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Archiv für Geologie

Steinbogen in US-Nationalpark eingestürzt

Einer der größten und schönsten Steinbögen im Arches-Nationalpark im US-Bundesstaat Utah ist eingestürzt. Der Wall Arch am Devils Garden Trail war 22 Meter hoch und hatte eine Spannweite von knapp 11 Metern. Er befand sich in der Nachbarschaft des berühmten Landscape Arch, der mit knapp 90 Metern Spannweite zu den größten natürlichen Felsbögen der Welt zählt.
Wall Arch Collapses

Wikipedia: Arches-Nationalpark

Diamanten als Boten aus der Tiefe

Zusammen mit Kollegen aus Großbritannien, den USA und Brasilien haben Shantanu Keshav und Gudmundur Gudfinnsson vom Bayerischen Geoinstitut der Universität Bayreuth kleinste Mineraleinschlüsse in Diamanten untersucht. Wie die Spurenelementkonzentrationen in den Mineraleinschlüssen und Hochdruckexperimente am Bayerischen Geoinstitut belegen, bildeten sich die Diamanten und ihre Einschlüsse aus aufgeschmolzener, kalksteinhaltiger Ozeankruste. Die Kristallstrukturen der Einschlüsse (Perowskit und Majorit) zeigen außerdem an, dass die Aufschmelzung in mindestens 400 km Tiefe stattgefunden haben muss.
Primary carbonatite melt from deeply subducted oceanic crust

Vor 100 Jahren: Asteroiden-Explosion in Sibirien


Vor 100 Jahren, am 30. Juni 1908, explodierte in ca. zwölf Kilometern Höhe über der sibirischen Taiga ein Asteroid von etwa 30 bis 50 Metern Durchmesser, der mit bis zu siebzigtausend Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eingedrungen war. Die von der Explosion ausgelöste, auf den Boden gerichtete Druckwelle verwüstete ein Gebiet von mehr als 2.000 Quadratkilometern. Beim Zerplatzen des Asteroiden wurde eine Energie freigesetzt, die etwa 10 bis 15 Megatonnen TNT oder der Energie von mehreren hundert Hiroshima-Atombomben entsprach. Erst 1927 konnte eine Expedition unter Leitung des Mineralogen Leonid Kulik zum Ort des Ereignisses vordringen. Die Folgen der Katastrophe sind noch heute zu erkennen.
30. Juni 1908: Tunguska in Flammen

100 Years of Space Rock: The Tunguska Impact

Tunguska Home Page – University of Bologna

Vulkane unter dem Packeis

Vor neun Jahren registrierten Erdbebenforscher ein schwarmartiges Auftreten von Erdbeben im Osten des arktischen Meeresbeckens, am sog. Gakkel-Bergrücken. Das unterseeische Bergmassiv liegt unter einer dicken Eisschicht am 85.Grad nördlicher Breite und ist Teil des globalen Mittelozeanischen Bergrückens. Eine Reihe von Indizien sprach für einen großen Vulkanausbruch als Ursache für die Beben. Erst jetzt konnten Wissenschaftler während einer Expedition in dieses Gebiet Belege für ihre Vermutung sammeln. Dabei verwendeten die Forscher eine eigens für den Einsatz unter Packeis konstruierte, hochauflösende Unterwasserkamera und einen speziellen ferngesteuerten Tauchroboter zur Probenentnahme. Die Bilder aus einem Tal des Gakkel-Bergrückens in etwa 4.000 Metern Tiefe zeigten ein großflächiges Gebiet mit vulkanischen Ablagerungen. Außerdem fanden die Forscher eine Vielzahl unterseeischer Vulkane mit einem Durchmesser von zwei Kilometern und einer Höhe von über 300 Metern.
Feuer unter dem Eis – Internationale Expedition entdeckt gigantische Vulkanexplosion im Arktischen Ozean

Siehe auch:
Glühende Urgewalten unter dem Eis

Expedition 11: The Gakkel Ridge

Wikipedia: Mittelozeanischer Rücken

Aktive Unterseevulkane nahe Fidschi

Während einer sechswöchigen Forschungsexpedition im Pazifischen Ozean führten Wissenschaftler der australischen National-Universität (ANU) und des australischen Forschungsverbunds (CSIRO) eine Kartierung der Topographie des Meeresbodens im North Lau Basin, einem Meeresgebiet rund 400 Kilometer nordöstlich der Fidschiinseln, durch. Mit Hilfe von modernsten Sonargeräten erzeugten sie digitale Aufnahmen des Meeresbodens in zuvor nie erreichter Auflösung. Bei der Kartierung der teilweise noch völlig unerforschten Gebiete fanden die Forscher Überraschendes: in dem von Spreizungsrücken und Riftzonen durchzogenen Gebiet entdeckten sie gleich mehrere aktive Vulkane. Zwei der Vulkane sind so gewaltig, dass allein ihre Krater bis zu 1.500 Meter in die Tiefe reichen. Einige der vulkanischen Formen gleichen in mancher Hinsicht denen auf der Venusoberfläche.
Active submarine volcanoes found near Fiji

Bilder zum Download

Der Tod kam aus der Tiefe

Mit Hilfe des Metalls Molybdän in Sedimentgesteinen konnten Forscher um den Geologen Professor Thomas Nägler von der Universität Bern nachweisen, warum es vor rund 540 Millionen Jahren auf der Erde zu einem großen Massenaussterben der ersten Mehrzeller kam: die gemessenen Molybdän-Isotope zeigten an, dass die Lebensräume der sog. Ediacara-Fauna durch aus der Tiefe der Ozeane aufsteigenden Schwefelwasserstoff vergiftet wurden.
Medieninformation der Universität Bern (PDF)

Hydrogen sulphide release to surface waters at the Precambrian/Cambrian boundary

Ediacara-Fauna

Mikroorganismen tief unter dem Meeresboden

Mehr als 1.600 Meter unter dem Meeresboden und damit viel tiefer als bisher angenommen wachsen und gedeihen Mikroorganismen. Das haben französische und britische Forscher bei der Untersuchung von Bohrkernen entdeckt, die bis zu 111 Millionen Jahre alte Sedimente enthielten. Erwan Roussel von der Université de Bretagne Occidentale in Brest und sein Team analysierten neun Bohrkerne aus dem Meeresboden vor der Küste Neufundlands, die aus Tiefen von 860 bis 1.626 Metern stammten und zwischen 46 bis 111 Millionen Jahre alt waren. Die tiefste und älteste Probe wurde dabei aus einem Bereich unterhalb einer Lava-Ablagerung gewonnen, wo Temperaturen zwischen 60 und 100 Grad Celsius herrschen. Vor allem in diesem Probenteil fanden sich hohe Konzentrationen von Methan und anderen Kohlenwasserstoffen. In allen Kernen entdeckten die Forscher einfach gebaute Mikroorganismen ohne Zellkern, von denen sich einige gerade teilten.

Roussel et al.: Extending the Sub-Sea-Floor Biosphere

Hawaii: Vulkan Kilauea wieder aktiv

Der Hauptkrater des Kilauea auf Hawaii wirft derzeit unter großem Getöse Steine, Lava und Asche aus. Das beeindruckende Naturschauspiel droht das Leben auf der Insel lahm zu legen, erste Teile des Nationalparks mussten schon geschlossen werden. Der Vulkan, der seit über 80 Jahren nicht mehr so aktiv war wie jetzt, steht unter ständiger wissenschaftlicher Beobachtung. Es werden Emissionen und seismische Aktivitäten gemessen, um bei auftretender Gefahr rechtzeitig Warnungen an die Bevölkerung ausgeben zu können.
Ständig aktualisierte Bilder beim USGS

Live-Panorama der Webcam des USGS

Karten zu den jüngsten Aktivitäten des Vulkans

Vulkan Kilauea spuckt Feuer und Lava

Hotspot löste Vulkankatastrophe im Nordatlantik aus

Wissenschaftlern um Robert White von der Universität von Cambridge ist es erstmals gelungen, die Lavaschicht unter dem Nordatlantik in ihrer Gänze auszumessen und zu erforschen. Sie entwickelten dazu eine neue seismische Methode, die es ihnen erlaubte, durch die Sedimente bis auf die darunter liegenden Lavaschichten und sogar durch diese hindurch zu schauen. Ihre jetzt in der Fachzeitschrift “Nature” veröffentlichten Ergebnisse geben einen Einblick in die dramatischen Ereignisse beim Zerbrechen der Kontinente. Vor 55 Millionen Jahren, als Grönland und Nordwesteuropa auseinander drifteten, ereignete sich ein extremer Ausbruch vulkanischer Aktivität: der Nordatlantik riss auf und ein Hotspot im Erdmantel schleuderte bis zu zehn Millionen Kubikkilometer geschmolzenes Gestein an die Erdoberfläche. Heute ist ein Großteil dieser stellenweise mehr als zwölf Kilometer dicken Lavaschicht vom Meer und von Sedimenten bedeckt. Nur eine kleine Ecke dieser Vulkanregion ist als Gesteinsformation des Giant’s Causeway in Nordirland erhalten.
Under the sea

Wikipedia: Giant’s Causeway

Vulkanausbruch unter antarktischem Eis

Vor etwa zweitausend Jahren ist unter der westantarktischen Eisdecke ein Vulkan ausgebrochen, der noch heute aktiv ist. Das schließen Hugh Corr und David Vaughan von der British Antarctic Survey aus Radarbildern, die während einer Überfliegung der Hudson Mountains in der Westantarktis geschossen wurden. Die Bilder zeigen Reflexionen, die über ein ovales Areal verteilt sind und zu den Rändern hin schwächer werden. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass diese Reflexionen von einer Ascheschicht stammen, die ein Vulkanausbruch hinterlassen hat. Eine unabhängige Bestätigung für ihre Vermutung haben Corr und Vaughan in Eisbohrkernen gefunden, die schon früher in der Nähe der Hudson Mountains gezogen worden waren: in zwei der Eisproben hatten Forscher eine relativ junge vulkanische Ascheschicht entdeckt.

First evidence of under-ice volcanic eruption in Antarctica

Hudson Mountains

Bilder vom Ausbruch des Grímsvötn auf Island