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Archiv für Geologie

Unterwasser-Erdrutsch vor Afrika

Forscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in Kiel haben südlich der Kanarischen Inseln Spuren eines gigantischen Unterwasser-Erdrutsches gefunden, der sich vor rund 2.000 Jahren ereignete.
Damals glitten Schuttmassen vom Rand des afrikanischen Kontinents ab und bewegten sich über 900 Kilometer durch den Ozean. Schließlich bedeckten sie eine Fläche von rund 150.000 Quadratkilometern.
Die Forscher hatten eigentlich eine bekannte und sehr viel ältere Erdbewegung untersuchen wollen, die sog. Sahara-Hangrutschung. Bisher vermuteten Forscher, dass sich dieser Erdrutsch dort vor rund 50.000 bis 60.000 Jahren abspielte, als der Meeresspiegel des Atlantiks deutlich anstieg. Die nun entdeckte Rutschung geschah allerdings in einer klimatisch relativ stabilen Zeit.
Unterwasser-Erdrutsche lösen im schlimmsten Fall verheerende Tsunamis aus. Auf den nahe gelegenen Kanarischen Inseln könnte es also entsprechende Ablagerungen geben und möglicherweise finden sich sogar bei den Autoren der Antike Hinweise auf eine solche Katastrophe.
Dessen ungeachtet hat die jüngste Entdeckung aber vor allem Konsequenzen für die Gefahrenabschätzung für Bohrinseln, Pipelines und Datenkabel.

Ein Tsunami zu Kaiser Augustus’ Zeiten?

Submarine Gefahren an Kontinentalrändern

Borexino-Experiment weist erstmals Geo-Neutrinos nach

Mit dem Borexino-Detektor im italienischen Gran-Sasso-Untergrundlabor konnten erstmals Antineutrinos aus dem Inneren der Erde nachgewiesen werden. Die gewonnenen Daten zeigen ein deutliches Signal von Antineutrinos mit den erwarteten Energien aus dem radioaktiven Zerfall von Uran und Thorium. Die Messungen stützen damit die Theorie, wonach Radioaktivität die wesentliche Quelle für die Erdwärme darstellt. Die Hitze im Erdinneren ist verantwortlich für die konvektiven Bewegungen im Erdmantel, welche die vulkanische Aktivität und die Plattentektonik hervorrufen, wie auch für den Geodynamo, der das Erdmagnetfeld erzeugt.

Observation of Geo-Neutrinos

Borexino Experiment

Schweres Erdbeben in Chile

In Chile hat sich heute Morgen um 07:34 Uhr MEZ ein Erdbeben der Stärke 8,8 ereignet.
Das Zentrum des Bebens lag 115 Kilometer nordöstlich der zweitgrößten Stadt Concepción, in der rund 215.000 Menschen leben. Auf den gewaltigen Erdstoß folgten binnen zweieinhalb Stunden insgesamt elf zum Teil schwere Nachbeben.
In einigen Vierteln der Hauptstadt Santiago fiel der Strom aus. Im gesamten Land waren die Telefonverbindungen unterbrochen. Bislang ist von mindestens 85 Todesopfern die Rede.
Für den Westen Südamerikas, Hawaii, Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und Russland wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Die Pazifik-Anrainer fürchten, dass eine bis zu fünf Meter hohe Flutwelle über ihre Küsten hereinbrechen könnte.

Update 20:00 Uhr MEZ: Zur Zeit ist von über 120 bestätigten Todesopfern die Rede. In den am stärksten zerstörten Orten, vor allem in Concepción, werden noch zahlreiche weitere Opfer unter den Trümmern vermutet.
Die Juan-Fernandez-Inseln vor der Küste Chiles wurden von einer großen Tsunami-Welle getroffen und sind überschwemmt. Von der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet wurden Schiffe und Hubschrauber zu der Inselgruppe geschickt.
Die chilenische Hafenstadt Valparaíso wurde bereits 20 Minuten nach dem Erdbeben von einer Tsunami-Welle getroffen, die Osterinsel etwa 30 Minuten später. Dort wird derzeit die Küstenregion evakuiert.

Erdbeben auf Haiti – Linkliste

Schweres Erdbeben auf Haiti

Eine Erdbebenserie mit mehr als zehn schweren Erdstößen hat die Bewohner des Karibikstaates Haiti in Angst und Schrecken versetzt – und offenbar für sehr viele Todesopfer gesorgt. Das heftigste Beben gestern um 22:53 Uhr MEZ hatte laut der Erdbebenwarte des USGS eine Stärke von 7,0. Das Zentrum des Bebens lag nur 15 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince, wo unter anderem der Präsidentenpalast zerstört wurde.

Gunnar hat weitere Details:

Warum passierte das Erdbeben in Haiti?

Haiti Erdbeben update: die angekündigte Katastrophe?

Haiti-Erdbeben update

Erdbeben in Haiti – Mögliche Folgegefahren

Haiti, erneutes Erdbeben

Eindrucksvolle Videoaufnahmen von unterseeischem Vulkanausbruch

Der Ozeanograph Joseph Resing von der University of Washington in Seattle und sein Team konnten mit ihrem ferngesteuerten Tauchroboter “Jason” bis auf einen Meter an den tiefstgelegenen aktiven unterseeischen Vulkan heransteuern und dessen Eruption beobachten und filmen.
Der West Mata getaufte Feuerberg befindet sich in mehr als 1.200 Meter Tiefe im Pazifik zwischen den Inseln Fiji, Tonga und Samoa. Er spuckt einen Lavatyp, den Geologen bislang noch nicht an aktiven Vulkanen nachweisen konnten: Proben belegen, dass es sich um eine boninitische Gesteinsschmelze handelt.

Marine Scientists Discover Deepest Undersea Erupting Volcano

WHOI-Operated ROV Jason Images the Discovery of the Deepest Explosive Eruption on the Sea Floor

YouTube – West Mata Underwater Volcanic Eruption, 2009 (Clip 1)

YouTube – West Mata Underwater Volcano Eruption, 2009 (Clip 2)

Hawaii-Hotspot reicht bis in den unteren Erdmantel

hawaii

Infografik: Entstehung der Hawaii-Inselkette
(Klett-Verlag)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Die Hawaii-Inseln markieren das südwestliche Ende einer mehr als 5.000 Kilometer langen Vulkankette im Pazifik. Ihre Entstehung verdankt diese geologische Perlschnur einem “Hotspot“, der sich wie ein Schneidbrenner durch die über ihn hinweg gleitende pazifische Platte brennt.
Geowissenschaftler um Cecily Wolfe von der University of Hawaii konnten nun im Rahmen einer groß angelegten Messkampagne nachweisen, dass der Hotspot bis in den unteren Erdmantel reicht. Das jüngere Ende der Hawaii-Inselkette befindet sich demnach über einem “Pilz” heißen Gesteins, das aus einer Tiefe von mindestens 1.500 Kilometern emporsteigt.
Im Laufe von zwei Jahren installierten die Forscherin und ihre Kollegen mehrere Dutzend Seismometer am Meeresboden um Hawaii. Die Geräte registrierten Scherwellen, die bei Erdbeben in anderen Teilen der Welt ausgesandt worden waren. Aus den leicht unterschiedlichen Ankunftszeiten bei jedem Gerät konnten Wolfe und Kolleginnen auf die Geschwindigkeit schließen, mit der die Wellen durch den Erdmantel unter Hawaii gelaufen waren. Die so erstellte Tomographie zeigt unter den jüngsten Inseln eine Zone, in der die Wellen einige Prozent langsamer sind als in der Umgebung. Dies entspricht einer um bis zu 300 Grad Celsius erhöhten Gesteinstemperatur. Mit zunehmender Tiefe dehnt sich der heiße Bereich aus, bis er in etwa 300 Kilometern Tiefe eine maximale Weite von einigen Hundert Kilometern erreicht, und verjüngt sich dann wieder. Zudem ist er leicht nach Nordwesten geneigt, entsprechend der Bewegungsrichtung der pazifischen Platte.

Hawaiian Hot Spot Has Deep Roots

Mantle Shear-Wave Velocity Structure Beneath the Hawaiian Hot Spot

Scientists map deep origins of the ‘Hawaiian Hotspot’ (PDF)

Probing the Hawaiian Hot Spot With New Broadband Ocean Bottom Instruments

The Hawaiian PLUME Project

Klimaarchiv im Kraterboden

Ein internationales Wissenschaftler-Team unter Leitung des Geologen Martin Weller von der Universität Köln kann nun insgesamt 3,6 Millionen Jahre Klimageschichte abbilden. Das ist das Ergebnis einer viermonatigen Expedition zum nordsibirischen Elgygytgyn-See.
Von der Eisdecke des Kratersees bohrten die Forscher insgesamt 520 Meter tief bis ins feste Gestein. Die gewonnenen Seesedimentkerne gehen bis in die Zeit des Pliozäns vor mehr als 2,6 Millionen Jahren zurück.
Anhand der Impaktbrekzie werden die Wissenschaftler zudem den Meteoriteneinschlag rekonstruieren können, der zur Bildung des Sees führte.

Universität zu Köln, Institut für Geologie und Mineralogie – El’gygytgyn Drilling Project

Schweres Seebeben im Pazifik löst Flutwelle aus

In der Region der Samoa-Inseln im Pazifik hat es heute um 19:48 Uhr MESZ ein schweres Seebeben der Stärke 8,0 gegeben. Das Epizentrum des Bebens lag 190 Kilometer südwestlich von Samoas Hauptstadt Apia und 2.700 Kilometer nordöstlich der neuseeländischen Stadt Auckland.
Von der Erdbebenwarte des US-amerikanischen Instituts für Geophysik (USGS) wurde daraufhin für Hawaii, Samoa, Tonga, Fidschi, Tuvalu und Neuseeland eine Tsunami-Warnung ausgegeben.
Auf der Insel Samoa sollen durch eine von dem Beben ausgelöste, mehr als anderthalb Meter hohe Flutwelle mehrere Dörfer zerstört worden sein. Es soll mehrere Todesopfer gegeben haben.

Magnitude 8.0 – Samoa Islands Region

Update 30.09. – 01:45 Uhr MESZ: Radio Neuseeland berichtete vor gut zwei Stunden, dass in dem zu den USA gehörenden Teil der Samoa-Inseln mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen sind. In Westsamoa gibt es mindestens fünf Todesopfer. An der Südküste Samoas sollen die Flutwellen eine Höhe von bis zu acht Metern erreicht haben. Eine von den USA herausgebende Tsunami-Warnung für Neuseeland und weite Teile des Südpazifiks wurde inzwischen wieder aufgehoben.

Update 30.09. – 12:15 Uhr MESZ: Der Tsunami vor Samoa hat die Küstenregion der Südsee-Inselgruppe schwer verwüstet. Die Tsunami-Wellen waren teilweise bis zu eineinhalb Kilometer ins Landesinnere vorgedrungen. Die Katastrophenschutzbehörde von Samoa geht derzeit von mindestens 100 Toten aus.

Gigant unter der Erde

hang-son-doong

Erste beeindruckende Aufnahmen
aus der Hang Son Doong.
(Fotos: Barcroft Media/
Fame Pictures/astroarts.org)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Ein 13 Mitglieder umfassendes britisch-vietnamesisches Speläologen-Team hat in den Tiefen des Dschungels von Vietnam den wohl größten Höhlenraum der Welt entdeckt. Die Hang Son Doong (Mountain River Cave) getaufte Höhle ist mehr als 200 Meter hoch, über 150 Meter breit und erstreckt sich über eine Länge von mindestens 4,5 Kilometern. Durch die ersten 2,5 Kilometer der Kalkstein-Höhle schlängelt sich ein unterirdischer Fluss. Manche der von den Forschern in der Höhle vorgefundenen Stalagmiten sind mehr als 70 Meter hoch.
Einheimische hatten den Höhleneingang zwar bereits im Jahr 1991 gefunden, wegen der Geräusche, die der unterirdische Fluss sowie Luftströmungen verursachten, hatten sie es jedoch nicht gewagt, die Öffnung in der Felswand zu betreten.

World’s Biggest Cave Found in Vietnam