Die Berliner Museumsinsel, die „Tempelstadt der Künste“, ist eine der größten Attraktionen der deutschen Hauptstadt. Hunderttausende besuchen jährlich den Pergamon-Altar und das Ischtar-Tor von Babylon – märchenhafte Orte wie aus Tausendundeiner Nacht.
Der preußische König Friedrich Wilhelm III. verfügte im Jahr 1810, eine öffentliche Kunstsammlung in Berlin anzulegen. 1830 wurde das von Karl Friedrich Schinkel erbaute Alte Museum eröffnet. Anschließend wurden das Neue Museum, die Nationalgalerie und das Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) verwirklicht. Als letzter und größter Neubau kam das Pergamon-Museum, das 1930 vollendet wurde, hinzu.
Die Sammlungen auf der Museumsinsel gestatten einen ausgiebigen Blick auf die Kunst von der Antike bis zum 19. Jahrhundert. Auf der Museumsinsel werden aber nicht nur großartige Sammlungen präsentiert, sondern die Gebäude ihrerseits spiegeln die Entwicklung der Institution „Museum“ wider: vom universalen Bildungsideal Wilhelm von Humboldts – veranschaulicht in Schinkels Altem Museum – bis zur wissenschaftlichen Rekonstruktion von Grabungsfunden, wie sie im Pergamon-Museum zu finden sind. Deshalb hat die UNESCO nicht die einzelnen Sammlungen, sondern das gesamte Ensemble der Museen im Jahr 1999 zum Weltkulturerbe erklärt.
Keine Frage, dass dies ein würdiger Ort für eine der Schönsten der Weltgeschichte ist: nach ihrer rund 60 Jahre dauernden „Auslagerung“ kehrte die viel bewunderte Büste der altägyptischen Königin Nofretete ins Alte Museum auf die Museumsinsel zurück. Hier ist sie endlich wieder vereint mit ihrem Gatten, dem Pharao Echnaton. Gemeinsam wartet das Paar, das vor über 3.000 Jahren in Stein geschnitzt wurde, auf seinen letzten Umzug: im Rahmen der vollständigen Neustrukturierung der Museen, die 2015 abgeschlossen sein soll, werden beide im Jahr 2009 ihren endgültigen Platz im Neuen Museum finden.
Masterplan Museumsinsel Berlin
visitBerlin.de – Die Büste der Nofretete im Chipperfield-Bau
