Kategorie: Mars

Marsrover Opportunity wird auf eine lange Reise geschickt

Der Marsrover Opportunity bekommt von der NASA einen neuen, möglicherweise letzten Auftrag: der kleine Roboter steht zur Zeit wieder am Rand des Victoria-Kraters und soll jetzt den zwölf Kilometer entfernten, wesentlich größeren Krater Endeavour ansteuern. Für die Fahrt wird der Rover voraussichtlich zwei Jahre brauchen. Zum einen kann er maximal hundert Meter am Tag zurücklegen, zum anderen gibt es auf dem Weg noch einige größere Gesteine zu untersuchen. Erreicht Opportunity sein neues Ziel, könnte der Rover einen Blick in einen 22 Kilometer durchmessenden Krater werfen, in dem deutlich tiefere Gesteinsschichten freigelegt sind als im Victoria-Krater, den Opportunity in den letzten Monaten erkundet hatte.
NASA’s Mars Rover to Head Toward Bigger Crater

Neue Marsmission der NASA

Voraussichtlich im Jahr 2013 wird die NASA den neuen Marsorbiter MAVEN zu unserem Nachbarplaneten schicken. MAVEN steht für „Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN„. Ziel der Mission ist die bisher genaueste Untersuchung der Zusammensetzung der Marsatmosphäre. Die Entwicklung der Sonde soll Ende 2009 beginnen. Der Start ist für Ende 2013 vorgesehen, im September 2014 soll die Sonde in einen elliptischen Orbit um den Roten Planeten einschwenken. Nach Abschluss der einjährigen Primärmission könnte der Orbiter dann als Kommunikations-Relais für Missionen auf der Marsoberfläche dienen.
NASA Selects ‚MAVEN‘ Mission to Study Mars Atmosphere

MAVEN – Missions-Homepage bei der University of Colorado

Eine Webcam am Mars

Seit etwa einer Woche sind Bilder der Visual Monitoring Camera (VMC) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express online. Ursprünglich diente die Kamera dem Zweck, das Ablegemanöver des später verloren gegangenen Landers Beagle 2 im Bild festzuhalten. Seitdem war die Kamera abgeschaltet. Mittlerweile wurde sie wieder in Betrieb genommen und zur „ersten Webcam im Marsorbit“ deklariert.
Mars Express VMC – Die erste Webcam im Marsorbit

Marssonde Phoenix: direkter Nachweis von Wasser gelungen!


Es ist ein großer Erfolg für die Raumsonde Phoenix und ein Meilenstein in der Erforschung des Mars: wie die NASA auf der gestrigen Pressekonferenz bekannt gab, konnte in einer am Mittwoch entnommenen Probe des vereisten Marsbodens zweifelsfrei Wasser nachgewiesen werden.
Während der Pressekonferenz wurde auch das erste, aus mehr als 400 Einzelbildern zusammengesetzte 360-Grad-Farbpanorama vom Landeplatz veröffentlicht.
Weiter gab die NASA bekannt, dass die Phoenix-Mission um zwei weitere Monate bis Ende September 2008 verlängert werden soll.
NASA Spacecraft Confirms Martian Water, Mission Extended

Mars: Tonminerale belegen Existenz stehender Gewässer

Auf dem Mars gab es in der Vergangenheit nicht nur ausgedehnte Seen, große Flüsse und andere Wasserflächen, die feuchten Bedingungen hielten auch lange genug an, um Leben zu ermöglichen. Das ist das Ergebnis von zwei neuen Studien, die auf Daten der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter beruhen. Eine der beiden Studien, die jetzt in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Nature“ erschien, zeigt, dass weite Gebiete der marsianischen Hochebenen Tonminerale enthalten, die sich nur in Gegenwart von Wasser bilden konnten. Ablagerungen vulkanischer Lava überdeckten diese Schichten zwar in den folgenden, trockeneren Perioden der klimatischen Geschichte des Mars, doch Einschlagskrater von Meteoriten lassen die Tone an vielen Stellen des Hochlandes wieder zutage treten. In den tonähnlichen Mineralen, Phyllosilikate genannt, ist die Interaktion des Gesteins mit Wasser bis zurück in die früheste Phase des Sonnensystems konserviert. Mit Hilfe des „Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars“ (CRISM) identifizierten die Forscher drei Hauptklassen von Phyllosilikat-Mineralien aus der Frühzeit des Planeten: Aluminium-Phyllosilikate, hydratisierte Silikate und die häufig vorkommenden Eisen/Magnesium-Phyllosilikate. Die Variationen dieser Phyllosilikat-Mineralien deuten darauf hin, dass unterschiedliche Prozesse, und damit wahrscheinlich auch verschiedene wässrige Umgebungen, sie entstehen ließen.
New Findings Show Diverse, Wet Environments on Ancient Mars

Brown Papers Reveal Widespread, Hardworking Water on Ancient Mars

Rendezvous mit Marsmond Phobos

Die europäische Raumsonde Mars Express soll in den kommenden Tagen und Wochen mehrfach am Marsmond Phobos vorbeifliegen. Während ihres Orbits am 12. Juli näherte sich die Sonde dem Marsmond bereits bis auf 563 Kilometer. Der heute stattfindende zweite Vorbeiflug wird die Sonde bis auf 273 Kilometer an den Marstrabanten heranbringen. Sechs Tage später (am 23. Juli) sollen dann nur noch 97 Kilometer zwischen Phobos und Mars Express liegen. Nach dieser dichtesten Passage sind noch Vorbeiflüge am 28. Juli (361 Kilometer) sowie am 3. August (664 Kilometer) geplant.
Über Ursprung und Beschaffenheit der beiden Marsmonde Phobos und Deimos ist noch recht wenig bekannt. Es könnte sich um vom Mars eingefangene Asteroiden handeln, um übrig gebliebene Planetenbausteine, sog. Planetesimale, aus der Frühzeit unseres Sonnensystems, oder aber um Bruchstücke eines gewaltigen Meteoriteneinschlags auf dem Mars. Mit Hilfe der nahen Vorbeiflüge hofft das Forscherteam von Mars Express nun zumindest mehr über die Entstehungsgeschichte von Phobos zu erfahren.
Mars Express to rendezvous with Martian moon

Mars Express: Echus Chasma


Die High Resolution Stereo Camera (HRSC) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express hat beeindruckende Bilder von Echus Chasma aufgenommen. Echus Chasma ist ein etwa 100 km langer und 10 km breiter Einschnitt im Hochplateau Lunae Planum nördlich der Valles Marineris, aus dem sich vor etwa 20 Millionen Jahren Wasser in ein Tal ergoss und große Seen speiste. Später, als der Planet sich abkühlte, froren die Seen zu, und es entstanden Gletscher, die das riesige Kasei Valles formten.

https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Echus_Chasma

Raumsonde Phoenix: erste chemische Analyse des Marsbodens

Die erste chemische Analyse einer Bodenprobe von der Landestelle der Marssonde Phoenix ist so gut wie abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Boden Ähnlichkeiten zu trockenen Hochtälern in der irdischen Antarktis aufweist. Der Boden ist alkalisch, mit pH-Werten zwischen acht und neun. Es wurden mehrere Bestandteile von Salzen aufgespürt, unter ihnen Natrium-, Magnesium-, Kalium- und Chloridionen. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die Wechselwirkung von flüssigem Wasser mit Gesteinen, wobei das Wasser als aktives Lösungsmittel die Ionen aus den Mineralen auswusch.
Die optischen Instrumente von Phoenix arbeiten kontinuierlich weiter, um ein hochaufgelöstes 360°-Farbpanorama der Landestelle zu erstellen. Täglich werden neue Segmente des Panoramabildes aufgenommen und zur Erde übertragen.
Unterdessen befindet sich Phoenix bereits 30 Marstage auf dem Roten Planeten, ein Drittel der geplanten 90-tägigen Primärphase der Mission ist somit schon vorbei.
Makroskopische Aufnahme einer Bodenprobe vom Mars