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Galaxien-Bulges bestimmen die Masse Schwarzer Löcher in Galaxienkernen

Massereiche Schwarze Löcher gibt es im Zentrum fast aller Galaxien, wobei die größten Galaxien – die auch von den größten Halos aus Dunkler Materie umgeben sind – die schwersten Schwarzen Löcher beherbergen. Dies führte zu der Vermutung, dass es eine direkte Verbindung zwischen Dunkler Materie und Schwarzen Löchern geben und dass somit die Physik exotischer Materie das Wachstum eines Schwarzen Lochs bestimmen könnte.
Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, der Universitätssternwarte München und der University of Texas in Austin haben nun eine umfangreiche Studie an Galaxien durchgeführt, um zu belegen, dass die Masse eines Schwarzen Lochs nicht direkt mit der Masse des Halos aus Dunkler Materie zusammenhängt. Die Masse des Schwarzen Lochs wird vielmehr durch die Entstehung des galaktischen Bulges bestimmt.

Weiter in der Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik:

Kein Zusammenhang zwischen Dunkler Materie und massereichen Schwarzen Löchern in Galaxienkernen

Supermassive black holes do not correlate with galaxy disks or pseudobulges

Supermassive black holes do not correlate with dark matter haloes of galaxies

Rendezvous mit Rhea

Diese Aufnahmen des Saturnmondes Rhea
machte die Raumsonde Cassini
während ihres nahen Vorbeiflugs am 11. Januar 2011.
(NASA/JPL/Space Science Institute/astroarts.org)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Der mit 1.528 Kilometer Durchmesser zweitgrößte Saturnmond Rhea bekam am 11. Januar 2011 Besuch von Cassini: um 05:53 Uhr MEZ flog die Raumsonde in einem Abstand von nur 76 Kilometern am kraterübersäten Mond vorbei. Die während dieses Vorbeiflugs aufgenommenen Bilder gehören zu den besten, die Cassini bislang von Rhea gemacht hat.

Obige Bildmontage zeigt eine Auswahl der beeindruckendsten Aufnahmen von diesem Vorbeiflug. Von oben links nach unten rechts ist auf den Bildern folgendes zu sehen:
- Rhea, darunter ein Teil der Saturnringe sowie (v.l.n.r) die Monde Dione, Prometheus, Epimetheus und Tethys
- die südliche Hemisphäre von Rhea, darunter Dione und ein Teil der Saturnringe
- Nahaufnahme der von zahlreichen Kratern übersäten Oberfläche von Rhea; bemerkenswert sind die vielen, quer über die Krater verlaufenden Linien
- die Kraterlandschaft in der Nähe von Rhea’s Tag-Nacht-Grenze, aufgenommen aus etwa 200 Kilometer Entfernung

Cassini Rocks Rhea Rendezvous

Siehe auch:
DLR-Wissenschaftler erstellen Atlas von Saturns Eismond Rhea

Erste Forschungsergebnisse des Weltraumteleskops “Planck” (Update)

In seinem ersten Betriebsjahr hat das Weltraumteleskop “Planck” eine reiche Ernte eingefahren: einen Katalog von 15.000 Himmelsobjekten wie Galaxienhaufen, Quasare, Radiogalaxien, Nachbargalaxien und galaktische Staubwolken, 25 Fachartikel sowie die bisher genaueste Vermessung des fernen Infrarothintergrundes, der die Sternenbildung im frühen Universum anzeigt.
Das Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München hat wichtige Software-Komponenten für “Planck” entwickelt und beteiligt sich an der Datenauswertung.
Mittlerweile hat “Planck” den Himmel dreimal komplett durchmustert und somit sein Plansoll erreicht. Da das Teleskop aber auch weiterhin hervorragend funktioniert, wird es vermutlich bis Anfang 2012 in Betrieb sein und weitere Daten liefern. Erste Veröffentlichungen zum Primärziel der Mission, der kosmischen Hintergrundstrahlung, werden wahrscheinlich Anfang 2013 vorliegen.
Die Resultate des ersten Betriebsjahres von “Planck”, sozusagen astrophysikalische “Nebenprodukte” der Mission, wurden gestern in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt.

14 Milliarden Jahre kosmischer Geschichte in einem Jahr: Planck-Mission präsentiert erste Ergebnisse

Planck’s new view of the cosmic theatre

Planck Space Observatory Begins To Reveal Its Secrets (mit Links zu allen Fachartikeln!)

Kosmische Kollisionen unschuldig am Wachstum von Schwarzen Löchern

In neuem Licht erscheinen die Essgewohnheiten von gigantischen Schwarzen Löchern, die hinter aktiven Galaxienkernen stecken. Bisher nämlich waren viele Astronomen davon ausgegangen, dass miteinander verschmelzende Galaxien der wichtigste Mechanismus dafür waren, diesen Schwarzen Löchern Materie zuzuführen. Die jetzt veröffentlichte Studie an 1.400 Galaxien gibt jedoch klare Anhaltspunkte dafür, dass die Schwarzen Löcher ihre Nahrung zumindest während der vergangenen acht Milliarden Jahre auf weniger gewaltsame Weise vorgesetzt bekommen haben.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:

Schwarze Löcher werden sanft gefüttert

Siehe auch:

Identity parade clears cosmic collisions of the suspicion of promoting black hole growth

The bulk of the black hole growth since z~1 occurs in a secular universe: No major merger-AGN connection

Asteroid 1999 TA10 ist ein Bruchstück von Vesta

Eine neue Art von Asteroid haben Forscher von der University of North Dakota und vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entdeckt: das Verhältnis der Mineralien Wollastonit und Ferrosilit beim etwa zwei Kilometer großen Objekt 1999 TA10 deutet darauf hin, dass es aus dem Mantel des Mutterasteroiden Vesta stammt.
1999 TA10 bewegt sich auf einer elliptischen Bahn und kommt der Erde bis auf einige Millionen Kilometer nahe.
Der 530 Kilometer große Asteroid Vesta, der in diesem Sommer von der Raumsonde Dawn besucht wird, hat in seiner Geschichte mehrere Kollisionen erlebt, bei der vermutlich die Asteroidengruppe der Vestoiden aus seiner Kruste herausgeschlagen worden ist. Bislang blieben jedoch Zweifel an dieser Theorie, da unter der Asteroidengruppe der Vestoiden kein Objekt nachgewiesen werden konnte, das Material aus dem Mantel von Vesta enthält. Diese Lücke schließt nun der Asteroid 1999 TA10.

Vestas innere Werte

First fragment of asteroid 4 Vesta’s mantle detected

Fotos, Videos und Berichte von der partiellen SoFi am 04.01.2011 (Update)

In weiten Teilen Deutschlands verdeckten dichte Wolken den Blick auf die partielle Sonnenfinsternis. Einen guten Blick auf die teilweise verfinsterte Sonnenscheibe hatten hingegen Himmelsgucker im Rheinland und in Teilen Bayerns: dort war die Sonne bereits bei ihrem Aufgang als Sichel zu sehen. Im Verlauf des Morgens schob sich der Neumond immer weiter vor das Tagesgestirn, bis gegen 09:20 Uhr rund drei Viertel der Sonnenscheibe verfinstert waren.

Die bislang schönsten Fotos aus dem Forum von Astronomie.de:

SOFI auf der Alm!

SoFi in Wien mit viel Wetterglück

Sofi

Sofi heute über Freital/Sachsen

Weitere Bilder:

Foto von Thierry Legault mit der ISS vor der partiell verfinsterten Sonne

Flickr: Sofi 2011

Flickr: Partial Solar Eclipse 01.04.11

Tolle Aufnahme von Norbert Span bei der Fotocommunity: Kosmische Begegnung

Erste Fotos bei SpaceWeather.com

Partial solar eclipse in pictures

Schöner Artikel im Blog von Jan Hattenbach (mit Fotos und Video): Impressionen einer Sonnenfinsternis

Die Welt der Pflanzen

Zur Krönung des Internationalen Jahres der Biodiversität haben britische und US-amerikanische Botaniker erstmals eine vollständige Liste aller bekannten Pflanzen der Welt erstellt.
Die im Internet einzusehende Datenbank enthält mehr als eine Million Pflanzennamen, 300.000 davon gelten als allgemein akzeptierte Arten.

The Plant List

Evolution: Einfluss zufälliger Mutationen bestimmt

In der Evolution herrscht der Zufall: Einzelne, zufällig auftretende Mutationen, die zunächst nur wenige Exemplare einer Art betreffen, können nach und nach eine gesamte Population verändern und maßgeblich prägen. Bisher konnten Wissenschaftler den entscheidenden Einfluss solch seltener Mutationen jedoch nicht präzise mathematisch beschreiben – und somit keine exakten Vorhersagen für die Evolutionsgeschwindigkeit treffen.
Dem Physiker Oskar Hallatschek vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen ist es nun erstmals gelungen, dieses Problem zu lösen.
Die neue Herangehensweise lässt sich dabei nicht nur auf Evolutionsvorgänge anwenden. Auch für das Verständnis der Geschwindigkeit chemischer Reaktionen und der Ausbreitung von Krankheitserregern bietet die Methode neue Impulse.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:

Wie schnell ist die Evolution?

Partielle Sonnenfinsternis am 4. Januar 2011

Das astronomische Jahr 2011 beginnt gleich mit einem Highlight: der Halbschatten des Mondes streift vom nördlichen Afrika über Europa und Westasien und erzeugt eine recht beachtliche partielle Sonnenfinsternis. In Mitteleuropa werden bis zu 81 % der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt.
In Berlin beginnt die Finsternis um 08:08 Uhr MEZ, wenn die Sonne noch knapp unter dem Horizont steht (die Sonne geht also bereits partiell verfinstert auf), und endet um 10:53 Uhr MEZ.

Bitte beachten: die partiell verfinsterte Sonne darf nur durch spezielle Schutzbrillen oder indirekt – z.B. mit Hilfe einer Projektion – beobachtet werden, ansonsten drohen massive Schädigungen der Augen bis hin zur Blindheit! Ferngläser, Teleskope und Fotoobjektive müssen mit Sonnenfiltern ausgerüstet werden. Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument führt in Sekundenbruchteilen zur Erblindung!

Die partielle Sonnenfinsternis am 4. Januar 2011

Großes Sturmgebiet auf der Nordhalbkugel des Saturn

Großes helles Sturmgebiet auf der Nordhalbkugel des Saturn.
Farbkomposit aus drei Rohbildern der Raumsonde Cassini,
aufgenommen am 24. Dezember 2010
aus einer Entfernung von 1.793.000 km.
(NASA/JPL/Space Science Institute/astroarts.org)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Vor gut zwei Wochen entstand auf der Nordhalbkugel des Saturn ein großes helles Sturmgebiet, das Astronomen von der Erde aus beobachten konnten. So gelang es bspw. dem Amateurastronomen Anthony Wesley aus Australien, ein paar beeindruckende Bilder des Saturn mitsamt dem Sturmgebiet einzufangen (siehe hier und hier).
Die Raumsonde Cassini befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer ungünstigen Position und konnte das gerade entstehende Sturmgebiet zunächst leider nicht in Augenschein nehmen. Erst am 23. und 24. Dezember gelangen der Raumsonde einige gute Schnappschüsse.
Große weiße Flecken oder Ovale treten auf dem Saturn periodisch auf und sind in der Regel groß genug, um sie von der Erde aus durch Teleskope beobachten zu können: die Flecken oder Ovale erreichen meist Ausdehnungen von mehreren tausend Kilometern.