
Die expandierende Materiehülle um V445 Puppis,
aufgenommen im März 2005.
(ESO/P.A. Woudt)
Mit Hilfe des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) ist es Astronomen erstmals gelungen, einen Zeitrafferfilm der von einem Stern ausgestoßenen Materie zu erstellen.
Der Stern V445 Puppis im Sternbild Achterdeck des Schiffs in etwa 25.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde hatte über längere Zeit Materie eines nahen Begleitsterns eingesogen. Im November 2000 stieg die Helligkeit von V445 Puppis plötzlich auf das 250-fache an und der Stern schleuderte in einer sog. Nova-Explosion große Mengen an Materie in den Weltraum. Die expandierende, zweigeteilte Materiehülle, die sich mit einer Geschwindigkeit von rund 24 Millionen Kilometern pro Stunde nach außen bewegt, konnten die Astronomen im Verlauf von zwei Jahren mit dem NACO-Instrument am VLT verfolgen.
Bei V445 Puppis handelt es sich um einen sog. Weißen Zwerg. Weiße Zwerge stellen das Endstadium von Sternen dar, deren ursprüngliche Masse nicht mehr als einige Sonnenmassen betrug. Ein Weißer Zwerg ist die ausgebrannte Kernregion eines solchen Sterns, die zurückbleibt, wenn der Stern gegen Ende seines Lebens seine äußere Hülle abstößt. Die abgestoßene Hülle wird dabei zu einem sog. Planetarischen Nebel, der den Sternenrest umgibt. Weiße Zwerge bestehen im Wesentlichen aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Übersteigt die Masse eines Weißen Zwergs den physikalischen Grenzwert von knapp 1,4 Sonnenmassen – sei es, weil der Weiße Zwerg die Materie eines Begleitsterns aufsaugt, oder weil er mit einem anderen Weißen Zwerg verschmilzt – dann wird der Stern zu einer Fusionsbombe, in der Kohlenstoff und Sauerstoff explosiv verschmelzen.
The expanding shell around V445 Puppis – Videos
