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Archiv für Kosmologie

Bislang fernste Supernovae entdeckt

Astronomen um Jeff Cooke von der University of California in Irvine haben mittels einer neuen Beobachtungstechnik und mit Hilfe des W. M. Keck Observatory und des Canada-France-Hawaii Telescope (CFHT) die Überreste zweier massereicher Sterne entdeckt, die vor etwa 11 Milliarden Jahren als Supernovae explodierten.

New Method Finds Most Distant Supernovae

Giant supernovae farthest ever detected

Die glitzernden Wasserfarben des Omeganebels

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Der Omeganebel. (ESO)

Rund 5.500 Lichtjahre von uns entfernt im Nordteil des Sternbilds Schütze befindet sich der Omeganebel. Es handelt sich dabei um eine Ansammlung von interstellarem Gas und Staub, die sich über etwa 15 Lichtjahre erstreckt und durch die Strahlung der im Inneren gelegenen jungen Sterne zum Leuchten angeregt wird.
Eine neue Aufnahme, die mit dem 3,58 Meter durchmessenden New Technology Telescope (NTT) der Europäischen Südsternwarte in La Silla/Chile gemacht wurde, zeigt den Omeganebel in einem Detailreichtum, den man sonst nur von den Bildern des Weltraumteleskops Hubble kennt.

ESO – The Omega Nebula

M87 als Teilchenbeschleuniger

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Vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommenes Bild
des Zentralbereichs und eines Jets der Galaxie M87.
(NASA and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Durch gleichzeitige Beobachtungen im Gamma- und Radiobereich konnten Astronomen nachweisen, dass die Partikel der gewaltigen Jets, die aus der Galaxie Messier 87 ausströmen, in unmittelbarer Nähe des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie beschleunigt werden.
Erste Anzeichen hochenergetischer Gammastrahlung aus M87 entdeckten Forscher bereits im Jahr 1998 mit den HEGRA-Teleskopen, dem Vorgänger der H.E.S.S.-Teleskope in Namibia und des MAGIC-Teleskops auf der Kanareninsel La Palma.
Die neuen Ergebnisse entstammen einer Zusammenarbeit von MAGIC, H.E.S.S. und VERITAS mit dem VLBA (Very Long Baseline Array). Die Kombination von Beobachtungen in den niedrigsten (Radiowellen) und höchsten Bereichen (Gammastrahlen) des elektromagnetischen Spektrums ermöglichte es erstmals, den Gammastrahlungsausbruch exakt zu lokalisieren – und damit den Ort der Teilchenbeschleunigung in M87 auszumachen.
M87 ist eine gigantische elliptische Galaxie im Virgohaufen in rund 55 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde.

Eine Galaxie als Teilchenbeschleuniger

VLBA Locates Origin of Superenergetic Bursts Near Giant Black Hole

Einzigartiger Blick in die inneren Regionen der Milchstraße

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Farbkomposit des Milchstraßenzentrums und Sagittarius B2.
(Bild: ESO)

Ein internationales Team von Astronomen unter der Leitung von Forschern des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn hat einen Himmelsatlas erstellt, der einen einzigartigen Blick in die inneren Regionen unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, ermöglicht. Dieser Bereich ist übersät mit tausenden vorher nicht entdeckten dichten Knoten von kaltem kosmischem Staub, in denen wahrscheinlich neue Sterne entstehen. Der Atlas beruht auf Beobachtungen mit dem Atacama Pathfinder Experiment (APEX), einem Submillimeterteleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile.

Vermessung des kalten Universums – Neuartige Himmelskarte mit dem APEX-Teleskop

Astronomer’s new guide to the galaxy: largest map of cold dust revealed

Erste Bilder von Herschel

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Die Whirlpool-Galaxie M51,
aufgenommen von Herschel im fernen Infrarot.
(ESA and the PACS Consortium)

Am 14. Juni war die Schutzabdeckung für das 3,5 Meter durchmessende Infrarotteleskop Herschel erfolgreich geöffnet worden und das Instrument PACS (Photoconductor Array Camera and Spectrometer) machte erste Testaufnahmen von der Whirlpool-Galaxie M51. Die Bilder wurden in Wellenlängen von 70, 100 und 160 Mikrometern aufgenommen und zu einem Farbbild kombiniert.
Die Aufnahmen zeigen bereits jetzt, dass Herschel gegenüber anderen Infrarotteleskopen wie bspw. NASA’s Weltraumteleskop Spitzer klar überlegen ist.

Herschel’s daring test: a glimpse of things to come

Herschel’s sneak preview: PACS images of M51

"Ultrakühler Unterzwerg" stammt aus einer anderen Galaxie

Sie leuchten nur schwach, sind ungewöhnlich kalt und sehr klein: die erst im Jahr 2003 entdeckten “Ultracool Subdwarfs”. Ein weiteres Markenzeichen der ausgefallenen Sterne ist, dass sie fast nur aus Wasserstoff und Helium bestehen. Um mehr über diese Exoten zu erfahren, verfolgten Adam Burgaser und John Bochanski vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) nun ihre Bahnen. Dabei stellten sie eine weitere Besonderheit fest: die “ultrakühlen Unterzwerge” fliegen sehr viel schneller und in größerer Entfernung um die Milchstraße als andere Sterne. Dabei verlassen sie die Spiralebene und tummeln sich bevorzugt im kugelförmigen Halo, der unsere Heimatgalaxie umgibt. Besonders wild treibt es, wie sich zeigte, der Stern 2MASS 1227 – 0447: Berechnungen zufolge entfernt er sich bis zu 200.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße. Das ist weiter weg als viele der uns nächstgelegenen Zwerggalaxien. Vermutlich stammt 2MASS 1227 – 0447 aus einer anderen, kleineren Galaxie, die einst der Milchstraße zu nahe kam und von deren Schwerkraft auseinandergerissen wurde.

Ultracool stars take ‘wild rides’ around, outside the Milky Way
(Pressemeldung des MIT inkl. YouTube-Video)

Bilder und Animationen beim MIT

Wikipedia: Unterzwerg

Protoplanetare Scheibe um V4046 Sagittarii

Astronomen um Joel Kastner vom Rochester Institute of Technology haben mit dem Submillimeter Array (SMA) die Existenz einer protoplanetaren Scheibe aus molekularem Gas um das nur 240 Lichtjahre von uns entfernte Doppelsternsystem V4046 Sagittarii nachgewiesen. Die Scheibe beginnt in etwa dort, wo in unserem Sonnensystem der Neptun seine Bahn zieht und erstreckt sich dann noch etwa zehn Mal weiter ins All. Nach Ansicht der Forscher könnten dort gerade jupiterähnliche Planeten entstehen.

Radio Telescope Images Reveal Planet-Forming Disk Orbiting Twin Suns

Liebling, ich habe Beteigeuze geschrumpft!

Der Rote Überriese Beteigeuze, zweithellster Stern im Sternbild Orion, hat in den letzten 15 Jahren deutlich an Größe verloren. Dies ist das Ergebnis einer Langzeitbeobachtung von Astronomen am Mount-Wilson-Observatorium der University of California in Berkeley. Der etwa 600 Lichtjahre von uns entfernte, mit bloßem Auge gut sichtbare Stern befindet sich am Ende seiner Lebenszeit. Sein Wasserstoffvorrat ist aufgebraucht, und in Folge der wesentlich energiereicheren Heliumfusion in seinem Kern hatte sich Beteigeuze immer weiter aufgebläht. Heute strahlt der Stern gut 10.000-mal heller als unsere Sonne. Dass er sich nun erneut zusammenzieht, dürfte ein erstes Anzeichen für das Einsetzen weiterer Fusionsprozesse sein, die schon in den nächsten 1.000 Jahren in einer Supernova enden könnten.

Red giant star Betelgeuse mysteriously shrinking

C. H. Townes et al. (2009): A Systematic Change with Time in the Size of Betelgeuse

Sterntypen – von Riesen und Zwergen

Arches-Sternhaufen ist erstaunlich normal

Mit Hilfe des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) machten Astronomen eine der schärfsten Aufnahmen des Arches Cluster, eines außergewöhnlich dichten Haufens junger Sterne nahe dem supermassereichen Schwarzen Loch im Herzen der Milchstraße. Trotz der extremen Bedingungen stellten die Astronomen erstaunt fest, dass in dem Sternhaufen das gleiche Verhältnis von massereichen zu massearmen jungen Sternen zu finden ist, wie in ruhigeren Gebieten der Milchstraße.

Stellar family in crowded, violent neighbourhood proves to be surprisingly normal

The massive star initial mass function of the Arches cluster

"Düstere" Supernova könnte Rätsel um bestimmte Gammablitze lösen

Sterne mit mehr als acht Sonnenmassen enden gewöhnlich in gewaltigen Explosionen: als Supernovae, die in kurzer Zeit mehr Energie freisetzen als die Sonne während ihrer gesamten Lebensspanne von zehn Milliarden Jahren; dabei strahlen sie so hell wie Milliarden von Sternen. Es geht aber auch weniger spektakulär. “Düstere” Supernovae sind 100-mal energieärmer und sehr viel lichtschwächer. Jetzt haben Forscher der Queens-Universität in Belfast, des Italienischen Nationalinstituts für Astrophysik und des Max-Planck-Instituts für Astrophysik zum ersten Mal eine solche Supernova entdeckt, deren Spektrum obendrein keinerlei Spuren von Wasserstoff aufweist – und damit möglicherweise das Rätsel um bestimmte kosmische Gammablitze gelöst.

Düstere Supernova erhellt Gammablitze