Heute vor 50 Jahren, am 8. April 1960, startete das vom US-amerikanischen Astronomen und Astrophysiker Frank Drake initiierte SETI-Programm, die systematische Suche nach Funksignalen außerirdischer Intelligenzen.
Kategorie: Forschung & Technik
50 Jahre Wetterbeobachtung per Satellit
Heute vor 50 Jahren, am 1. April 1960, startete mit TIROS-1 der erste experimentelle Wettersatellit von Cape Canaveral aus ins All. TIROS-1 funktionierte bis zum 15. Juni 1960 und sendete weit über 15.000 Bilder.
Die erste Generation des US-amerikanischen TIROS-Programms, das bis zum 31. Juli 1966 lief, umfasste insgesamt zehn Satelliten. Mit ihnen wollten NASA und NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) vor allem erproben, ob die an Bord befindlichen Fernsehkameras die Wolkenformationen auf der Erde auch wirklich gut erfassen können. In der nächsten Generation waren die TIROS-Satelliten dann auch keine reinen Erprobungsprojekte mehr, sondern wurden operativ für die Wettervorhersage, Erdbeobachtung und Klimaforschung eingesetzt.
Heute gehören die Bilder der Wettersatelliten zu unserem Alltag. So dokumentiert z.B. MeteoSat den für ihn einsehbaren Teil der Erde (Afrika und Europa) in verschiedenen Wellenlängenbereichen und mit einer Wiederholrate von 30 Minuten – die Bodenstationen bekommen also alle 30 Minuten aktuelle und umfangreiche MeteoSat-Wetterdaten.
NOAA – 50th Anniversary of the Satellite that „Forever Changed Weather Forecasting“
NASA And NOAA Mark 50 Years Of Weather Watching From Space
EUMETSAT – 50 years of weather satellites: Celebrating the launch of TIROS-1
Large Hadron Collider: erstes Experiment ein voller Erfolg
Gestern um 13:06 Uhr MESZ kollidierten im Ring des Large Hadron Collider (LHC) am CERN erstmals Protonen mit einer niemals zuvor erreichten Energie. Der Zusammenstoß der beiden auf jeweils 3,5 Teraelektronenvolt (TeV) beschleunigten Teilchenstrahlen schuf für kurze Zeit Bedingungen, wie sie kurz nach dem Urknall herrschten. Bis etwa 16:30 Uhr MESZ blieben die kollidierenden Teilchenstrahlen stabil und erzeugten dabei mehr als eine halbe Million Kollisionsereignisse.
Das erfolgreiche Experiment markiert den Beginn einer neuen Ära für die Forschung auf dem Gebiet der Teilchenphysik.
LHC research programme gets underway
DNA ausgestorbener Vögel aus Eierschalen gewonnen
Wissenschaftlern um Dr. Michael Bunce von der Murdoch Universität im australischen Perth ist es gelungen, Teile der DNA ausgestorbener Vögel aus den inneren Membranen vertrockneter Eierschalen zu isolieren, die an 13 Orten in Australien, Neuseeland und auf Madagaskar gefunden worden waren.
Bunce und seine Kollegen rekonstruierten u.a. Teile des Gencodes des Riesenvogels Moa, der in Neuseeland lebte. Die bis zu vier Meter hohen, straußenähnlichen Laufvögel waren im späten 18. Jahrhundert ausgestorben.
Auch vom Elefantenvogel, der auf Madagaskar lebte, konnten die Forscher Genmaterial gewinnen. Der bis zu drei Meter hohe Vogel wurde während der europäischen Besiedelung der Insel ausgerottet.
Die ältesten, von den Forschern verwendeten Eierschalen stammen von einer Emu-Art und sind 19.000 Jahre alt.
Eisberg rammt Schelfeis
In der Antarktis in der Nähe der Neumayer-Station III hat ein riesiger, 400 Millionen Tonnen schwerer Eisberg das Schelfeis gerammt. Bei dem gewaltigen Crash brach ein etwa 300 Meter breites und 700 Meter langes Stück aus der Schelfeiskante heraus und es entstanden sehr lange Risse im Eis.
Auf hochaufgelösten Aufnahmen des deutschen Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X ist der Moment der Kollision zwischen dem 54 Kilometer langen, fünf Kilometer breiten und etwa 200 Meter dicken Koloss mit der Bezeichnung B15-K und dem Ekström-Schelfeis an der Atka-Bucht genau zu erkennen.
Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler ist B15-K ein Bruchstück des ursprünglich 11.600 Quadratkilometer großen Eisbergs B15, der sich im März 2000 vom Ross-Schelfeis gelöst hatte und im Jahr 2002 in mehrere Teile zerbrochen war.
Kollision mit einer Eiskante in der Antarktis
Schwerstes Element im Periodensystem heißt jetzt "Copernicium"
Das im Jahr 1996 von deutschen Wissenschaftlern um Sigurd Hofmann vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entdeckte chemische Element mit der Ordnungszahl 112 trägt nun den offiziellen Namen „Copernicium“ – zu Ehren von Nikolaus Kopernikus.
In Experimenten an der Beschleunigeranlage des GSI gelang es den Forschern seit 1981 insgesamt sechs neue Elemente zu entdecken, die nun alle offiziell anerkannt und mit einem Namen versehen sind:
| Ordnungszahl | Name | Chemisches Symbol | Erzeugung | Halbwertszeit des langlebigsten Isotops |
|---|---|---|---|---|
| 107 | Bohrium | Bh | 24. Februar 1981 | 17 s |
| 108 | Hassium | Hs | 14. März 1984 | 25 s |
| 109 | Meitnerium | Mt | 29. August 1982 | 42 ms |
| 110 | Darmstadtium | Ds | 9. November 1994 | 56 ms |
| 111 | Roentgenium | Rg | 8. Dezember 1994 | 6,4 ms |
| 112 | Copernicium | Cn | 9. Februar 1996 | 0,6 ms |
| (Quelle: GSI) | ||||
Teilchenbeschleuniger RHIC erzeugt heiße "Ursuppe"
Wissenschaftler am Brookhaven National Laboratory haben mit dem dortigen Teilchenbeschleuniger RHIC (Relativistic Heavy Ion Collider) die bislang heißeste Substanz hergestellt, die jemals von Menschen geschaffen wurde. Dazu wurden Goldpartikel auf 99,995 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, bevor sie aufeinanderprallten und dabei eine so große Hitze erzeugten, dass die Protonen und Neutronen in ein Quark-Gluon-Plasma (QGP) verschmolzen. Für Bruchteile einer Sekunde entstand eine „Ursuppe“ mit 4 Billionen Grad Celsius – 250.000 Mal heißer als das Innere der Sonne!
Kurz nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren soll ein ganz ähnliches Quark-Gluon-Plasma entstanden sein, aus dem dann durch Abkühlung Protonen und Neutronen hervorgingen.
In der künstlich hergestellten „Ursuppe“ konnten die Forscher Hinweise auf „Blasen“ mit einer gebrochenen Symmetrie finden, welche die normal herrschende „Spiegelsymmetrie“ zwischen Quarks und Gluonen verletzten.
‚Perfect‘ Liquid Hot Enough to be Quark Soup
‚Bubbles‘ of Broken Symmetry in Quark Soup at RHIC
Gebrochene Symmetrie nach dem Urknall war die Saat unserer Welt
Deutsche Astronomen beteiligen sich an der Mission des Solar Dynamics Observatory
Die Raumsonde Solar Dynamics Observatory (SDO) soll am Dienstag, 9. Februar, ins All starten. Drei Messinstrumente an Bord liefern in den kommenden Jahren alle zehn Sekunden präzise Aufnahmen der Sonne. Mit ihrer Hilfe können Wissenschaftler die magnetischen Vorgänge auf dem Stern genau verfolgen und dessen Aktivität vorhersagen. Rechenzentren weltweit werden die riesigen Datenmengen von täglich 1,5 Terabyte (umgerechnet 240 Spielfilme) verarbeiten und archivieren. Das einzige deutsche Datenzentrum befindet sich am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung – das damit zum elektronischen Gedächtnis der Mission wird. Außerdem wollen die Wissenschaftler präzise Karten des Sterns erstellen.
Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
…und jetzt das Weltraumwetter
Rekord im Tiefseetauchen
Heute vor 50 Jahren, am 23. Januar 1960, drangen der Schweizer Jacques Piccard und der US-Amerikaner Don Walsh an Bord des U-Bootes „Trieste“ im Marianengraben – der tiefsten Stelle der Weltmeere – in eine Tiefe von 10.916 m vor. Bis heute ist dieser Tauchrekord ungeschlagen.
Die „Trieste“ befindet sich derzeit im National Museum der US Navy in Washington D.C., ein aufgeschnittenes Modell steht in der Schifffahrtsabteilung des Deutschen Museums in München.
Tiefenrausch in der ewigen Nacht
Reise zum tiefsten Punkt der Meere
Kalenderblatt: Am 23. Januar 1960… (kostenfreies PDF von epoc.de; 197 KB)
Celebrating 50 years since diving the Marianas Trench (PDF der US Navy; 998 KB)
Transistor aus einzelnem Molekül hergestellt
Forscher um Takhee Lee vom Gwangju Institute of Science and Technology und Mark Reed von der Yale University haben den ersten Transistor hergestellt, dessen Herzstück ein einzelnes organisches Molekül ist. Eingespannt zwischen zwei winzigen Goldelektroden, lässt sich die elektrische Leitfähigkeit des Moleküls gezielt variieren.
Zur Herstellung ihres Einzelmolekül-Transistors überzogen die Forscher einen hauchdünnen Golddraht mit einer Lage Dithiooktan oder Dithiobenzol. Dann legten sie eine stärker werdende Spannung an den Draht an, so dass nicht nur die Elektronen, sondern auch die Goldatome selbst in Bewegung gerieten. Als Resultat entstand ein etwa zwei Nanometer schmaler Spalt im Draht – schmal genug, um von einem Molekül des organischen Überzugs überbrückt zu werden. Zunächst floss jedoch kaum Strom durch dieses Molekül. Das änderte sich erst, als die Forscher eine negative elektrische Spannung an eine dritte, sorgfältig isolierte Elektrode unterhalb der molekularen Brücke anlegten. Je stärker diese Steuerspannung war, desto größer wurde die Leitfähigkeit der Anordnung.
Transistoren bilden die Grundelemente von Speicherchips, Computerprozessoren und Audioverstärkern. Die Resultate der Forscher zeigen, dass man in naher Zukunft ganze elektronische Bauteile und Schaltkreise aus Transistoren im Molekülmaßstab produzieren kann.
