Die im Zentrum der Galaxien liegenden Schwarzen Löcher sind offenbar älter als die sie umkreisenden Sterne, Planeten und Staubwolken. Diese These wird durch Messungen hochempfindlicher Großteleskope untermauert, die ein internationales Forscherteam nun bei der Konferenz der American Astronomical Society im kalifornischen Long Beach vorstellte. Die Wissenschaftler, darunter auch Forscher des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn, untersuchten die erste Zeitphase nach Entstehung des Universums. Mit Hilfe hochempfindlicher Radioteleskope wie dem Very Large Array (VLA) in den USA und dem Interferometer auf dem Plateau de Bure in den französischen Alpen erforschten sie die Entwicklung der Masse von Schwarzen Löchern und der sie umgebenden Galaxien. Die Masse im Zentralbereich einer Galaxie ist nach bisherigen Erkenntnissen etwa 700 bis 1.000 Mal so groß wie die Masse des Schwarzen Lochs. Diese Relation gilt über einen weiten Größen- und Altersbereich von Galaxien. Den Forschern gelang es nun, die Masseverhältnisse mehrerer Galaxien und ihrer schwarzen Löcher in den jungen Jahren des Universums zu bestimmen. Die Messungen zeigten, dass die Masse der Schwarzen Löcher zu dieser Zeit sehr viel größer gewesen ist. Dies bedeutet, dass sich die Schwarzen Löcher schon bildeten, bevor die Galaxien entstanden.
