Zur Krönung des Internationalen Jahres der Biodiversität haben britische und US-amerikanische Botaniker erstmals eine vollständige Liste aller bekannten Pflanzen der Welt erstellt.
Die im Internet einzusehende Datenbank enthält mehr als eine Million Pflanzennamen, 300.000 davon gelten als allgemein akzeptierte Arten.
Die Welt der Pflanzen
Evolution: Einfluss zufälliger Mutationen bestimmt
In der Evolution herrscht der Zufall: Einzelne, zufällig auftretende Mutationen, die zunächst nur wenige Exemplare einer Art betreffen, können nach und nach eine gesamte Population verändern und maßgeblich prägen. Bisher konnten Wissenschaftler den entscheidenden Einfluss solch seltener Mutationen jedoch nicht präzise mathematisch beschreiben – und somit keine exakten Vorhersagen für die Evolutionsgeschwindigkeit treffen.
Dem Physiker Oskar Hallatschek vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen ist es nun erstmals gelungen, dieses Problem zu lösen.
Die neue Herangehensweise lässt sich dabei nicht nur auf Evolutionsvorgänge anwenden. Auch für das Verständnis der Geschwindigkeit chemischer Reaktionen und der Ausbreitung von Krankheitserregern bietet die Methode neue Impulse.
Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Partielle Sonnenfinsternis am 4. Januar 2011
Das astronomische Jahr 2011 beginnt gleich mit einem Highlight: der Halbschatten des Mondes streift vom nördlichen Afrika über Europa und Westasien und erzeugt eine recht beachtliche partielle Sonnenfinsternis. In Mitteleuropa werden bis zu 81 % der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt.
In Berlin beginnt die Finsternis um 08:08 Uhr MEZ, wenn die Sonne noch knapp unter dem Horizont steht (die Sonne geht also bereits partiell verfinstert auf), und endet um 10:53 Uhr MEZ.
Bitte beachten: die partiell verfinsterte Sonne darf nur durch spezielle Schutzbrillen oder indirekt – z.B. mit Hilfe einer Projektion – beobachtet werden, ansonsten drohen massive Schädigungen der Augen bis hin zur Blindheit! Ferngläser, Teleskope und Fotoobjektive müssen mit Sonnenfiltern ausgerüstet werden. Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument führt in Sekundenbruchteilen zur Erblindung!
Großes Sturmgebiet auf der Nordhalbkugel des Saturn

Großes helles Sturmgebiet auf der Nordhalbkugel des Saturn.
Farbkomposit aus drei Rohbildern der Raumsonde Cassini,
aufgenommen am 24. Dezember 2010
aus einer Entfernung von 1.793.000 km.
(NASA/JPL/Space Science Institute/astroarts.org)
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Vor gut zwei Wochen entstand auf der Nordhalbkugel des Saturn ein großes helles Sturmgebiet, das Astronomen von der Erde aus beobachten konnten. So gelang es bspw. dem Amateurastronomen Anthony Wesley aus Australien, ein paar beeindruckende Bilder des Saturn mitsamt dem Sturmgebiet einzufangen (siehe hier und hier).
Die Raumsonde Cassini befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer ungünstigen Position und konnte das gerade entstehende Sturmgebiet zunächst leider nicht in Augenschein nehmen. Erst am 23. und 24. Dezember gelangen der Raumsonde einige gute Schnappschüsse.
Große weiße Flecken oder Ovale treten auf dem Saturn periodisch auf und sind in der Regel groß genug, um sie von der Erde aus durch Teleskope beobachten zu können: die Flecken oder Ovale erreichen meist Ausdehnungen von mehreren tausend Kilometern.
Unter Plutos Eispanzer könnte es Ozeane geben
Nach Modellrechnungen der beiden Forscher Guillaume Robuchon und Francis Nimmo von der University of California in Santa Cruz könnte es unter dem etwa 200 Kilometer dicken Eispanzer des Zwergplaneten Pluto Ozeane geben, die bis in eine Tiefe von 100 bis 170 Kilometer hinabreichen.
Obwohl auf der Oberfläche von Pluto Temperaturen von bis zu minus 230 Grad Celsius möglich sind, könnte die vom Zerfall radioaktiver Nuklide, vornehmlich von Kalium-40, tief im Inneren des Zwergplaneten erzeugte Wärme ausreichen, um flüssiges Wasser unter der Eisdecke zu halten. Der dicke Eispanzer würde zusätzlich noch als Isolierschicht dienen und die Wärme nicht ins All entweichen lassen.
Marsrover “Opportunity” beobachtet Sonnenfinsternis
Wissenschaftler der NASA haben Bildmaterial des Marsrovers “Opportunity” ausgewertet und daraus zwei kurze Videos erstellt.
Der erste Film zeigt eindrucksvoll, wie der Marsmond Phobos vor der Sonnenscheibe vorbeizieht. Im zweiten Film ist ein Sonnenuntergang auf dem Mars zu sehen.
Der bläuliche Schimmer in den Videos wird von Staubteilchen erzeugt, die sich in der dünnen Atmosphäre des Mars befinden und das Licht entsprechend streuen.
Die Aufnahmen der Mars-Sonnenfinsternis stammen vom 9. November 2010, die Aufnahmen des blauen Sonnenuntergangs entstanden am 4. und 5. November 2010 und decken im Zeitraffer von rund 30 Sekunden einen Zeitraum von 17 Minuten ab.
Aufgrund der geringen Größe der beiden Monde Phobos und Deimos kommt es auf dem Mars nicht zu totalen sondern nur zu partiellen Sonnenfinsternissen.
YouTube – Mars Moon Phobos Eclipse
Solscape’s Top-Artikel des Jahres 2010
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich habe mich gefragt, was wohl meine erfolgreichsten Blogartikel im Jahr 2010 waren.
Ein Blick auf die Serverstatistiken genügt: die Anzahl der Seitenaufrufe sowie Backlinks von Google, sozialen Netzwerken, Foren und anderen Blogs ergeben eine interessante Mischung, die man durchaus als eine Art “Jahresrückblick” auffassen kann.
Galilei und die Entdeckung der Jupitermonde
Am 7. Januar jährte sich die Entdeckung der vier größten Jupitermonde durch Galileo Galilei zum 400. Mal. In einer reich bebilderten Artikelserie stellte ich Io, Europa, Ganymed und Kallisto im Einzelnen vor, ergänzt durch Tabellen und Weblinks.
Der Eyjafjallajökull-Vulkan bei Nacht … und aus der Luft
Im März und April war der isländische Vulkan mit dem für Viele unaussprechlichen Namen Thema Nr. 1. Nicht nur, weil seine Aschewolke den Flugverkehr lahmlegte, sondern weil es eine ganze Reihe außergewöhnlich schöner Videos von seinem Ausbruch gab.
Neues Foto des Apollo 15-Landeplatzes
Auf die gestochen scharfen Fotos des Lunar Reconnaissance Orbiter, der sich seit dem 23. Juni 2009 in einer Umlaufbahn um den Erdtrabanten befindet, haben die Verschwörungstheoretiker sicher nicht gewartet, zeigen die Bilder doch, dass tatsächlich Astronauten da oben waren.
20 Jahre Weltraumteleskop Hubble
Eines der erfolgreichsten Projekte der Raumfahrt, das durch seine beeindruckenden Bilder weltweite Popularität erlangte, feierte sein 20-jähriges Jubiläum. Neben einem kurzen historischen Abriss stellte ich in einem weiteren Artikel auch das Jubiläumsbild vor.
Der Falke kehrt heim
Sie hat es doch noch geschafft! Nach zahlreichen technischen Pannen, die den Erfolg der Mission mehrmals in Frage stellten, kehrte die japanische Raumsonde “Hayabusa” doch noch zur Erde zurück und warf die Probenkapsel über dem australischen Woomera ab. Wie sich inzwischen herausstellte, enthält ein Container der Probenkapsel tatsächlich Partikel vom Asteroiden Itokawa!
Der erste Mensch auf dem Mond wird 80
Am 21. Juli 1969 betrat er als erster Mensch den staubigen Boden des Erdtrabanten, am 5. August 2010 wurde er stolze 80 Jahre alt: Neil Armstrong.
Mars Express: Orcus Patera
Die ESA-Raumsonde Mars Express mit ihrer hochauflösenden Stereokamera liefert seit nunmehr sieben Jahren atemberaubende Bilder vom Roten Planeten. Eine der beeindruckendsten, im Jahr 2010 veröffentlichten Aufnahmen ist ohne Zweifel die von Orcus Patera, einer Senke zwischen den Marsvulkanen Olympus Mons und Elysium Mons, die auf tektonische Kräfte zurückzuführen ist.
Erste genaue Karte aller Mondkrater über 20 Kilometer Größe
Anhand der Daten eines Laser-Höhenmessers an Bord des Lunar Reconnaissance Orbiter wurde die bisher genaueste Topografische Karte des Mondes erstellt. Sie zeigt mehr als 5.000 Krater von 20 Kilometern Durchmesser an aufwärts.
Polarlichter per Webcam
Schon gewusst, dass man sich Polarlichter jetzt per Webcam ansehen kann? Nein? Dann solltet ihr euch diesen Surftipp über das Projekt “AuroraMAX” nicht entgehen lassen!
“SpaceShipTwo” absolviert ersten bemannten Gleitflug
Die Zukunft der Raumfahrt wird zu einem nicht unerheblichen Teil in Händen privater Unternehmen liegen. Sei es Virgin Galactic, die den Weltraum dem Tourismus erschließen wollen, oder SpaceX, die erst vor kurzem mit dem erfolgreichen ersten Testflug ihrer Raumkapsel “Dragon” ein neues Kapitel in der Geschichte der Raumfahrt aufgeschlagen haben.
Die Totale Mondfinsternis vom 21.12.2010 (Update)
Viele Himmelsgucker in Deutschland haben am heutigen Dienstagmorgen vergeblich in Richtung Mond geschaut, da Wolken, Nebel oder auch Schneetreiben die freie Sicht auf den Himmel verdeckten. Wer allerdings bei klarem Wetter gen Himmel blickte, wurde Zeuge einer allmählichen Verdunkelung des untergehenden Vollmondes.
Gegen 7:30 Uhr MEZ tauchte der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Während sich die Morgendämmerung ankündigte, wurde die Mondscheibe nach und nach etwa bis zur Hälfte in ein dunkelrotes Licht getaucht. Die totale Verfinsterung des Erdtrabanten, die etwa gegen 8:40 Uhr MEZ begann, war in unseren Breiten allerdings nicht mehr zu beobachten, denn zu diesem Zeitpunkt war der Mond bereits untergegangen.
Da die totale Mondfinsternis vor allem in Nord- und Mittelamerika sowie in Teilen von Südamerika gut zu sehen war, kommen wir dank Internet zumindest im Nachhinein doch noch in den Genuss dieses Himmelsschauspiels:
NASAJPL’s I’m There: Lunar Eclipse Flickr Group
Flickr-Album “20101221 Lunar Eclipse” von nasa hq photo
Flickr-Album “2010 Lunar Eclipse” von Flying Jenny
Foto von Brian Brushwood aus Texas, aufgenommen mit einem iPhone
In den Elbauen bei Stendal/Sachsen-Anhalt, aufgenommen vom User “Matthes” aus dem A.de-Forum
Discovery and the Lunar Eclipse
Collage mehrerer Fotos der MoFi, aufgenommen von Michael Wolf in Ft. Lauderdale, Florida
Lunar Eclipse December 21 2010 Flickr Group
Und hier noch ein schönes Video von William Castleman aus Gainesville, Florida:
Gletscher gibt alte Baumreste frei
Einen vor 2 bis 8 Millionen Jahren von einem Hangrutsch begrabenen und von der eisigen Kälte konservierten Wald haben amerikanische Forscher um Joel Barker von der Ohio State University im äußersten Norden Kanadas freigelegt. Die Fundstätte liegt mehr als 1.500 Kilometer jenseits des nördlichen Polarkreises auf Ellesmere Island.
Bereits vor zwei Jahren war Barker von einem Angestellten des dortigen Quttinirpaaq-Nationalparks auf Pflanzenreste aufmerksam gemacht worden, die neben einem infolge des Klimawandels schmelzenden Gletschers aus dem Boden ragten. In diesem Jahr nahmen der Geowissenschaftler und seine Kollegen die systematische Untersuchung des Materials in Angriff.
Eine erste Begutachtung zeigte, dass die Stämme, Äste und Blätter von Birken und Fichten stammen. Die Bäume waren bis zu 75 Jahre alt, wiesen allerdings einen kümmerlichen Wuchs mit sehr schmalen Jahresringen auf, zudem war ihr Laub nur spärlich entwickelt. Solche Merkmale weisen auf harsche Umweltbedingungen hin: die Bäume mussten eine sechs Monate währende Dunkelheit und ein immer kühler werdendes Klima ertragen.
Die Forscher wollen nun nach Pollenkörnern und Überresten von Insekten und anderen Tieren suchen, um mehr über die einstige Lebensgemeinschaft in dieser Region zu erfahren.
Seltenes Molekül in der Rho-Ophiuchi-Dunkelwolke aufgespürt
Im All herrscht dünne Luft. Ganz leer ist der Raum aber nicht: So wabern zwischen den Sternen kalte Staub- und Gaswolken, die im Wesentlichen aus Wasserstoff bestehen. Darunter finden sich seltene Moleküle wie H2D+ und D2H+, gebaut aus dem Wasserstoffatom (H) und seinem schwereren Isotop Deuterium (D). Deuterium, dessen Kern aus einem Proton und einem Neutron besteht, kommt im Universum etwa 100.000-mal seltener vor als gewöhnlicher Wasserstoff mit nur einem Kernproton. Daher lassen sich solche Moleküle schwer aufspüren. Einem Team am Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie unter der Leitung von Bérengère Parise ist dieses Kunststück gelungen: Mit dem APEX-Teleskop haben die Forscher die Verteilung von D2H+ in der Rho-Ophiuchi-Dunkelwolke, einem Sternentstehungsgebiet, kartiert.
Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft: