Solscape

Amateurastronomen filmen Einschlagblitz auf Jupiter!

Aus seinen Beobachtungsdaten vom 3. Juni 2010
erstellte Anthony Wesley dieses Farbbild des Jupiter.
Das Bild des Feuerballs (bestehend aus 30 Einzelbildern)
wurde von ihm separat bearbeitet
und später an der richtigen Stelle eingefügt.
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Die Amateurastronomen Anthony Wesley aus Australien und Christopher Go von den Philippinen haben unabhängig voneinander ein Impaktereignis auf dem Planeten Jupiter beobachtet und gefilmt. Der Einschlag ereignete sich am gestrigen 3. Juni um 22:31 Uhr MESZ und produzierte einen hellen Lichtblitz in den oberen Wolkenschichten des Gasriesen.
Anthony Wesley ist kein Unbekannter: am 19. Juli letzten Jahres war ihm ein dunkler Fleck auf Jupiter aufgefallen, der, wie wir heute wissen, auf den Einschlag eines etwa 500 Meter durchmessenden Asteroiden zurückging.

Jupiter Impact – June 3, 2010 (Sonderseite von Anthony Wesley mit Link zu seinem Video)

Das Video von Christopher Go (Direktlink; WMV; 140 KB)

Jupiter Takes Another Hit!

Zum Asteroideneinschlag auf Jupiter im Jahr 2009 siehe die folgenden Artikel:

Solscape: Impakt auf Jupiter!

Hubble Images Suggest Rogue Asteroid Smacked Jupiter

Raumfähre "Atlantis": Bilderbuchlandung in Cape Canaveral

Nach anderthalb Wochen im All ist die Raumfähre „Atlantis“ mit sechs Astronauten an Bord heute planmäßig um 14:48 Uhr MESZ auf dem Runway 33 des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida gelandet.
Hauptziel der Mission STS-132 war der weitere Ausbau der Internationalen Raumstation. Neben der Montage des neuen russischen Forschungs- und Andockmoduls „Rasswjet“ wechselten die Astronauten bei insgesamt drei Außenbordeinsätzen auch sechs Batterien aus und installierten eine neue Antenne zur Kommunikation mit der Erde.
Mit der Landung geht für die „Atlantis“ ein 25 Jahre währendes Kapitel Raumfahrtgeschichte zu Ende. Während ihrer Dienstzeit flog die Raumfähre insgesamt 32 Mal ins All und legte dabei rund 194 Millionen Kilometer zurück.

NASA – Space Shuttle

Kennedy Media Gallery – STS-132

Venus Climate Orbiter "Akatsuki" erfolgreich gestartet

Die japanische Weltraumbehörde JAXA hat gestern um 23:58 Uhr MESZ erfolgreich ihre Raumsonde „Akatsuki“ gestartet. Der ursprünglich für den 17. Mai geplante Start vom südjapanischen Weltraumbahnhof Tanegashima musste wegen schlechten Wetters verschoben werden.
„Akatsuki“ soll den Planeten Venus im Dezember erreichen, dort in einen ovalen Orbit mit einem Abstand zwischen 300 und 80.000 Kilometern einschwenken und zwei Jahre lang die Atmosphäre der Venus erkunden.
Zusammen mit „Akatsuki“ wurde das mit einem Solarsegel versehene Raumschiff „Ikaros“ (die Abkürzung für „Interplanetary Kite-craft Accelerated by Radiation Of the Sun“) ins All geschickt. Das einem Winddrachen ähnelnde Sonnensegel hat einen Durchmesser von 20 Metern und ist lediglich 0,0075 Millimeter dünn. Es besteht aus Polyimidharz und wird von Dünnfilm-Solarzellen sowie dem Druck der Sonnenpartikel angetrieben.

JAXA – Venus Climate Orbiter „AKATSUKI“

JAXA – Small Solar Power Sail Demonstrator „IKAROS“

Heute vor 30 Jahren: Ausbruch des Mount St. Helens

Einzelbild aus Gary Rosenquists berühmter Fotoserie
vom Beginn des Ausbruchs des Mount St. Helens.
(Gary Rosenquist/Joel E. Harvey/USGS)

Nach 123 Jahren der Ruhe schüttelte sich der Mount St. Helens am 20. März 1980 mit einer Reihe von Erdbeben wach. Durch kleine Ascheeruptionen wurde eine Woche später auf dem Gipfelgletscher ein neuer Krater ausgehöhlt. Während der nächsten Wochen bedeckte Asche von Hunderten dieser kleinen Eruptionen die weiße Schneedecke des Berges mit einem schwarzen Schleier. Während die Erde weiter bebte, wuchs hoch auf der Nordflanke des Mount St. Helens mit einer Rate von bis zu zwei Metern pro Tag eine unheilvolle Anschwellung heran – eine Veränderung, die selbst aus größerer Entfernung mit bloßem Auge erkennbar war. Die meisten Geologen, die diese Aktivitäten studierten, kamen zu dem Schluss, dass in geringer Tiefe unter der Nordseite des Mount St. Helens eine Magmaintrusion erfolgt sein musste, und dass diese starke Injektion von geschmolzenem Felsgestein die Erdbeben und die Anschwellung verursacht hatte. Die Hauptfragen waren jedoch, ob – und vor allem wann – dieses neue Magma an die Oberfläche gelangen würde.
Die Antworten kamen am 18. Mai 1980. Um 08:32 Uhr löste ein Erdbeben der Stärke 5,1 eine riesige Lawine aus Felsgestein und Eis am Nordabhang des Mount St. Helens. Das Abrutschen dieser ungeheuren Gesteins- und Eismassen gab plötzlich den Druck frei, der auf dem überhitzten Grundwasser und dem Magma unter dem Vulkan lastete – gerade so, als ob der Deckel eines riesigen Dampfkochtopfs plötzlich wegfliegen würde. Die nachfolgende Detonation des sich explosiv ausbreitenden Dampfes und der vulkanischen Gase riss die noch verbliebene Nordseite des Gipfels weg, zermahlte sie zu kleinsten Bestandteilen und schleuderte diese über einen Bereich von etwa 550 Quadratkilometer über die bewaldeten Gebirgskämme. 57 Menschen wurden dabei getötet; zwei von ihnen gaben noch über Funk eindrucksvolle Berichte ab – darunter David Johnston, der als Wissenschaftler beim U.S. Geological Survey arbeitete und von einem hohen Gebirgskamm 9 km nördlich vom Mount St. Helens Messungen der Anschwellung durchgeführt hatte.
Während der nächsten neun Stunden kochten die Gase weiterhin aus dem offen liegenden Magmakörper heraus, sandten Asche in die hohen Wolkenschichten und schickten Ascheströme die durchbrochene Nordflanke des Mount St. Helens hinab. Schlammfluten ergossen sich in die Bäche und Flüsse, und feine Vulkanasche lagerte sich in Schichten von bis zu 4 cm Dicke Hunderte von Kilometern in östlicher Richtung ab. Am Abend des 18. Mai 1980 war die Haupteruption vorüber – der Mount St. Helens war um rund 400 Meter geschrumpft.

Mount St. Helens National Volcanic Monument

Devastation and Recovery at Mt. St. Helens

30th Anniversary of the Eruption of Mt. St. Helens

USGS: Volcano Hazards Program – Mount St. Helens

Mount St. Helens – Pre-May 18, 1980 Images

Mount St. Helens – May 18, 1980 Eruption Images

Is It Safe to Live Near a Volcano?

Raumfähre "Atlantis" gestartet

Die Raumfähre „Atlantis“ ist mit sechs Astronauten an Bord zu ihrer letzten Mission aufgebrochen. Das Space Shuttle hob heute pünktlich um 20:20 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab.

Die letzte Reise der Raumfähre "Atlantis"

Die Raumfähre „Atlantis“ soll heute Abend um 20:20 Uhr MESZ von Cape Canaveral aus zur Internationalen Raumstation starten. Für die „Atlantis“ ist dies der 11. Flug zur ISS sowie ihr 32. und letzter Einsatz seit ihrer Indienststellung im Oktober 1985.
Die sechsköpfige Crew unter Kommandant Kenneth Ham wird das russische Forschungsmodul „Rasswjet“ (Morgendämmerung) zur Raumstation bringen.
Während der zwölftägigen Mission sind drei Außenbordeinsätze der Astronauten vorgesehen. Neben des Anbaus des neuen Moduls an die ISS stehen dabei auch der Austausch von Batterien sowie die Montage einer Ku-Band-Antenne auf dem Plan.
Die „Atlantis“ wird am 26. Mai auf der Erde zurückerwartet.

Weiterführende Links:

Wikipedia: Atlantis (Raumfähre)

NASA – Space Shuttle

NASA – International Space Station

"Kieselsteine" auf Saturnmond Titan

Links: Kieselsteine auf Titan, aufgenommen von der Sonde Huygens.
Rechts: Kieselsteine in einem irdischen Flussbett.
(NASA/JPL/ESA/University of Arizona and S. M. Matheson)

Ungewöhnlich helle Radarreflexe aus mutmaßlichen Flussbetten auf dem Saturnmond Titan deuten auf Massen eisiger Kieselsteine hin. In diesen Gebieten sind vermutlich Prozesse abgelaufen, die jenen ähneln, die glatt polierte Steine in den Flüssen der Erde produzieren. Entsprechend den Bedingungen auf Titan dürften die dortigen Kiesel allerdings aus Wassereis bestehen und sich in einem Strom flüssiger Kohlenwasserstoffe aneinander gerieben haben.
Rundliche, etwa faustgroße Steine waren bereits auf den Bildern der europäischen Sonde Huygens zu sehen, die im Januar 2005 auf Titan gelandet war. Die neuen Hinweise stammen dagegen aus einem Gebiet weitab der Landestelle, von den südlichen Hängen einer als „Xanadu“ bezeichneten Region. Die Raumsonde Cassini hatte diese Region bei einem ihrer nahen Vorbeiflüge an Titan per Radar abgetastet und aus den gewundenen Kanälen sehr starke Radarechos aufgefangen.
Auf Basis ihrer Analyse der Radardaten vermuten Alice Le Gall vom Jet Propulsion Laboratory und ihre Kollegen, dass der Boden der Kanäle mit einige Zentimeter bis Meter großen, rundlichen Steinen übersät ist, die die Radarstrahlung besonders gut zurück reflektieren. Bei diesen Kieseln könnte es sich um Bruchstücke von Wassereis-Felsen handeln, die aus den höheren Lagen Xanadus stammen und durch Methanfluten in das tiefer gelegene Gebiet verfrachtet wurden.

Rock and Roll: Titan’s Gem Tumbler

Radar-bright channels on Titan

Archaeopteryx: Chemische Übereinstimmungen mit heutigen Vögeln

Als das erste Fossil eines Archaeopteryx im Jahr 1860 gefunden wurde, hatte Charles Darwin gerade erst seine „Entstehung der Arten“ veröffentlicht. Die Entdeckung dieses Bindeglieds zwischen Dinosauriern und Vögeln lieferte den bis dato stärksten Beleg für die noch junge Evolutionstheorie. Seither sind neun weitere Vertreter des Urvogels gefunden worden, das bislang letzte, das sog. „Thermopolis-Exemplar“, im Jahr 2005.
Dieses besonders gut erhaltene Fossil hat nun ein internationales Forscherteam mit Hilfe des Röntgenlasers am SLAC in Stanford untersucht. Die hochauflösenden, haarfeinen Röntgenstrahlen, mit denen die Forscher das Fossil abtasteten, enthüllten erstmals die genaue Verteilung von chemischen Elementen im Skelett des Thermopolis. Mit Hilfe dieser Daten erstellten die Forscher die erste Karte der Chemie dieses wichtigen Bindeglieds der Evolution. Die Messungen identifizierten rund ein halbes Dutzend Elemente, die eindeutig aus den Überresten des Archaeopteryx stammten und keine Artefakte des umgebenden Gesteins sein konnten.
Die chemische Karte enthüllt, dass Teile der Federn des Fossils nicht einfach, wie bisher angenommen, Abdrücke von lange zersetztem organischen Material sind, sondern dass es sich dabei tatsächlich um die versteinerten Federn selbst handelt. Spuren von Phosphor und Schwefel – Elemente, die auch in den Federn der modernen Vögel enthalten sind – zeigen dies. In den Knochen des Archaeopteryx entdeckten die Wissenschaftler zudem Spuren von Kupfer und Zink – auch in dieser Hinsicht glich der Urvogel seinen modernen Vettern.

X-Rays Reveal Chemical Link Between Birds and Dinosaurs

Archaeopteryx feathers and bone chemistry fully revealed via synchrotron imaging

Galaxienhaufen aus der Frühzeit des Universums entdeckt

Dieses Falschfarbenbild hat eine Seitenlänge
von etwa einem Zehntel des Monddurchmessers.
Die Pfeile deuten auf Galaxien,
die sich wahrscheinlich in gleicher Entfernung befinden;
sie häufen sich in der Bildmitte.
Die Konturlinien entsprechen
der Röntgenleuchtkraft des Haufens.
Galaxien mit einer bestätigten Entfernungsmessung
von 9,6 Milliarden Lichtjahren
sind durch Kreise hervorgehoben.
Die Kombination der Röntgendaten
und massereichen Galaxien belegt,
dass es sich um einen gravitativ
aneinander gebundenen Haufen handelt.
(MPE)
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Einen Galaxienhaufen aus der Frühzeit des Universums haben deutsche und japanische Astronomen entdeckt. Die Ansammlung alter und massereicher Galaxien liegt in einer Entfernung von rund 9,6 Milliarden Lichtjahren und kann dabei helfen, mehr über die Materieverteilung im jungen Kosmos zu erfahren.
Galaxienhaufen sind die größten Objekte im Universum. Sie bestehen aus zahlreichen Galaxien, die durch ihre Schwerkraft aneinander gebunden sind und zwischen denen sich stark aufgeheiztes Gas befindet. Alexis Finoguenov vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und seinen beiden japanischen Kollegen Masayuki Tanaka und Yoshihiro Ueda gelang es, neben den Galaxien auch dieses heiße Gas anhand seiner energiereichen Strahlung aufzuspüren.
Die Forscher entdeckten die fernen Galaxien, als sie einen kleinen Bereich des Nachthimmels mit dem japanischen Subaru-Teleskop auf Hawaii studierten. Trotz eher schlechter Beobachtungsbedingungen fanden die Forscher fast 40 Objekte im Infrarotbereich, von denen sich einige als sehr massereiche Galaxien entpuppten. Deren Licht ist auf seinem Weg zur Erde durch die Ausdehnung des Universums auf gut 260 Prozent seiner ursprünglichen Wellenlänge gedehnt worden – entsprechend einer Entfernung von rund 9,6 Milliarden Jahren. Das Licht wurde also ausgesandt, als das Universum kaum ein Drittel seines heutigen Alters hatte.
Für den Nachweis des Haufengases nutzten die Forscher das Röntgenteleskop XMM-Newton.
Der neu entdeckte Galaxienhaufen enthält eine Fülle massereicher, rötlich erscheinender Galaxien. Das Vorhandensein dieser alten Galaxien deutet darauf hin, dass der Haufen durch die Verschmelzung mehrerer Galaxiengruppen entstanden ist. Junge und aktive Galaxien, deren Licht aufgrund der Strahlung neu entstandener Sterne eher bläulich erscheint, sind in dem Haufen dagegen selten.

Galaxienhaufen verrät sich durch unsichtbares Licht

Invisible light discovers the most distant cluster of galaxies

The spectroscopically confirmed X-ray cluster at z=1.62
with a possible companion in the Subaru/XMM-Newton deep field

The Subaru/XMM-Newton Deep Survey (SXDS)