Ein Planetensystem kann nur dann entstehen, wenn sein Zentralgestirn fast zwei Lichtjahre von extrem heißen Nachbarsternen entfernt liegt, berechneten Astronomen. Andernfalls würden Winde und Strahlung dieser hellen Sterne die Staub- und Gasscheiben der kühleren Gestirne ins All blasen, bevor sich aus dem darin enthaltenen Material Planeten formen können.
Mit dem Infrarotteleskop Spitzer suchten Astronomen um Zoltan Balog von der University of Arizona in Tucson systematisch nach Gas- und Staubscheiben, die um junge Sterne mit bis zu zehn Sonnenmassen rotieren. Dazu begutachteten sie etwa tausend Gestirne im Rosetten-Nebel, einer 5.200 Lichtjahre entfernten Sternentstehungsregion. Waren die untersuchten Objekte weiter als 1,6 Lichtjahre von sog. O-Sternen, den massereichsten (mindestens die 20-fache Masse der Sonne) und heißesten Sternen (ein O-Stern mit der 50-fachen Masse der Sonne gibt etwa eine Million Mal so viel Energie ab wie unsere Sonne) im Universum, entfernt, besaß fast die Hälfte von ihnen Materiescheiben. Denselben Anteil beobachten Astronomen bei Sternen, die sich ungestört entwickeln. Lagen die Sterne allerdings innerhalb der Gefahrenzone, wiesen weniger als dreißig Prozent eine Materiescheibe auf. Hier verdampften Gas und Staub im Laufe von etwa einer Million Jahren durch die ultraviolette Strahlung des O-Sterns. Dessen Wind trug die aufgeheizte Materie dann ins All.
Die Studie hilft den Astronomen, Umgebungen im All zu finden, in denen sich bevorzugt Planeten bilden können. Planeten entstehen aus Masseverdichtungen in den Gas- und Staubscheiben um junge Sterne. Der uns nächste Stern, Proxima Centauri, liegt mehr als vier Lichtjahre entfernt und ist zudem masseärmer als die Sonne. Allerdings gehen manche Astronomen davon aus, dass auch die Sonne in der Nähe von O-Sternen geboren wurde und sich erst später aus der Gefahrenzone hinausbewegte.
Astronomen vermessen planetare Gefahrenzone
20. April 2007
