebt sich bis zu 1.800 Meter über das nördliche Tiefland des Mars; der Boden von Orcus Patera liegt zwischen 400 und 600 Meter unterhalb der Umgebung.
Der Begriff Patera (Plural: Paterae) wird verwendet für komplexe oder irregulär geformte Krater mit einem geringen topographischen Relief. Die meisten dieser Paterae sind durch Vulkanismus entstanden, wie zum Beispiel Hadriaca Patera und Tyrrhena Patera am nordöstlichen Rand des großen Einschlagsbeckens Hellas auf der Südhalbkugel des Mars.
Die Entstehung von Orcus Patera ist jedoch noch unklar. Neben Vulkanismus gibt es zwei weitere Annahmen, wie diese Depression entstanden sein könnte. Zum einen ist Orcus Patera als ein großer, deformierter Impaktkrater betrachtet worden. Aber auch die Erosion von Kraterrändern zweier oder mehrerer eng aneinander grenzender oder sich überlappender Impaktkrater wird diskutiert. Zum anderen wird diese Depression auch auf Druckspannungen in der Marskruste zurückgeführt und als große tektonische Kompressionsstruktur interpretiert.
Dass tektonische Kräfte bei der heutigen Ausprägung von Orcus Patera eine bedeutende Rolle gespielt haben, kann man sehr gut an zahlreichen fast geradlinigen, bis zu zweieinhalb Kilometer breiten und mehrere hundert Meter tiefen Gräben erkennen, welche die Ränder der Struktur durchschneiden. Diese Gräben verlaufen nahezu in Ost-West-Richtung, was bedeutet, dass die Kruste in Nord-Süd-Richtung gedehnt wurde.

Mars’s mysterious elongated crater

Neue Methode zur Bestimmung von Planetenmassen im Sonnensystem

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von David Champion vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie hat eine neue Methode erarbeitet, um Planeten im Sonnensystem zu wiegen und ihre Masse über die Auswertung der Radiosignale von Pulsaren zu bestimmen. Radiodaten von insgesamt vier Pulsaren sind dazu verwendet worden, die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn inklusive ihrer Monde und Ringsysteme zu wiegen. Das neue Messverfahren ist auf 0,03 Promille der Erdmasse oder ein Zehnmillionstel der Masse von Jupiter genau (das entspricht freilich einer Gesamtmasse von 200 Billiarden oder 2 x 10^17 Tonnen). Die Ergebnisse sind in einem Artikel für die Fachzeitschrift „Astrophysical Journal“ beschrieben. Der Artikel kann hier abgerufen werden.

Weiter in der Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie:
Planeten wiegen – von Merkur bis Saturn

Schon wieder ein Feuerball in Jupiters Atmosphäre beobachtet

Aufnahme des Einschlagblitzes vom 20. August 2010.
(Masayuki Tachikawa)
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Denkt ihr manchmal auch noch an die Zeit zurück, als der einzig bekannte und von Astronomen beobachtete Einschlag auf Jupiter der des Kometen Shoemaker-Levy 9 war?
Nun, diese „beschauliche“ Zeit können wir wohl endgültig zu den Akten legen.
Im vergangenen Juli fand der Amateurastronom Anthony Wesley einen dunklen Fleck in Jupiter’s südlicher Hemisphäre. Wie sich herausstellte, war dort ein etwa 500 Meter durchmessender Asteroid eingeschlagen.
Dann, am 3. Juni diesen Jahres, konnten Anthony Wesley und Christopher Go den Feuerball eines Impaktereignisses in der oberen Atmosphäre des Jupiter beobachten.
Jetzt ist es wieder passiert. Am Freitag, den 20. August 2010 um 18:22 Uhr UTC beobachtete der japanische Amateurastronom Masayuki Tachikawa einen Feuerball in der nördlichen Hemisphäre des Jupiter. Höchstwahrscheinlich ist auch hier wieder ein Asteroid oder Komet in den oberen Wolkenschichten des Gasriesen verglüht.
Einen detaillierten Bericht über die Entdeckung findet man auf der japanischen ALPO-Webseite (für die englische Beschreibung der Beobachtung muss man auf der Seite nach unten scrollen).
Die japanische ALPO-Webseite hat auch Bilder aus der Zeit nach dem Impaktereignis online gestellt. Bisher gibt es offenbar keinen Beleg für eine Einschlagnarbe.

Another Flash on Jupiter!

Unser Sonnensystem in 30 Megapixeln

Ausschnitt aus einer 30 Megapixel großen Grafik unseres Sonnensystems. (Licoti)


Der französische Künstler Licoti hat eine atemberaubende Grafik unseres Sonnensystems kreiert. Das Bild oben zeigt nur einen verkleinerten Ausschnitt des insgesamt 30.000 x 1.000 Pixel und 18 MB umfassenden Wunderwerks, das der Künstler nun auch unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlichte. Die vollständige Datei könnt ihr hier herunterladen.
Darüber hinaus könnt ihr mittels des folgenden Videos in die „unendlichen Weiten“ dieser tollen Grafik eintauchen:

Was zur Hölle haben wir uns dabei nur gedacht?

Ort und Zeitpunkt aller 2.053 Kernwaffenexplosionen der Jahre zwischen 1945 und 1998 zeigt dieser beeindruckende und bedrückende Film des japanischen Künstlers Isao Hashimoto. Nach einem zögerlichen Beginn steigert sich das Blinken, von dem jedes einzelne für eine Kernwaffenexplosion steht, zu einem bald unaufhörlichen Stakkato – ein Sinnbild für das nukleare Wettrüsten des Kalten Krieges. Eine Sekunde im Film entspricht einem Monat in der Wirklichkeit.

Der erste Mensch auf dem Mond wird 80

Neil Armstrong
(Purdue News Service)
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Als erster Mensch auf dem Mond hat sich Neil Armstrong für immer einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Am 21. Juli 1969 betrat er den staubigen Boden des Erdtrabanten – mit dem linken Fuß zuerst und zögerlich – und sprach den berühmt gewordenen Satz „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“. In der Tat, mit der Eroberung des Mondes erfüllte Armstrong der Menschheit einen ihrer größten Träume. Weltweit verfolgten über 500 Millionen Zuschauer die Mondlandung gebannt vor den TV-Geräten.
Armstrong wurde am 5. August 1930 auf einer Farm bei Wapakoneta im US-Bundesstaat Ohio geboren und interessierte sich schon früh für die Fliegerei. Im Alter von sechs Jahren war er erstmals mit einer kleinen Propellermaschine in der Luft. Als er 15 war, jobbte er regelmäßig, um sich seine Flugstunden finanzieren zu können. Mit 16 hatte er seinen Pilotenschein – noch vor dem Führerschein. Nach seinem Highschool-Abschluss bekam er ein Stipendium der US Navy und studierte Luftfahrttechnik an der Purdue University. Im Januar 1949 zog ihn die Navy zum Militärdienst ein und bildete ihn zum Kampfpiloten aus. Im Korea-Krieg flog Armstrong 78 Einsätze, meist Aufklärungsflüge. Einmal rettete ihm dabei der Schleudersitz das Leben. Nach dem Krieg wurde Armstrong Testpilot für die Raketenflugzeuge Bell X-1 und North American X-15. Im September 1962 präsentierte ihn die US-Weltraumbehörde NASA als einen von insgesamt neun ihrer zukünftigen Raumfahrer. Als Kommandant der „Gemini 8“ meisterte er im März 1966 erstmals das erfolgreiche Ankoppeln einer Raumkapsel an einen Satelliten. „Gemini 8“ geriet dabei stark ins Taumeln und musste im Pazifik notwassern. Drei Jahre danach ging ein Traum in Erfüllung: der damals 38-jährige Armstrong leitete die Mondlandungsmission „Apollo 11“.
Nach dem Ausscheiden aus der NASA lehrte Armstrong von 1971 bis 1979 als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Cincinnati. Es folgten Ämter in der Wirtschaft, er gründete auch eigene Firmen und brachte es dabei zum Millionär. Von 1985 bis 1986 war Armstrong in der nationalen Kommission für Raumfahrt und wurde 1986 als zweiter Vorsitzender in die Kommission zur Untersuchung der Challenger-Katastrophe berufen.
Trotz des anhaltenden Interesses an seiner Person lebt Armstrong heute recht zurückgezogen auf einer Farm nahe Lebanon, Ohio. Bei seinen seltenen öffentlichen Auftritten macht er sich nach wie vor für die bemannte Raumfahrt stark, insbesondere für eine bemannte Mars-Mission.

Happy Birthday, Neil Armstrong!

Stärke und Struktur des Magnetfelds verschmelzender Neutronensterne

Die vielleicht faszinierendste Frage beim Schicksal zweier verschmelzender Neutronensterne ist, ob hierbei extreme Magnetfelder von mehr als 1.000 Billionen (1015) Gauss entstehen können und in welchem Ausmaß sie die Eigenschaften dieser Objekte beeinflussen. Durch Simulationen der Bedingungen, die in diesen Verschmelzungen herrschen, haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) und der Universität von Valencia die mögliche Stärke des Magnetfelds und seine Struktur abgeschätzt.

Weiter im Artikel des Max-Planck-Instituts für Astrophysik:
Magnetfelder in verschmelzenden Neutronensternen

Blitze in Zeitlupe

Blitze über Rapid City im US-Bundesstaat South Dakota, aufgenommen mit 9.000 Bildern pro Sekunde (oder 300-facher Verlangsamung).

Komet kollidierte mit dem Planeten Neptun

Ein Komet könnte vor etwa 200 Jahren den Planeten Neptun getroffen haben. Dafür spricht die Verteilung von Kohlenmonoxid in der Atmosphäre des Gasriesen, die eine Forschergruppe – darunter Wissenschaftler des französischen Observatoriums LESIA in Paris, vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau und vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching – jetzt untersucht hat. Die Forscher werteten dazu Messungen des Infrarot-Weltraumteleskops Herschel aus, das seit Mai 2009 in ungefähr 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde um die Sonne kreist.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Kometeneinschlag auf Neptun –
Beobachtungen des Weltraumobservatoriums Herschel deuten auf einen Aufprall vor einigen hundert Jahren hin

First results of Herschel-PACS observations of Neptune

Siehe auch:
Comet strike could explain Neptune’s air