Sterne entstehen im Universum stets in großen Gruppen, in sog. Sternhaufen. Astronomen unterscheiden diese Gebilde nach Alter und Größe. Wie sich Sternhaufen aus interstellaren Gaswolken bilden und warum sie sich dann unterschiedlich entwickeln, das haben Forscher der Universität Bonn jetzt mit Hilfe von Computersimulationen herausgefunden. Sie lösten damit ein altes astronomisches Rätsel – die Frage nämlich, ob sich Sternhaufen in ihrem Aufbau voneinander unterscheiden.
Sterne und Sternhaufen entstehen aus der Verdichtung interstellarer Gaswolken. Innerhalb dieser Wolken bilden sich einzelne Klumpen, die sich unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft immer weiter zusammenziehen und schließlich zu Sternen werden. Ähnlich unserem Sonnenwind strahlen die Sterne starke Winde aus geladenen Teilchen aus. Diese fegen das übrig gebliebene Gas aus der Wolke heraus. Übrig bleibt ein Sternhaufen, der sich nach und nach auflöst, bis seine Sterne sich frei im interstellaren Raum bewegen.
Um das Entstehen und Vergehen von Sternenansammlungen besser verstehen zu können, haben Professor Pavel Kroupa und sein Kollege Holger Baumgardt ein Rechenprogramm entwickelt, das den Einfluss des im Haufen verbliebenen Gases auf die Bahnen der Sterne simuliert. Das Hauptaugenmerk der Forscher lag auf der Frage, wie die anfänglichen Bedingungen aussehen müssen, damit ein gerade entstandener Sternhaufen für längere Zeit überleben kann. Die Bonner Astronomen fanden dabei heraus, dass zu kleine Haufen sehr leicht durch die Strahlung ihrer Mitgliedssterne zerstört werden. Große und massereiche Sternhaufen haben dagegen deutlich bessere Überlebenschancen.
Baumgardt, H.; Kroupa, P.:A comprehensive set of simulations studying the influence of gas expulsion on star cluster evolution
Entwicklung von Sternhaufen aufgeklärt
31. Oktober 2007
