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Archiv für Asteroiden & Co.

Rosetta: Erfolgreicher Vorbeiflug am Asteroiden Steins

Rosetta-Aufnahme des Asteroiden Steins.
(ESA ©2008 MPS for OSIRIS Team
UPM/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA)

Der Vorbeiflug der europäischen Kometensonde Rosetta am Asteroiden Steins war ein voller Erfolg. Nach der Pressekonferenz der ESA in Darmstadt wurden heute Mittag erste Bilder und eine Flash-Animation veröffentlicht:
Steins: A diamond in the sky

Perfektes Manöver am Limit: Rosetta fliegt in 800 Kilometern Entfernung am Asteroiden Steins vorbei

Rosettas Vorbeiflug an Asteroid Steins

Nach rund viereinhalb Jahren Flugzeit wird die europäische Kometensonde Rosetta am 5. September 2008 um 20:58 Uhr MESZ den Asteroiden Steins in einer Entfernung von rund 800 Kilometern passieren und ihn dabei eingehend erkunden. Vor, während und nach der größten Annäherung wird Rosetta zahlreiche Bilder aufnehmen und wissenschaftliche Experimente durchführen, an denen auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt ist.
Rosetta spacecraft meets asteroid Steins

Rosetta: Reise durch den Asteroidengürtel

Abertausende Kilometer von der Erde entfernt jagt die europäische Raumsonde Rosetta durchs All. Ihr Kurs wird sie im Jahr 2014 zum Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko bringen. Die Sonde wird den Kometen ein Stückweit auf seinem Flug durch den Weltraum begleiten, und dann – zum ersten Mal in der Geschichte der Weltraumforschung – eine Landesonde auf der Oberfläche absetzen. Bis dahin ist Rosettas Reise zwar lang, aber alles andere als ereignislos: in gut zwei Wochen, am 5. September 2008, wird die Sonde einem Asteroiden begegnen. Von diesem kennt die Wissenschaft bislang nicht viel mehr als seinen Namen, den er kurz nach seiner Entdeckung im November 1969 erhielt: (2867) Steins. Inzwischen hat Rosetta den Asteroiden mit ihren optischen Geräten ins Visier genommen.
Perfect sight: Rosetta cameras track asteroid target

Asteroid raste an der Erde vorbei

Der Asteroid 2008 BT18 passierte unseren Planeten am heutigen Montag gegen 17:00 Uhr MESZ mit mehr als 45.000 Kilometern pro Stunde in einer Entfernung von rund 2,3 Millionen Kilometern – das ist knapp die sechsfache Mondentfernung. 2008 BT18 wurde am 31. Januar 2008 vom Lincoln Near-Earth Asteroid Research-Programm (LINEAR) entdeckt. Als das Arecibo-Observatorium auf Puerto Rico das rund 600 Meter große Objekt dann am 6. Juli fotografierte, entdeckten Wissenschaftler einen Begleiter mit einem Durchmesser von etwa 200 Metern. 2008 BT18 ist also ein Doppelasteroid.
Asteroid Cruises Past Earth … With a Partner!

Asteroiden-Monde entstehen durch den Einfluss der Sonne

Asteroiden mit Monden sind keine Seltenheit: etwa 15 Prozent aller Asteroiden mit einem Durchmesser von weniger als zehn Kilometern besitzen derartige Satelliten. Wie diese Begleiter jedoch entstehen, war bislang unklar. Zusammenstöße zwischen den Himmelskörpern sind aufgrund der großen Entfernungen im Weltraum jedenfalls recht selten. Computersimulationen von Kevin Walsh von der University of Maryland in College Park lieferten nun eine bessere Erklärung. Demnach kann bei Asteroiden die Sonneneinstrahlung zur Bildung eigener Monde führen: der Himmelskörper wird von der Sonne nicht an allen Stellen gleich stark erhitzt. Diese unregelmäßige Erwärmung versetzt den Asteroiden in immer schnellere Rotation. Die Fliehkräfte verformen ihn so stark, dass sich schließlich aus einer breiten Wulst an seinem Äquator Material ablöst und eine Umlaufbahn um den Asteroiden annimmt.
Study Puts Solar Spin on Asteroids, their Moons & Earth Impacts

Wikipedia: YORP-Effekt

Lebensbausteine im Meteoriten

Britische Forscher um Zita Martins vom Imperial College in London haben im Murchison-Meteoriten die zwei Nukleinbasen Uracil und Xanthin entdeckt. Diese chemischen Verbindungen sind am Aufbau der Erbgutmoleküle DNA und RNA beteiligt. In ihrer Entdeckung sehen die Wissenschaftler einen Beleg für die Annahme, dass Meteoriten entscheidend an der Entstehung von Leben auf der Erde beteiligt waren. Der zur Gruppe der kohligen Chondrite gehörende Murchison-Meteorit war 1969 im australischen Bundesstaat Victoria auf die Erde gefallen.
Extraterrestrial nucleobases in the Murchison meteorite

Keilschrifttafel schildert Asteroideneinschlag

Eine mit Keilschrift bedeckte Tontafel aus Ninive, die den Wissenschaftlern seit über 150 Jahren Rätsel aufgab, wurde nun erstmals übersetzt. Die Tafel stellte sich als zeitgenössischer sumerischer Bericht eines Asteroideneinschlags in Köfels, Österreich, heraus.
Cuneiform clay tablet translated for the first time

Oldest Known Asteroids Found

Using visible and infrared data collected from telescopes on Hawaii’s Mauna Kea, a team of scientists, led by the University of Maryland’s Jessica Sunshine, has identified three asteroids that appear to be among our solar system’s oldest objects. Evidence indicates that these ancient asteroids are relatively unchanged since they formed some 4,55 billion years ago and are older than the oldest meteorites ever found on Earth.
Maryland Led Team Finds Oldest Known Asteroids

Der Dreifach-Planetoid (153591) 2001 SN263

Eine Forschergruppe um Michael C. Nolan nutzte die 300-Meter-Antenne von Arecibo (das ist das größte Radioteleskop der Welt), um mittels Dopplerradar den Planetoiden (153591) 2001 SN263 zu untersuchen. Bei ihren Beobachtungen am 12. Februar 2008 stellte das Team dann überrascht fest, dass dieser Planetoid aus drei Körpern besteht. Der Hauptkörper ist zwei Kilometer groß und wird von zwei Monden mit Durchmessern von einem Kilometer beziehungsweise 400 Metern begleitet. Der größere Mond ist mindestens zehn Kilometer vom Hauptkörper entfernt.
(153591) 2001 SN263 gehört zu den sog. Amor-Asteroiden. Das sind Himmelskörper, die sich im sonnennächsten Punkt ihrer Umlaufbahn der Erdbahn sehr dicht annähern können, diese aber nicht schneiden. Am 20. Februar 2008 wird der Planetoid (153591) 2001 SN263 unsere Erde in einem Abstand von rund zehn Millionen Kilometern passieren. Wegen dieser dichten Annäherung an die Erde gehören die Amor-Asteroiden zu den potenziell gefährlichen Himmelskörpern, weil sie durch geringfügige Bahnveränderungen irgendwann auf unserem Heimatplaneten einschlagen könnten. Daher werden sie regelmäßig u.a. mit Radar beobachtet, um ihre Bahnen sehr exakt bestimmen zu können. Bei einer derartigen Messung wurde (153591) 2001 SN263 als Dreifach-System erkannt.
Derzeit sind 144 Doppel-Kleinkörper, fünf Dreifach-Systeme und ein Vierfach-System bekannt. Letzteres ist (134340) Pluto mit seinen drei Monden Charon, Nix und Hydra. Im klassischen Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter wurden bislang drei Dreifach-Systeme identifiziert. Das erste war der seit 1866 bekannte Planetoid (87) Sylvia mit einem Durchmesser von 280 Kilometern, von dem man seit 2005 weiß, dass er von zwei Monden umkreist wird: Romulus (Durchmesser 18 Kilometer, Abstand 1.360 Kilometer) und Remus (Durchmesser sieben Kilometer, Abstand 710 Kilometer). Auch der Hauptgürtel-Asteroid (45) Eugenia besitzt zwei Begleiter: Petit-Prince und S/2004 (45)1.
Arecibo Radar Discovers Triple Near-Earth Asteroid

Comet dust composition similar to asteroids

Much to their surprise, planetary scientists have found that comet dust collected by NASA’s Stardust spacecraft closely resembles materials found in asteroids. In a paper published in this week’s issue of the journal “Science”, researchers found that the dust collected from comet Wild 2 has a composition that more closely resembles chondritic meteorites from the asteroid belt. Scientists have expected the comet dust would contain relatively primitive materials dating back to the formation of the solar system, but instead found compounds that have formed much closer to the Sun. The results suggest that the comet actually formed relative close to the Sun and was later ejected into the outer solar system.
Stardust comet dust resembles asteroid materials