Neutronenstern mit "Übergewicht"

Die Asche ausgebrannter Sterne ist vielleicht zäher als gemeinhin angenommen. Eine amerikanisch-niederländische Astronomengruppe hat ermittelt, dass es ein ferner Neutronenstern auf eine Masse von gut 1,9 Sonnenmassen bringen dürfte. Der Wert liegt deutlich oberhalb des für einen Neutronenstern typischen Werts und hart an jener Schwelle, bei der einige Theorien den Kollaps zu einem Schwarzen Loch voraussagen.
Wenn ein Stern seinen Brennstoff aufgebraucht hat, hängt sein weiteres Schicksal von der verbliebenen Masse ab. Beträgt sie mehr als das 1,4-fache der Sonnenmasse, kollabiert sie unter ihrem eigenen Gewicht zu einem extrem dichten Neutronenstern. Ab einer gewissen Schwelle erwarten Astrophysiker sogar den Kollaps zu einem Schwarzen Loch. Wo genau diese kritische Schwelle liegt, ist jedoch nicht ganz klar. Je nachdem, welche Eigenschaften man der exotischen Materie in einem Neutronenstern zuschreibt, könnte sie etwas unter 2 Sonnenmassen liegen oder etwas über 3 Sonnenmassen.
Paulo Freire vom Arecibo Observatory und seine Kollegen studierten den Fall des Pulsars B1516+02B im Sternhaufen M5. Das Objekt besteht aus einem Neutronenstern, der von den Überresten eines kleinen Sterns umkreist wird, und alle 7,95 Millisekunden einen Strahlungsimpuls gen Erde ausstrahlt. Die Forscher analysierten das genaue zeitliche Muster dieser Pulse, wie es über einen Zeitraum von 18 Jahren mit dem großen Arecibo-Radioteleskop registriert worden war. Anhand dieser Daten konnten sie verfolgen, wie sich die Umlaufbahn des kleinen Begleiters allmählich verschob, und daraus letztlich auf die Masse des Neutronensterns schließen.

A Massive Neutron Star in the Globular Cluster M5

Super-Massive Neutron Stars

Supernovae, Neutron Stars & Pulsars