Die längste Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts hat in Asien trotz Regens und teils dichter Wolkendecke Millionen Menschen in ihren Bann gezogen.
Das Himmelsschauspiel war von Indien über Bangladesch und Birma bis nach China zu sehen. Japan, Indonesien und Hawaii sahen eine partielle Finsternis. Damit überzog die Sonnenfinsternis einige der meistbewohnten Gegenden der Welt.
Als erstes konnten Frühaufsteher im westindischen Bundesstaat Gujarat die Sonnenfinsternis beobachten. In der ostchinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai war das Spektakel dann 36 Minuten später zu sehen.
Insgesamt hatte die Sonnenfinsternis einen Korridor mit 259 Kilometern Breite und etwa 15.000 Kilometern Länge. Über dem Pazifik, in Nähe der Vulkaninsel Kita-Iwojima, war die Sonne sechs Minuten und 39 Sekunden lang komplett vom Mond verdeckt – eine Rekordzeit, die erst von der Finsternis am 13. Juni 2132 übertroffen wird.
In Indien verdarb ein wolkenverhangener Himmel und Regen vielen Schaulustigen das Spektakel. Fünf Millionen Hindus badeten während der Sonnenfinsternis im heiligen Fluss Ganges. In der nordindischen Stadt Kurukshetra nahmen eineinhalb Millionen Pilger während der Finsternis ein Bad, um entsprechend ihrem Glauben ihre Seelen zu reinigen. Zehntausende Hindus begrüßten in Varanasi mit erhobenen Armen die „Wiederkehr“ der Sonne.
Im Südwesten Chinas hatten Millionen Schaulustiger einen klaren Blick auf das Himmelsereignis. In der westchinesischen Küstenstadt Shanghai mussten die Menschen jedoch teilweise dem Regen trotzen – und wurden belohnt, als die Wolkendecke plötzlich doch noch aufriss. Zahlreiche Büroangestellte strömten auf die Straßen, in den Wolkenkratzern Shanghais wurde für die Zeit der Finsternis das Licht ausgeschaltet.
Erste Bilder und Videos der totalen Sonnenfinsternis vom 22. Juli 2009 sind inzwischen online zu bestaunen:
Solar Eclipse Gallery: July 22, 2009
Bilder der Sonnenfinsternis bei Flickr (Dank an Peter)
Solar eclipse seen in China
Flickr-Video: July 22nd Eclipse China, Taiping