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Archiv für Kosmologie

Spitzer findet urtümliche Schwarze Löcher

Bisher gab es sie nur in den Modellen der Astronomen: Urtümliche Schwarze Löcher, welche die Kerne aktiver Galaxien besiedeln und bereits im jungen Universum existierten. Jetzt haben Forscher gleich zwei solcher Schwerkraftmonster aufgespürt: Sie verraten sich als hell leuchtende Quasare. Ihr Licht stammt aus einer Zeit, in der das All gerade einmal eine Milliarde Jahre alt war: Wir beobachten sie so, wie sie vor 12,7 Milliarden Jahren ausgesehen haben.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Die ersten Schwarzen Löcher im Universum -
Mit dem Weltraumteleskop Spitzer spüren Astronomen urtümliche Quasare auf

NASA’s Spitzer Unearths Primitive Black Holes

Dust-free quasars in the early Universe

Borexino-Experiment weist erstmals Geo-Neutrinos nach

Mit dem Borexino-Detektor im italienischen Gran-Sasso-Untergrundlabor konnten erstmals Antineutrinos aus dem Inneren der Erde nachgewiesen werden. Die gewonnenen Daten zeigen ein deutliches Signal von Antineutrinos mit den erwarteten Energien aus dem radioaktiven Zerfall von Uran und Thorium. Die Messungen stützen damit die Theorie, wonach Radioaktivität die wesentliche Quelle für die Erdwärme darstellt. Die Hitze im Erdinneren ist verantwortlich für die konvektiven Bewegungen im Erdmantel, welche die vulkanische Aktivität und die Plattentektonik hervorrufen, wie auch für den Geodynamo, der das Erdmagnetfeld erzeugt.

Observation of Geo-Neutrinos

Borexino Experiment

Flotte Sohle zweier Sternleichen

Die etwa 1.600 Lichtjahre von uns entfernte Strahlungsquelle HM Cancri (auch RX J0806.3+1527) war im Jahr 1999 vom deutschen Röntgensatelliten ROSAT entdeckt worden. Die von HM Cancri ausgesandte Strahlung im visuellen und im Röntgenbereich wird alle 321,5 Sekunden intensiver und wieder schwächer. Astronomen gingen u.a. anhand von Beobachtungen mit dem Röntgenteleskop Chandra zwar davon aus, dass es sich bei der Strahlungsquelle um ein Doppelsternsystem handelt, das aus zwei Weißen Zwergen mit je etwa einer halben Sonnenmasse besteht, die sich in einem Abstand von nur 80.500 km umkreisen, allerdings konnten sie bislang nicht eindeutig belegen, dass der rasante Takt der ausgesandten Strahlung tatsächlich die Umlaufbewegung der beiden ausgebrannten Sterne widerspiegelt.
Nach mehreren vergeblichen Anläufen in den Vorjahren hatte eine Astronomengruppe um Gijs Nelemans von der Radboud Universiteit Nijmegen und Gijs Roelofs vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im Januar und März 2009 endlich Glück und konnte mit Hilfe des Keck-Teleskops auf Hawaii hochauflösende Infrarotspektren des schwach glimmenden Gespanns aufnehmen, um diese Frage zu klären.
In den Daten zeigt sich tatsächlich eine deutliche Dopplerverschiebung in dem rasanten Takt: alle 5,4 Minuten wandern die erkennbaren Helium-Emissionslinien zu etwas größeren und wieder zurück zu kürzeren Wellenlängen, weil sich eine der beiden Sternleichen von der Erde weg und wieder auf sie zu bewegt.

Wilder Ringelreihen der Sterne -
Zwei Weiße Zwerge laufen im kleinsten bekannten Doppelsternsystem in nur fünfeinhalb Minuten umeinander

Keck telescope confirms smallest known star duo

Spectroscopic Evidence for a 5.4-Minute Orbital Period in HM Cancri

RX J0806.3+1527: Orbiting Stars Flooding Space with Gravitational Waves

Sternenfabrik in der Kleinen Magellanschen Wolke

NGC 346 in der Kleinen Magellanschen Wolke.
(ESO)

Die Europäische Südsternwarte (ESO) hat heute neue Bilder des Sternentstehungsgebietes NGC 346 in der Kleinen Magellanschen Wolke veröffentlicht.
Licht und Teilchenwinde der massereichen, nur einige Millionen Jahre alten Sterne haben das leuchtende Gas in und um den Sternhaufen auseinandergetrieben. Dabei sind feine Nebelstrukturen entstanden, die an ein Spinnennetz erinnern.
NGC 346 ist rund 200 Lichtjahre groß und rund 210.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Astronomen dient die Kleine Magellansche Wolke gewissermaßen als extragalaktisches Labor, da sich hier die Sternentstehungsprozesse gut untersuchen lassen.

Light, Wind and Fire – Beautiful Image of a Cosmic Sculpture

Von NGC 346 gibt es übrigens auch diese fantastischen Hubble-Bilder: ;-)
Young Stars Sculpt Gas with Powerful Outflows

Hubble Finds Infant Stars in Neighboring Galaxy

Bonner Astronomen entdecken Schwarze Witwe im All

Einen schnellen Erfolg feiert das erst 2009 gegründete Team “Radioastronomische Fundamentalphysik” am Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Nur wenige Wochen nach dem Start eines Pulsar-Suchprogramms am 100-Meter-Teleskop in Effelsberg konnten die Forscher jetzt ihren ersten Millisekunden-Pulsar nachweisen. Das Objekt trägt die vorläufige Bezeichnung PSR J1745+10, wurde auf der Position einer mit dem Weltraumobservatorium Fermi entdeckten Gammastrahlungs-Punktquelle gefunden und scheint gerade dabei zu sein, seinen Begleitstern zu verdampfen.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Schwarze Witwe im Weltall -
Neues Projekt beschert Radioastronomen die Entdeckung eines Millisekunden-Pulsars

Fundamental Physics in Radio Astronomy

Der Orionnebel in neuem Licht

VISTA's Infrarotblick in den Orionnebel.
(ESO/J. Emerson/VISTA/
Cambridge Astronomical Survey Unit)

Das neue Teleskop VISTA (Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy) der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat einen tiefen Blick in die schillernde Sternenfabrik des Orionnebels geworfen. In der 1.350 Lichtjahre entfernten stellaren Kinderstube entstehen zahlreiche neue Sonnen. Dank der Infrarotdetektoren kann das in den chilenischen Anden stationierte Teleskop in die Staub- und Gaskokons des Nebels hineinspähen. So kann VISTA hier zahlreiche Details erkennen, die im sichtbaren Licht verborgen bleiben: nur im Infraroten sind bspw. die sonderbaren roten Strukturen zu erkennen, die auf extrem schnelle Gasströme von jungen Sternen zurückgehen. Wo diese rund 700.000 Kilometer pro Stunde schnellen Gasströme auf das sie umgebende Gas treffen, leuchtet dieses im Infrarotbereich hell auf.
VISTA ist das jüngste Instrument des Paranal-Observatoriums der ESO. Mit seinem 4,1 Meter großen Spiegel ist es das derzeit größte Durchmusterungsteleskop der Welt und soll in den kommenden Jahren eine Bestandsaufnahme des Himmels im Infrarotlicht durchführen.

Orion in a New Light

VISTA

Protoplanetare Scheibe um sonnenähnlichen Stern enthält große Wassermengen

Mit dem IRAM-Interferometer auf dem Plateau de Bure in den französischen Alpen haben die Astronomin Ewine van Dishoeck vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und dem Leiden Observatorium und der Astronom Jes Jørgensen vom Argelander Institut der Universität Bonn und von der Universität Kopenhagen eine große Menge heißen Wasserdampfs in der Akkretionsscheibe um den jungen, sonnenähnlichen Stern NGC 1333 IRAS4B nachgewiesen.

Lebenselixier im All – In der Scheibe um einen jungen Stern orten Forscher erstmals große Mengen von Wasser

Spektakuläre Aufnahme der Sternentstehungsregion NGC 3603

NGC 3603
und das ihn umgebende Sternentstehungsgebiet.
(ESO)

Dieses herrliche Bild der gigantischen stellaren Kinderstube um den Emissionsnebel NGC 3603 wurde vom Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem Cerro Paranal in Chile aufgenommen. Der Nebel befindet sich in etwa 22.000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Kiel des Schiffs und ist die nächstgelegene Sternentstehungsregion in unserer Galaxie. Tausende von Sternen bevölkern diese Region, die meisten mit Massen ähnlich der unserer Sonne. Aber es gibt hier auch Sterne, die zu den massereichsten gehören, die wir kennen. So kommt der Stern NGC 3603 A1 auf 114 Sonnenmassen! Er bildet mit einem 84 Sonnenmassen schweren Stern ein Doppelsternsystem. Mehrere Blaue Überriesen sind in einem Volumen von weniger als einem Kubiklichtjahr zusammengepfercht, gemeinsam mit drei sog. Wolf-Rayet Sternen – das sind extrem helle und massereiche Sterne, die in einigen tausend Jahren als Supernova explodieren werden.

The Stars behind the Curtain

Astrophysiker berechnen, wie man Neutronensterne aus ungewöhnlicher Materie aufspüren könnte

Neutronensterne zählen zu den faszinierendsten Objekten im Universum. In den nur zehn Kilometer großen Überresten kollabierter, massereicher Sterne herrscht eine so hohe Dichte, dass ein Fingerhut von “Neutronensternstoff” auf der Erde hundert Millionen Tonnen wiegen würde. Der Zustand der Materie im Innern dieser Exoten ist ungeklärt. Jetzt haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Astrophysik zusammen mit Kollegen der Universitäten in Frankfurt, Heidelberg und Jena am Computer die Kollision von zwei Neutronensternen nachgestellt. Die dabei entstehenden Signale könnten helfen, das Rätsel zu lösen.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Signale von seltsamen Sternleichen

Astronomen entdecken das bislang kälteste substellare Objekt

In der nächsten Nachbarschaft der Sonne, in höchstens 50 Lichtjahren Entfernung, hat eine internationale Astronomengruppe um Philip Lucas und Ben Burningham von der University of Hertfordshire zwei Braune Zwerge entdeckt, die sich gegenseitig umkreisen. Einer der beiden Beinahe-Sterne scheint nur wenig mehr als 200 Grad Celsius warm zu sein.
Entdeckt wurde das Objekt im Rahmen einer Suche nach Braunen Zwergen mittels des United Kingdom Infra-Red Telescope (UKIRT) auf Hawaii. Bei den Beobachtungen wurde der neue Braune Zwerg als schwache Infrarotquelle direkt neben einem bereits bekannten Braunen Zwerg ausgemacht.
Der kühle kleine Braune Zwerg weist etwa das 30-fache der Masse des Jupiter auf, sein Partner dürfte mindestens doppelt so massereich sein.

Astronomers discover cool stars in nearby space

The discovery of a very cool binary system