Mars Express: Vorbeiflüge an Phobos
Heute begann für die europäische Raumsonde Mars Express eine Serie von Vorbeiflügen am Marsmond Phobos, die am 3. März ihren Höhepunkt erreichen werden, wenn die Sonde die Oberfläche des Mondes in nur 50 km Höhe überfliegen und damit einen neuen Rekord für die größte Annäherung an Phobos aufstellen wird.
Die Fotos und Daten von Mars Express könnten dabei helfen, den Ursprung des Marsmondes zu enträtseln.
Phobos ist der innere und größere der beiden “kartoffelförmigen” Marsmonde. Seine spezifische Dichte ist deutlich niedriger als die mittlere Dichte des Marsgesteins. Vergleichbare Dichten sind nur von einigen Asteroiden bekannt. Die auffälligste Erscheinung auf Phobos ist ein riesiger Krater namens Stickney. Wie im Falle des Kraters Herschel auf dem Saturnmond Mimas muss auch der Einschlag, der Stickney hervorbrachte, Phobos fast zerstört haben.
Teilchenbeschleuniger RHIC erzeugt heiße “Ursuppe”
Wissenschaftler am Brookhaven National Laboratory haben mit dem dortigen Teilchenbeschleuniger RHIC (Relativistic Heavy Ion Collider) die bislang heißeste Substanz hergestellt, die jemals von Menschen geschaffen wurde. Dazu wurden Goldpartikel auf 99,995 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, bevor sie aufeinanderprallten und dabei eine so große Hitze erzeugten, dass die Protonen und Neutronen in ein Quark-Gluon-Plasma (QGP) verschmolzen. Für Bruchteile einer Sekunde entstand eine “Ursuppe” mit 4 Billionen Grad Celsius – 250.000 Mal heißer als das Innere der Sonne!
Kurz nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren soll ein ganz ähnliches Quark-Gluon-Plasma entstanden sein, aus dem dann durch Abkühlung Protonen und Neutronen hervorgingen.
In der künstlich hergestellten “Ursuppe” konnten die Forscher Hinweise auf “Blasen” mit einer gebrochenen Symmetrie finden, welche die normal herrschende “Spiegelsymmetrie” zwischen Quarks und Gluonen verletzten.
‘Perfect’ Liquid Hot Enough to be Quark Soup
‘Bubbles’ of Broken Symmetry in Quark Soup at RHIC
Gebrochene Symmetrie nach dem Urknall war die Saat unserer Welt
Meteorit enthält Millionen organischer Verbindungen
Der am 28. September 1969 in Australien niedergegangene Murchison-Meteorit enthält Millionen von bisher unbekannten kohlenstoffhaltigen Verbindungen. Dies hat ein internationales Forscherteam um Philippe Schmitt-Kopplin vom Helmholtz-Forschungszentrum in München entdeckt, als es jetzt, 40 Jahre nach dem Ereignis, Proben des Felsbrockens genauer analysierte.
Der Murchison-Meteorit gehört zu den am besten untersuchten Meteoriten weltweit. Da er vor rund 4,65 Milliarden Jahren entstand, liefern die in ihm enthaltenen organischen Verbindungen wichtige Informationen über die Chemie im Weltraum während der Entstehung des Sonnensystems.
Frühere Analysen des Meteoriten konzentrierten sich allerdings hauptsächlich auf Aminosäuren. Von ihnen versprachen sich die Chemiker Hinweise auf die Entstehung des Lebens auf der Erde.
Schmitt-Kopplin und seine Kollegen wählten nun einen ganz anderen Ansatz: sie analysierten die Gesamtheit der im Meteoriten vorhandenen Kohlenstoffverbindungen. In drei Proben suchten die Forscher mit Hilfe empfindlicher spektroskopischer Methoden nach organischen Verbindungen. Dabei stießen sie auf über 14.000 verschiedene molekulare Mischungen von Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel und Phosphor. Jede dieser Varianten kann im Raum auf unterschiedliche Arten angeordnet sein und ist dann eine andere chemische Substanz. Daraus ergibt sich, dass der Meteorit wohl mehrere Millionen verschiedene organische Substanzen enthält.
Polarlichter auf dem Saturn
Das Weltraumteleskop Hubble hat eine seltene Gelegenheit genutzt, um Polarlichter auf dem Saturn zu fotografieren.
Von der Erde aus konnte man im vergangenen Jahr fast genau auf die Kante der markanten Saturnringe blicken. Zugleich herrschte auf dem majestätischen Ringplaneten Tagundnachtgleiche; beide Pole wurden daher gleichmäßig von der Sonne beschienen. Eine solche Konstellation tritt nur etwa alle 15 Jahre auf.
Die Hubble-Aufnahmen bieten die seltene Gelegenheit, die nahezu symmetrischen Nord- und Südpolarlichter genauer zu untersuchen. Die feinen Differenzen zeigen Unterschiede im Magnetfeld auf, das im Norden des Ringplaneten leicht ungleichmäßig und etwas stärker zu sein scheint als im Süden.
Aus den jetzt veröffentlichten Aufnahmen des Weltraumteleskops entstand sogar ein Film, der die flackernden Polarlichter auf dem Ringplaneten zeigt.
Saturn’s aurorae offer stunning double show
YouTube – Hubble Views Saturn’s Northern/Southern Lights [HD]
20. Jahrestag eines “Familienportraits”

Das Familienportrait - eine Collage aller 60 Einzelbilder
der Raumsonde Voyager 1.
(NASA/JPL)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.
Heute vor zwanzig Jahren, am 14. Februar 1990, befand sich die Raumsonde Voyager 1 bereits auf dem Weg in die äußeren Regionen unseres Sonnensystems. Von hier aus, aus einer Entfernung von 6,4 Milliarden Kilometern, richtete die Raumsonde ihre Kameras zurück auf Sonne und Planeten, um eine Serie von letzten Bildern zu machen.
Die Farbaufnahmen zeigen insgesamt sechs Planeten des Sonnensystems: Venus, Erde, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Merkur und Pluto (der damals noch als Planet galt) sind auf den Aufnahmen nicht zu sehen, da sie zu klein waren, um von den Kameras erfasst zu werden. Der Mars befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahmen zu nahe an der Sonne und wurde von dieser überstrahlt.
Die Weitwinkelaufnahme der Sonne wurde mit dem dunkelsten Filter und der kürzestmöglichen Belichtungszeit aufgenommen, um eine Überbelichtung zu vermeiden, denn selbst aus dieser Entfernung ist die Sonne noch etwa 8 Millionen Mal heller als der hellste Stern Sirius.
Die Erde wurde mit einer Kamera mit Teleobjektiv aufgenommen, die mit Farbfiltern für Blau, Grün und Violett arbeitete. Die durch das Bild führenden Strahlen entstanden als Streuung des Sonnenlichts auf der Kameraoptik, da diese nicht dafür ausgelegt war, direkt auf die Sonne ausgerichtet zu werden. Die Erde nimmt auf dem Bild lediglich 12 % eines einzelnen Bildpunkts (Pixels) ein.
Dieses Bild der Erde inspirierte den Astronomen Carl Sagan, auf dessen Anregung hin das “Familienportrait” überhaupt erst entstanden war, zu seinem Buch “Pale Blue Dot: A Vision of the Human Future in Space”.
Im Jahr 2001 wurde das Bild zu einem der zehn besten Fotos der Weltraumwissenschaften gewählt.
Voyager Celebrates 20-Year-Old Valentine to Solar System
An Excerpt from A Pale Blue Dot
Zwischen Himmel und Erde

Silhouette der Raumfähre Endeavour
über dem rotorangen Horizont der Erde.
(NASA)
Dieses einzigartige Foto der Silhouette der Raumfähre “Endeavour” über dem rotorangen Horizont der Erde wurde am 9. Februar 2010 von einem Crew-Mitglied der “Expedition 22″ an Bord der Internationalen Raumstation aufgenommen. Die Endeavour näherte sich zu diesem Zeitpunkt gerade der ISS, um dort anzudocken.
Desktop-Hintergrundbilder (Download per Rechtsklick und “Ziel speichern unter…”):
Alte und junge Einschlagkrater in der Region Sirenum Fossae

Blick von Nordosten nach Südwesten
über das Hochland von Sirenum Fossae.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))
Sirenum Fossae ist ein mehr als zweieinhalb Tausend Kilometer langes System von Brüchen in der Marskruste, das im Südwesten der Vulkanregion Tharsis liegt. In diesem Gebiet befinden sich die größten Vulkane auf dem Mars, so auch der 24 Kilometer hohe Olympus Mons. Durch die mehr als vier Kilometer hohe Aufwölbung von Tharsis kam es zu Spannungen in der Marskruste, was sich an zahllosen Dehnungsbrüchen ablesen lässt. Auch das Bruchsystem Sirenum Fossae ist im Zusammenhang mit der Aufwölbung der Vulkanprovinz Tharsis entstanden. Durch die Förderung großer Mengen von Magma an die Oberfläche entstanden zum einen die größten Vulkane des Sonnensystems – neben dem Olympus Mons auch die drei anderen Tharsis-Vulkane Arsia, Pavonis und Ascraeus Mons. Bei der Bildung der Vulkane ergossen sich große Mengen an dünnflüssiger Lava über die Marsoberfläche, die zu ausgedehnten, mächtigen Lavadecken erstarrten. Durch das Gewicht der vulkanischen Gesteine entstanden Spannungen innerhalb der Kruste, die sich in Bruchsystemen abbauten, die in der Regel radial zur Tharsis-Region verlaufen.
Am 6. Februar 2009 nahm die hochauflösende Stereokamera (HRSC) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express einen Teil der Region Sirenum Fossae nördlich des Kraters Magelhaens auf. Die Bilder haben eine Auflösung von etwa 29 Metern pro Bildpunkt (Pixel). Das abgebildete Gebiet bedeckt mit einer Ausdehnung von ca. 230 mal 127 Kilometer eine Fläche von rund 29.450 Quadratkilometer; das entspricht etwa der Größe Belgiens.
Deutlich sind in den Bildern zahlreiche, teilweise bis zu 50 Kilometer große Einschlagkrater zu erkennen. Krater dieser Größe entstehen heute nur noch selten, weil die Anzahl der Asteroiden, deren Bahnen sich mit den Umlaufbahnen der Planeten des inneren Sonnensystems kreuzen, im Laufe der Zeit stark abgenommen hat. Die Größe der Krater, aber auch die deutlichen Spuren intensiver Verwitterung, lassen erkennen, dass es sich bei diesem Teil von Sirenum Fossae um eine sehr alte Struktur handelt.
Der Orionnebel in neuem Licht

VISTA's Infrarotblick in den Orionnebel.
(ESO/J. Emerson/VISTA/
Cambridge Astronomical Survey Unit)
Das neue Teleskop VISTA (Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy) der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat einen tiefen Blick in die schillernde Sternenfabrik des Orionnebels geworfen. In der 1.350 Lichtjahre entfernten stellaren Kinderstube entstehen zahlreiche neue Sonnen. Dank der Infrarotdetektoren kann das in den chilenischen Anden stationierte Teleskop in die Staub- und Gaskokons des Nebels hineinspähen. So kann VISTA hier zahlreiche Details erkennen, die im sichtbaren Licht verborgen bleiben: nur im Infraroten sind bspw. die sonderbaren roten Strukturen zu erkennen, die auf extrem schnelle Gasströme von jungen Sternen zurückgehen. Wo diese rund 700.000 Kilometer pro Stunde schnellen Gasströme auf das sie umgebende Gas treffen, leuchtet dieses im Infrarotbereich hell auf.
VISTA ist das jüngste Instrument des Paranal-Observatoriums der ESO. Mit seinem 4,1 Meter großen Spiegel ist es das derzeit größte Durchmusterungsteleskop der Welt und soll in den kommenden Jahren eine Bestandsaufnahme des Himmels im Infrarotlicht durchführen.
Solar Dynamics Observatory erfolgreich gestartet
Die Raumfahrtbehörde NASA hat heute einen neuen Satelliten zur Sonnenbeobachtung gestartet. Das “Solar Dynamics Observatory (SDO)” hob um 16:23 Uhr MEZ an Bord einer Atlas V-Rakete von der Startrampe 41 der Cape Canaveral Air Force Station in Florida ab. Der ursprünglich bereits für Dienstag geplante Start musste zweimal verschoben werden.
Das “Solar Dynamics Observatory” soll mindestens fünf Jahre lang die Erde umkreisen und dabei rund um die Uhr die Sonnenaktivität beobachten.
Protoplanetare Scheibe um sonnenähnlichen Stern enthält große Wassermengen
Mit dem IRAM-Interferometer auf dem Plateau de Bure in den französischen Alpen haben die Astronomin Ewine van Dishoeck vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und dem Leiden Observatorium und der Astronom Jes Jørgensen vom Argelander Institut der Universität Bonn und von der Universität Kopenhagen eine große Menge heißen Wasserdampfs in der Akkretionsscheibe um den jungen, sonnenähnlichen Stern NGC 1333 IRAS4B nachgewiesen.

