Kategorie: Mars

War der Mars früher von Ozeanen bedeckt?


3D-Ansicht des Mars mit Daten des Gammastrahlen-Spektrometers von Mars Odyssey. In den blauen Bereichen wurde nur wenig Kalium entdeckt, in den gelben und roten Regionen deutlich mehr. Der rote Pfeil am Horizont deutet auf die Elysium-Vulkane.
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Die Frage, ob es auf dem Mars einst Ozeane gab, versuchen Wissenschaftler seit Jahrzehnten zu klären. Messungen des Gammastrahlen-Spektrometers an Bord der Raumsonde Mars Odyssey lieferten jetzt neue Hinweise darauf, dass ein Drittel des Roten Planeten von Ozeanen bedeckt gewesen sein könnte: die Konzentration einiger chemischer Elemente wie Kalium, Thorium und Eisen ist innerhalb der vermuteten Küstenlinien deutlich höher als außerhalb. Dies ist nur möglich, wenn die entsprechenden Elemente zuvor im Wasser gelöst waren und sich dann im Ozeanboden anreicherten.
Gamma-Ray Evidence Suggests Ancient Mars Had Oceans

Das Ende von Phoenix

Die Mission der Marssonde „Phoenix“ ist nach gut fünf Monaten zu Ende gegangen. Wie die NASA während ihrer gestrigen Pressekonferenz mitteilte, hat das Kontrollteam seit dem 2. November keine Funksignale mehr von Phoenix empfangen.
Die Sonde war am 4. August 2007 gestartet und am 25. Mai 2008 unweit des Mars-Nordpols gelandet. Phoenix hatte seitdem Bodenproben gesammelt und zahlreiche wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Die Ergebnisse wurden teilweise als sensationell gewertet. So gehörte der Nachweis von Wassereis auf dem Roten Planeten zu den größten Erfolgen der Mission.
Mars Phoenix Lander Finishes Successful Work On Red Planet

Energiesparprogramm für Phoenix

Für den Marslander Phoenix wird es allmählich ernst. Indem der Sommer auf der Nordhalbkugel des Roten Planeten auf sein Ende zugeht, liefern die Solarzellen der Sonde immer weniger Strom. Zum Ausgleich haben die Ingenieure vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena begonnen, nach und nach die Heizvorrichtungen und Bordinstrumente abzuschalten. Als erste Stromsparmaßnahme wurde eine Heizvorrichtung deaktiviert, die den langen Roboterarm von Phoenix, die daran angebrachte Kamera sowie das TEGA-Instrument zur Analyse von Bodenproben erwärmt hatte. Zuvor wurde der Roboterarm so ausgerichtet, dass der Temperatur- und Feuchtigkeitsfühler an seiner Spitze in den Marsboden ragt und weiterhin Daten liefern kann. Soweit nötig, werden später drei weitere Heizvorrichtungen abgeschaltet, die u.a. auch die Hauptkamera des Landers auf Betriebstemperatur halten.
NASA’s Phoenix Mission Faces Survival Challenges

NASA-Orbiter zeigt Details eines feuchteren Mars

Die US-amerikanische Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter hat in mehreren Regionen des Roten Planeten das Mineral Opal nachgewiesen. Das Mineral bildet sich, wenn durch vulkanische Prozesse entstandenes Gestein mit offenem Wasser in Kontakt kommt. Die Entdeckung legt die Vermutung nahe, dass flüssiges Wasser noch eine Milliarde Jahre länger auf der Planetenoberfläche vorhanden war, als Wissenschaftler bislang annahmen. Das Wasser spielte offenbar eine wichtige Rolle bei der Formung der Planetenoberfläche und kann möglicherweise Lebensformen beherbergt haben.
NASA Orbiter Reveals Details of a Wetter Mars

Marsmond Phobos gewogen

Anhand der auf die Raumsonde Mars Express ausgeübten Schwerkraft haben Forscher von der Universität Köln die Masse des Marsmondes Phobos zu 10,72 Billionen Tonnen bestimmen können. Die Dichte von Phobos liegt demnach kaum 90 Prozent über der von Wasser und deutlich unter der von typischem Marsgestein. Diese Resultate stehen im Einklang mit der Vermutung, dass es sich bei dem Mond um einen sehr porösen, vom Mars nachträglich eingefangenen Asteroiden handelt.

Kölner Forscher „wiegen“ den Marsmond Phobos

ESA closes in on the origin of Mars‘ larger moon

Regen auf dem Mars?

Weitere Hinweise auf eine feuchte Frühgeschichte des Roten Planeten präsentierte Ernst Hauber vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der vergangenen Woche beim European Planetary Science Congress im westfälischen Münster. Demnach gab es auf dem Mars Flüsse und Seen – und wahrscheinlich auch Regen. Hauber und seine Kollegen analysierten Bilder und Daten von einem Hochland namens Xanthe Terra in der Nähe des Mars-Äquators. Die Aufnahmen stammten von den drei Raumsonden Mars Global Surveyor, Mars Express und Mars Reconnaissance Orbiter. Dank der neuen Bilder konnten er und seine Kollegen sog. Digitale Geländemodelle erstellen, durch die die genaue Topographie der Marslandschaft sichtbar wird. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf einen kleinen Krater, in dem sie eine Art Flussdelta vermuteten. Auf den Aufnahmen ist nämlich zu sehen, dass ein Fluss von Süden her in den Krater mündete und mitgebrachte Sedimente fächerförmig verteilte. Fast der gesamte Krater ist mit Sedimenten gefüllt. Die Forscher ermittelten, dass die Ablagerungen mindestens 50 Meter dick sind und eine Fläche von ungefähr 23 Quadratkilometern bedecken. Die Form des Sedimentfächers deutet darauf hin, dass sich im Krater ein See befand: der Fluss versickerte also nicht auf einer trockenen Fläche, sondern mündete in ein stehendes Gewässer.
Regen auf dem Mars? Vor vier Milliarden Jahren bildeten sich in Einschlagkratern Ablagerungen von Seen

Phoenix entdeckt Schnee und Kalziumkarbonat

Seit der Landung am 25. Mai 2008 hat die Marssonde Phoenix bereits einige Belege für Wasservorkommen auf dem Mars entdeckt, so z.B. die Existenz einer harten Wassereisschicht unter der Oberfläche des Marsbodens. Jetzt hat ein Laserinstrument die Atmosphäre durchmustert und dabei festgestellt, dass in Wolken in rund vier Kilometern Höhe Schnee vorhanden ist. Dieser fällt zwar herab, verdampft jedoch bevor er den Boden erreicht. In Bodenproben, die der Roboterarm der Sonde ausgegraben hatte, entdeckten zwei der Laborexperimente an Bord zudem Kalziumkarbonat. Da sich diese Kohlenstoffverbindung bevorzugt unter Gegenwart von Wasser bildet, werten die Forscher dies als ein weiteres Indiz für das Vorhandensein von flüssigem Wasser in der Vergangenheit des Planeten.
Die Phoenix-Mission, eigentlich nur für drei Monate geplant, ist jetzt bereits in ihrem fünften Monat. Allerdings wird die sinkende Sonne den Operationen ein baldiges Ende bereiten. Noch vor Ende Oktober wird die Energie nicht mehr ausreichen, um den Roboterarm betreiben zu können, und wahrscheinlich werden die Funksignale von Phoenix noch vor Jahresende verstummen.
NASA Mars Lander Sees Falling Snow, Soil Data Suggest Liquid Past

Lidar Measurements of Snow Falling from Martian Clouds

Martian Clouds Above Phoenix (GIF-Animation)

Rätsel um Polkappe des Mars gelöst

Schon seit langem wundern sich die Forscher darüber, dass die Lage der südlichen Polkappe des Mars von der geografischen Lage des Südpols abweicht, während sich ihr nördliches Gegenstück exakt am Pol befindet. Marco Giuranna vom Istituto di Fisica dello Spazio Interplanetario in Rom und seine Kollegen nutzten nun das Planetary Fourier Spectrometer (PFS) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express, um das Geheimnis zu lüften. Sie beobachteten, wie atmosphärisches Kohlendioxid aus der Gashülle am Südpol ausfriert, wenn auf dem Mars der Herbst in den Winter übergeht. Dabei bilden sich die von der Erde aus schon in einem kleinen Teleskop gut sichtbaren saisonalen Polkappen, die überwiegend aus gefrorenem Kohlendioxid bestehen. Während des Übergangs zum Winter bilden sich auf der Südhalbkugel des Roten Planeten dann zwei regionale Wettersysteme aus. Sie entstehen aus starken östlichen Winden, die für die mittleren marsianischen Breiten typisch sind. Dabei blasen die Winde direkt in das größte Einschlagbecken auf dem Mars, das Hellas-Becken. Durch die Tiefe des Kraters und seine steilen Wände werden die Winde abgelenkt, wobei sog. Rossby-Wellen entstehen. Die Rossby-Wellen lenken die Marswinde in großen Höhen ab und verschieben die von ihnen beeinflussten Wettersysteme in Richtung des Marssüdpols. Auf der westlichen Hemisphäre des Planeten entsteht dabei ein starkes Tiefdruckgebiet in Südpolnähe, während sich östlich davon ein Hochdrucksystem ausbildet. Die Forscher stellten fest, dass die Temperatur innerhalb des Tiefdrucksystems oft unterhalb des Kondensationspunkts für Kohlendioxid liegt und das Gas somit in Flocken aus der Atmosphäre herabrieselt. Im Hochdrucksystem dagegen kann sich niemals Kohlendioxidschnee bilden, so dass hier am Boden nur Raureif entsteht. Die Regionen mit dichter Schneedecke tauen auch im Sommer nicht völlig ab. Der Bodenfrost besteht dagegen aus größeren Partikeln, die bei Erwärmung leichter sublimieren können, da ihre zerklüfteten Oberflächen mehr Strahlung absorbieren. Der westliche Teil der südlichen Polkappe verdampft also langsamer während des Sommers als die weiter östlich gelegenen Regionen, die dann völlig frostfrei bleiben. Über lange Zeit hinweg können sich dann die in den saisonalen Polkappen enthaltenen Anteile von Wassereis in der Region westlich des geografischen Marssüdpols ansammeln.
Mars polar cap mystery solved