Staubscheiben um Weiße Zwerge

Im Jahr 1987 wurde bei der 500 Millionen Jahre alten Sternleiche G29-38 (ZZ Piscium) erstmalig eine Staubscheibe um einen Weißen Zwerg entdeckt. Spektren, die das Weltraumteleskop „Spitzer“ Ende November/Anfang Dezember 2004 aufgenommen hatte, wiesen dabei auf Spuren von Kometenmaterial hin: bei 10 Mikrometer zeigten sich Anzeichen von Silikatkörnern, die denen in Kometen glichen.
NASA’s Spitzer Finds Possible Comet Dust Around Dead Star
18 Jahre nach dieser Entdeckung wurde ein weiteres Exemplar einer Staubscheibe gefunden: um den Weißen Zwerg GD 362.
A Dusty Disk Around GD 362, a White Dwarf With a Uniquely High Photospheric Metal Abundance
Ein Forscherteam um Kate Su von der University of Arizona hat nun eine dritte solche Staubscheibe entdeckt; die Spektren wurden mit Spitzer ebenfalls im Herbst 2004 aufgenommen. Diese Staubscheibe umgibt WD 2226–210, den Weißen Zwerg im Zentrum des Helixnebels (NGC 7293). Der Staub befindet sich in einem Ring, der sich von der heißen Sternleiche zwischen 35 und 150 AU ausdehnt. Bei 24 Mikrometer weist ein rotes Leuchten, welches den Zentralstern umgibt, auf den Staubgürtel hin. Dieses rote Leuchten ist auch in der neu veröffentlichten Spitzer-Aufnahme zu sehen:
Comets Clash at Heart of Helix Nebula
Während bei den zuerst genannten Objekten der Staub von Kollisionen in einem Asteroidengürtel (um G29-38 bei Radien von nur 0,005 und 0,03 AU!) stammen könnte, ist es beim Weißen Zwerg im Helixnebel wahrscheinlicher, dass dieser Staub bei Kollisionen von kometenähnlichen Objekten eines „Kuiper-Gürtels“ oder einer „Oortschen Wolke“ (analog zu unserem Sonnensystem) produziert wird:
A Debris Disk around the Central Star of the Helix Nebula?