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Archiv für Saturn

Enceladus: Cassini findet Quellen der Eisgeysire

Bei ihrem Vorbeiflug am Saturnmond Enceladus hat die Raumsonde Cassini erste Detailaufnahmen von den Ausbruchsstellen der Eisgeysire gemacht. Die Bilder zeigen, dass die sog. Tigerstreifen (Sulci) etwa 300 Meter tief sind und V-förmige Innenwände haben. An den äußeren Flanken der Tigerstreifen sieht man umfangreiche Ablagerungen von feinem Material. In der Umgebung der Tigerstreifen liegen Eisblöcke von zehn bis achtzehn Metern Größe.
Die Ausbruchsstellen in den Tigerstreifen “Bagdad” und “Kairo”

Die Ausbruchsstellen im Tigerstreifen “Damaskus”

Karte von Enceladus’ Südpol mit den eingezeichneten Ausbruchsstellen der Geysire

Rohbild von “Kairo”, einer etwa 300 Meter tiefen Spalte, die von großen Eisbrocken umsäumt ist

Enceladus-Vorbeiflug ein voller Erfolg


Am 11. August 2008 flog die Raumsonde Cassini in nur 50 Kilometer Abstand am Saturnmond Enceladus vorbei und konnte aus nächster Nähe Bilder der zerklüfteten Eisoberfläche des vulkanisch aktiven Mondes aufnehmen. Die kleinsten erkennbaren Details auf den faszinierenden Fotos sind etwa 10 Meter groß.

Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 4.700 Kilometern. In der oberen Bildhälfte verläuft der tektonische Graben Damascus Sulcus.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11107.jpg

Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 2.600 Kilometern. Oben links erkennt man Teile des tektonischen Grabens Cairo Sulcus.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11109.jpg

Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 1.600 Kilometern. Der tektonische Graben Cairo Sulcus kreuzt die untere Hälfte des Bildes.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11106.jpg

Rendezvous mit Enceladus

Am Abend des 11. August 2008 wird die Raumsonde Cassini am Saturnmond Enceladus vorbeifliegen und dabei die aktiven Geysire am Südpol des Mondes ins Visier nehmen. Das Forscherteam plant Aufnahmen mit Auflösungen von bis zu 8 Metern pro Bildpunkt. Die Fotosession beginnt wenige Minuten nach der dichtesten Annäherung an Enceladus auf der Nachseite, die für 23:06 Uhr MESZ geplant ist. Danach entfernt sich die Sonde rasch vom Mond und behält den Südpol im Blick. Nun nimmt die Telekamera von Cassini in rascher Folge mehrere Bilder von ausgewählten Gebieten im Bereich der sog. Tigerstreifen auf, aus denen Wasserdampf und Eispartikel ausströmen. Die Forscher hoffen, mittels dieser Aufnahmen die exakten Ausbruchsstellen der Geysire finden zu können. Wenige Minuten später nimmt Cassini Farbbilder der gesamten Südpolregion auf, die zu einem Mosaik zusammengestellt werden sollen. Gleichzeitig ist das Infrarotspektrometer aktiv und scannt die Mondoberfläche ab, um in der Eiskruste nach Spuren von Ammoniak, Kohlendioxid und Wasserstoffperoxid zu suchen.
Detailinformationen zum Enceladus-Vorbeiflug auf der Seite des Cassini Imaging Teams

Kohlenwasserstoffseen auf Saturnmond Titan

Im Jahr 2005 stieß die Raumsonde Cassini auf dem Saturnmond Titan auf die lange gesuchten Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen, die Theoretiker vorhergesagt hatten. Die Wissenschaftler nahmen an, dass diese überwiegend aus flüssigem Methan, dem einfachsten Kohlenwasserstoff, bestehen. Nun fand ein Forscherteam um Robert Brown von der University of Arizona in Tucson durch spektroskopische Analysen heraus, dass insbesondere der rund 20.000 Quadratkilometer große See Ontario Lacus am Südpol des Saturnmondes auch beträchtliche Mengen an weiteren Kohlenwasserstoffen enthält, unter anderem Ethan, Propan und Butan.
Titan ist der zweitgrößte Mond des Sonnensystems und mit 5.150 Kilometern Durchmesser größer als der Planet Merkur.
Saturnmond Titan – Ströme und Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen

Brown, R. H. et al: The identification of liquid ethane in Titan’s Ontario Lacus. Nature 454, S. 607-610, 2008.

New Horizons passiert Umlaufbahn des Saturn

Die Raumsonde New Horizons, die im Juli 2015 am Zwergplaneten Pluto vorbeifliegen soll, erreichte vorgestern einen wichtigen Meilenstein auf ihrer Reise. Nur zweieinhalb Jahre nach dem Start passierte die Sonde die Umlaufbahn des Saturn. Damit ist New Horizons seit 27 Jahren das erste Raumfahrzeug, das in die Bereiche jenseits des Saturn vordringt. Zuletzt flog die Raumsonde Voyager 2 auf ihrem Weg zu Uranus und Neptun dicht am Saturn vorbei.
New Horizons Ventures Beyond Saturn’s Orbit

Tektonik auf Titan

Eine Gruppe von drei parallelen Graten hat das Radarinstrument der Raumsonde Cassini am 12. Mai 2008 bei ihrem jüngsten Vorbeiflug am Saturnmond Titan aufgenommen. Diese Kombination ist wohl kaum ein Zufall: die beste Erklärung für diese Strukturen ist, dass sie gekippte oder geteilte Blöcke von zerbrochener oder gefalteter Kruste sind, die nun als hohe Grate herausragen.
Tectonics on Titan

NASA verlängert Mission der Raumsonde Cassini

Die NASA hat die Mission der Raumsonde Cassini um zwei Jahre verlängert. Ursprünglich sollte die Mission im Juli 2008 zu Ende gehen. Die Missionsverlängerung wird vor allem die bisher gewonnenen Erkenntnisse über Saturns Monde berücksichtigen. So ist neben Titan vor allem Enceladus in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Unter dessen Eispanzer könnte es flüssiges Wasser geben.
Für die verlängerte Mission sind nach Angaben des Cassini-Teams folgende Ziele geplant: 60 weitere Orbits der Sonde um Saturn; 26 Vorbeiflüge an Titan; 7 Vorbeiflüge an Enceladus mit Annäherungen bis auf 26 km sowie weitere Durchflüge durch die Eisgeysire am Südpol des Mondes; je ein Vorbeiflug an den Monden Rhea, Dione und Helene; weitere Erforschung von Saturns Ringsystem. Für die Missionsverlängerung befindet sich die Sonde in einem guten Zustand. Der an Bord befindliche Treibstoff könnte nach den zwei Jahren sogar noch für eine weitere Missionsverlängerung reichen.
Cassini war am 15. Oktober 1997 gestartet und hatte den Planeten Saturn am 30. Juni 2004 erreicht. Während der seitdem absolvierten 62 Orbits hat Cassini über 140.000 Bilder zur Erde übertragen. Höhepunkte der Mission waren das erfolgreiche Absetzen des europäischen Landers Huygens auf Titan sowie vielfache Vorbeiflüge an den Monden Titan, Enceladus, Dione, Rhea, Tethys und Iapetus.
NASA Extends Cassini’s Grand Tour of Saturn

Organische Moleküle in den Geysirwolken von Enceladus

Die ersten Ergebnisse des nahen Vorbeiflugs der Raumsonde Cassini am Saturnmond Enceladus wurden heute während einer Pressekonferenz bekanntgegeben:
Am Südpol von Enceladus gibt es Gebiete mit höheren Temperaturen als bisher angenommen. Vor allem die dortigen Spalten sind starke Wärmequellen. Hier herrschen bis zu -93 Grad Celsius. Das ist 17 Grad Celsius wärmer als alle bisher bekannten Messungen, und 93 Grad Celsius wärmer als die restliche Oberfläche von Enceladus.
Die Messungen der Geysirwolken ergaben eine bis zu 20 Mal höhere Dichte an Wasserdampf, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid als von den Wissenschaftlern erwartet wurde.
Die größte Überraschung ist jedoch der Nachweis verschiedener organischer Moleküle in den Geysirwolken: Methan, Propan, Acetylen und Formaldehyd.
Cassini Tastes Organic Material at Saturn’s Geyser Moon

Verborgener Ozean auf Saturnmond Titan?

Titan, der größte Mond des Planeten Saturn, besitzt möglicherweise einen kilometertief unter der Eiskruste verborgenen Ozean aus Wasser. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam aufgrund von Radarbeobachtungen der Titanoberfläche mit Hilfe der Raumsonde Cassini. In der neuesten Ausgabe des Fachblattes “Science” berichten die Wissenschaftler über ihre Messungen.
Cassini Spacecraft Finds Ocean May Exist Beneath Titan’s Crust

Cassini: Erfolgreicher Vorbeiflug an Enceladus

Am 12. März passierte die Raumsonde Cassini den Saturnmond Enceladus mit einer Geschwindigkeit von 15 km/s und näherte sich dabei seiner Oberfläche bis auf 50 km. Beim Überflug über den Südpol des Mondes durchquerte die Sonde in etwa 200 km Höhe Wolken aus Wassereis, welche durch die am Südpol befindlichen Geysire ausgestoßen werden. Die Aufnahmen der Oberfläche zeigen, dass die südliche Hemisphäre von Enceladus geologisch deutlich jünger ist als der Nordpol. Dieser weist eine Vielzahl an Kratern auf, die sich sowohl in Größe als auch im Entwicklungszustand unterscheiden. Dies deutet auf verschiedene Entstehungszeitpunkte hin. Neben den Aufnahmen der Oberfläche war der Flug durch die Geysirwolken der Höhepunkt des Manövers von Cassini. Anhand der gewonnenen Daten sollen nun Dichte, Partikelgröße und Zusammensetzung der Wolken bestimmt werden. Während des Durchflugs zeigte ein Analyseinstrument ein Fehlverhalten und konnte leider keine Daten aufzeichnen. Alle anderen Instrumente an Bord der Raumsonde arbeiteten jedoch ohne Probleme.

Aufnahmen von Enceladus (Rohbilder):
http://saturn.jpl.nasa.gov/multimedia/images/raw/casJPGFullS38/N00103779.jpg

http://saturn.jpl.nasa.gov/multimedia/images/raw/casJPGFullS38/N00103768.jpg

http://saturn.jpl.nasa.gov/multimedia/images/raw/casJPGFullS38/N00103752.jpg

Hochaufgelöstes Mosaikbild der Nordpolregion:
PIA08409: The North Polar Region of Enceladus