Staublawinen auf dem Roten Planeten

Hochaufgelöstes Farbbild
der Staublawine vom 12. Januar 2010.
(NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)
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Der seit 2006 den Mars umkreisende Mars Reconnaissance Orbiter späht mit HiRISE, einer hochauflösenden Spezialkamera, auch nach jahreszeitlichen Veränderungen auf dem Roten Planeten.
Am 19. Februar 2008 lichtete die Kamera zufällig vier Staublawinen ab, die einen 60 Grad steilen, etwa 760 Meter hohen Abhang am Rand der nordpolaren Eiskappe hinuntergestürzt waren. Eine dieser Staublawinen hatte eine 180 Meter breite und 190 Meter lange Wolke aus Schutt und Eis hervorgerufen, die auf den Bildern deutlich zu sehen war. Damit hatte der Mars Reconnaissance Orbiter erstmals ein Naturereignis auf dem Mars quasi in Echtzeit dokumentiert.
Am 12. Januar 2010 ist es HiRISE nun erneut gelungen, eine Staublawine auf dem Mars zu fotografieren.
Die Nordpolkappe des Mars besteht aus Kohlendioxid- und Wassereis mit geringen Beimengungen Staub. Da auf der Nordhalbkugel des Mars gerade der Frühling beginnt, erwärmt sich die Polkappe. Die Staublawinen werden höchstwahrscheinlich durch die Sublimation des in der Nordpolkappe enthaltenen Kohlendioxideises ausgelöst.

HiRISE – Test Geographic Extent of Frost-Dust Avalanches on North Polar Scarps (ESP_016228_2650)

HiRISE – Caught in Action: Avalanches on North Polar Scarps (PSP_007338_2640)

Eine der Staublawinen vom 19. Februar 2008
in einer 3D-Ansicht.
(NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Bernhard Braun)
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