Ein Gürtel aus kleinen Monden

Das prächtige Ringsystem des Saturn geht auf die Zerstörung kleinerer Monde zurück. Für diese Theorie spricht nun auch die Entdeckung von acht Minimonden in einem der Saturnringe durch amerikanische, deutsche und finnische Forscher. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Minimonden um Bruchstücke größerer Objekte, die allmählich durch Kollisionen mit anderen Brocken zermahlen wurden und so den Ring auffüllten. Die kleinen Monde dürften bestenfalls 140 Meter messen, schätzen Miodrag Sremcevic von der University of Colorado und seine Kollegen in einem Artikel im Fachmagazin „Nature“. Für ihre Untersuchungen wertete die Gruppe Aufnahmen der Raumsonde Cassini aus. Auf den Bildern sind die Winzlinge selbst zwar nicht zu sehen, sie verraten sich jedoch durch propellerförmige Dichteschwankungen des Ringmaterials in ihrer Nähe. Sieben der acht Minimonde liegen im A-Ring, dem äußeren der beiden hellsten und größten Saturnringe. Während der Ring etwa 14.000 Kilometer breit ist, befinden sich die sieben in einem 3.000 Kilometer schmalen Gürtel. Sie könnten auf das Auseinanderbrechen eines gut zehn Kilometer großen Mondes zurückgehen, schätzen die Forscher anhand der Gesamtmasse der großen Objekte im betreffenden Gürtel. Monde ähnlichen Kalibers ziehen noch heute um den Saturn, beispielsweise Pan und Daphnis. Der achte Minimond kreist knapp außerhalb der Encke-Teilung, einer Lücke im A-Ring, um den Saturn. Erst im letzten Jahr war über die ersten vier „Propeller“ in dem Ringsystem berichtet worden. Eine weitere Studie über diese Objekte im A-Ring haben Carolyn Porco vom Space Science Institute in Boulder, Colorado, und ihre Kollegen kürzlich zur Begutachtung eingereicht.
New CU-Boulder Study Confirms First-Known Belt Of Moonlets In Saturn Rings

Propeller Belt

Ein Gürtel aus Minimonden

Four Propellers

The Alphabet Soup of Saturn’s Rings