Kategorie: Forschung & Technik

Röntgenstrahlung macht Fossilien in Bernstein sichtbar

Bernstein enthält ja sehr oft Schnappschüsse längst vergangener Ökosysteme, ist allerdings nicht immer transparent. Mit Hilfe einer ausgefeilten Röntgentechnik ist es französischen Forschern nun gelungen, auch die undurchsichtige Variante des versteinerten Baumharzes zu durchleuchten. Auf diese Weise konnten sie in zwei Kilogramm Material nicht weniger als 356 Gliederfüßer aus der Zeit der Dinosaurier aufspüren.
ESRF X-rays reveal clues about life 100 million years ago trapped in opaque amber

Siehe auch:
Solscape – Fossile Federn im Bernstein

Solscape – Forscher durchleuchten Bernstein-Spinne

Erstmals Bewegung von Elektronen gefilmt

Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, Schnappschüsse von Elektronen zu erstellen. Der kurze Film zeigt die Verteilung ihrer Energie, nachdem sie von einem Heliumatom entfernt wurden. Möglich wurden die Aufnahmen mit Hilfe einer neu entwickelten Stroboskop-Technik, bei der Pulse intensiven Laserlichts im Attosekundenbereich erzeugt werden.
Filmaufnahme der Elektronen: Attosecond Physics & High-Order Harmonic Generation

Coherent Electron Scattering Captured by an Attosecond Quantum Stroboscope

Komplettes Erbgut eines Bakteriums nachgebaut

Das Chromosom eines Bakteriums haben Forscher um den US-amerikanischen Genetiker Craig Venter nachgebaut. Wie sie im Fachmagazin „Science“ berichten, gelang ihnen die komplette Rekonstruktion des Genoms des Bakteriums Mycoplasma genitalium aus synthetisch hergestellten Bausteinen. Das Bakterium wurde ausgewählt, weil es mit nur rund 580.000 Basenpaaren über ein sehr kleines Erbgut verfügt. Ziel der Forscher ist es nun, das künstliche Chromosom in eine Zelle einzupflanzen und so zum Leben zu erwecken – ein Schritt, dem allerdings noch viele Hürden im Weg stehen.
Venter Institute Scientists Create First Synthetic Bacterial Genome

Ein Bildschirm fürs Auge

Kontaktlinsen könnten in Zukunft nicht nur zur Korrektur der Sehfähigkeit ihres Trägers eingesetzt werden, sondern auch als eine Art virtuelles Display direkt im Auge. Diese Vision schwebt zumindest amerikanischen Forschern vor, denen nun ein erster Schritt in Richtung einer solchen Technologie gelungen ist: sie haben eine flexible, transparente Kunststofflinse hergestellt, in die elektronische Schaltkreise sowie Leuchtdioden eingebettet sind. Zwar kann der Prototyp noch keine Bilder erzeugen, er demonstriert aber, dass es prinzipiell möglich ist, die nötigen Komponenten zu kombinieren.

Contact lenses with circuits, lights a possible platform for superhuman vision

Big Bang 2.0

Dr. Brian Cox takes us on a tour of the Large Hadron Collider at CERN in Geneva – the biggest, most complicated machine ever built. Once switched on, it will allow scientists to recreate the conditions that existed in the first moments after the Big Bang. Cox and other CERN scientists explain what results they hope will emerge from the most exciting scientific experiment of our time.

Auf die Pelle gerückt: menschliche Hautzellen in 3D

Die Haut ist mit bis zu zwei Quadratmetern Fläche das größte Organ des Menschen. Für den Zusammenhalt dieses weitläufigen Zellverbundes sorgen sog. Cadherine. Diese Proteine heften benachbarte Zellen aneinander. Wie sie das tun, war bisher allerdings unbekannt. Deshalb haben Forscher um Achilleas Frangakis vom Europäischen Molekularbiologischen Labor in Heidelberg die Struktur der Haut mittels Kryoelektronentomographie auf molekularer Ebene analysiert. Dabei wurden von eingefrorenen Hautproben elektronenmikroskopische Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln angefertigt und am Computer zu einer dreidimensionalen Ansicht zusammengefügt. Dank der so erreichten Detailschärfe lässt sich bei Hautzellen die Wechselwirkung zwischen den Cadherinen nun direkt beobachten. Man sieht, wie die Proteine fadenartig aus der Zellmembran herausragen und sich wie bei einem Klettverschluss ineinander verhaken.
The closest look ever at native human tissue

Abstract: The molecular architecture of cadherins in native epidermal desmosomes

Calcium-Feuerwerk in Zeitlupe

Es geschieht in wenigen Millisekunden: Zellen schütten den Botenstoff Calcium aus Speichern in ihrem Inneren aus und übermitteln damit lebenswichtige Signale an Proteine innerhalb der Zelle – z.B. für die Muskelbewegung. Durch die Kombination modernster Laser-Mikroskopie mit einer Hochgeschwindigkeitskamera haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg nun erstmals die extrem kurzlebige Calcium-Ausschüttung in ihrem zeitlichen Verlauf und ihrer räumlichen Ausdehnung sichtbar gemacht.
Feuerwerk in Zeitlupe

Radio im Nano-Format

Nanoröhrchen haben großes Potenzial. Da die winzigen Zylinder aus aufgerolltem Kohlenstoff äußerst stabil sind und zuverlässig Strom leiten, eignen sie sich zum Beispiel als winzige Elektronikbausteine. Alex Zettl und seine Mitarbeiter an der Universität von Kalifornien in Berkeley sind nun sogar noch einen Schritt weiter gegangen: aus einem einzigen Nanoröhrchen konstruierten sie ein voll funktionsfähiges Radio. Bei Tests empfing es vom anderen Ende des Labors gesendete Musik.
Das Gerät enthält in einem evakuierten Gefäß ein Kohlenstoffröhrchen mit einer Länge von einigen hundert und einem Durchmesser von etwa zehn Nanometern. Dieses Röhrchen ist mit einem Ende an der negativen Elektrode einer Batterie befestigt. Dadurch lädt es sich elektrisch auf. Als Folge davon reagiert das andere, freie Ende auf Radiowellen und beginnt mit der entsprechenden Frequenz zu vibrieren. Dicht neben ihm ist eine positive Gegenelektrode angebracht. Auf sie können Elektronen von dem Nanoröhrchen durch das Vakuum hindurch überspringen. Die Stärke dieses Feldemissionsstroms variiert dabei im selben Takt, wie die Röhrchenspitze schwingt, weil sich mit den Vibrationen der Abstand zur Anode ändert. Somit werden die Radiowellen in elektrische Signale umgewandelt, die sich auf einen Kopfhörer übertragen lassen, wo sie als Töne hörbar sind.
Über die angelegte Spannung lässt sich die Steifigkeit des Nanoröhrchens beeinflussen und damit auch der Resonanzbereich verschieben. Auf diese Weise gelingt ein Wechsel der Empfangsfrequenz. Damit fungiert das Gerät als Antenne, Tuner und Verstärker zugleich.
Nanotube Radio: Supplementary materials