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Archiv für Asteroiden & Co.

Asteroiden sind keine trockenen Geröllhaufen

Mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer und des Infrarot-Teleskops der NASA auf Hawaii konnte ein spanisch-amerikanisches Astronomenteam um Humberto Campins von der University of Central Florida die Infrarotspektren des Asteroiden 65 Cybele aufnehmen. Cybele ist ein etwa 290 Kilometer großes Objekt, das im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter seine Bahn zieht und dabei der Sonne niemals näher als 450 Millionen Kilometer kommt. Die Infrarotspektren zeigen, dass die Asteroidenoberfläche neben Silikatstaub auch Wassereis und einen Überzug aus organischen Verbindungen aufweist. Ähnliche Resultate hatten die Forscher erst kürzlich bei der Beobachtung des Asteroiden 24 Themis erhalten. Die neuen Daten zeigen nicht nur, dass sich 65 Cybele und 24 Themis eine sehr urtümliche, kometenähnliche Oberflächenzusammensetzung bewahren konnten, sondern sprechen auch dafür, dass diese Region des Sonnensystems möglicherweise mehr Wassereis enthält als bislang angenommen wurde.

Water Discovered on 2nd Asteroid, May Be Even More Common

Asteroid 65 Cybele: Detection Of Small Silicate Grains, Water-Ice And Organics

Komet kollidierte mit dem Planeten Neptun

Ein Komet könnte vor etwa 200 Jahren den Planeten Neptun getroffen haben. Dafür spricht die Verteilung von Kohlenmonoxid in der Atmosphäre des Gasriesen, die eine Forschergruppe – darunter Wissenschaftler des französischen Observatoriums LESIA in Paris, vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau und vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching – jetzt untersucht hat. Die Forscher werteten dazu Messungen des Infrarot-Weltraumteleskops Herschel aus, das seit Mai 2009 in ungefähr 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde um die Sonne kreist.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Kometeneinschlag auf Neptun -
Beobachtungen des Weltraumobservatoriums Herschel deuten auf einen Aufprall vor einigen hundert Jahren hin

First results of Herschel-PACS observations of Neptune

Siehe auch:
Comet strike could explain Neptune’s air

Hayabusa: Staub in Rückkehrkapsel gefunden

In der Rückkehrkapsel der japanischen Asteroidensonde Hayabusa wurden Staubpartikel gefunden, die möglicherweise vom Asteroiden Itokawa stammen.

Small particles found in the sample container of the HAYABUSA

Hayabusa Contains a Hint of Dust

Rosetta kurz vor Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia

Die europäische Kometensonde Rosetta wird am kommenden Samstag, den 10. Juli 2010 um 17:44 Uhr MESZ (Bordzeit) in einem Abstand von etwa 3.200 Kilometern am rund 100 Kilometer großen Asteroiden (21) Lutetia vorbeifliegen. Erste Bilder des Asteroiden werden gegen 23:00 Uhr erwartet.
Rosetta ist auf dem Weg zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, den sie im Mai 2014 erreichen soll. An Bord der Raumsonde befindet sich die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte Landesonde namens Philae, die auf der Oberfläche des Kometen aufsetzen soll.

Rosetta und Philae sind bereit für den Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia

Rendevouz mit einem Riesenbrocken

Der Falke kehrt heim

Am 9. Mai 2003 war die japanische Raumsonde “Hayabusa” (Wanderfalke) zum Asteroiden Itokawa aufgebrochen. Nachdem sie zwei Milliarden Kilometer zurückgelegt hatte, traf die Sonde am 12. September 2005 bei dem Asteroiden ein. Dort sollten Gesteinsproben entnommen und anschließend zur Erde zurückgebracht werden.
Die Reise von “Hayabusa” war von Anfang an mit technischen Problemen behaftet, dazu gehörten Pannen beim Ionenantrieb und der zeitweilige Verlust des Funkkontakts. Oft mussten die Techniker und Wissenschaftler der japanischen Raumfahrtagentur JAXA improvisieren, um die Mission überhaupt weiterführen zu können.
Nach sieben Jahren “Odyssee” im All wird “Hayabusa” nun auf der Erde zurückerwartet. Am Sonntag gegen 16:00 Uhr MESZ soll die Raumsonde über einer entlegenen Gegend Australiens nahe Woomera die Wiedereintrittskapsel mit den Proben abwerfen. Die Sonde selbst wird kurze Zeit darauf in der Erdatmosphäre verglühen.
Wissenschaftler der NASA und JAXA werden von Bord einer DC-8 den Eintritt der Kapsel in die Erdatmosphäre beobachten und dabei Messungen vornehmen. In niedrig fliegenden Maschinen sowie am Boden sind Beobachtungsstationen eingerichtet, die eine möglichst schnelle Ortung der Rückkehrkapsel gewährleisten sollen.

JAXA – Asteroid Explorer “HAYABUSA” (MUSES-C)

Hayabusa Sample Return Capsule Entry – Airborne Observing Campaign (mit Live Video Feed!)

Wassereis auf Asteroid Themis

Asteroiden können Planetenforschern Aufschluss über die Entwicklung des Sonnensystems geben. So gehen viele Forscher auch davon aus, dass ein Teil des Wassers in den Ozeanen der Erde irgendwann von außen gekommen sein könnte – möglicherweise von Asteroiden. Aber dass es auf Asteroiden signifikante Mengen an Wasser gibt, konnten sie bislang nicht nachweisen.
Die Forscher Andrew S. Rivkin von der Johns Hopkins University und Joshua P. Emery von der University of Tennessee sowie ein internationales Forscherteam um Humberto Campins von der University of Central Florida nutzten das Infrarot-Teleskop der NASA auf dem Mauna Kea in Hawaii, um den etwa 200 Kilometer durchmessenden Asteroiden (24) Themis im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zu beobachten. Dabei entdeckten die beiden Forscherteams unabhängig voneinander gefrorenes Wasser sowie organisches Material auf der Oberfläche des Asteroiden.
Die große Ausbreitung des Eises ist ungewöhnlich, denn trotz Temperaturen von bis zu minus 120 Grad müsste das Eis wegen der Nähe zur Sonne eigentlich im Verlauf weniger Jahre komplett verdampft sein. Demnach kann das Eis nur auf irgendeine Weise ständig aus dem Inneren des Asteroiden nachgeliefert werden.
Frühere Modellrechnungen konnten zeigen, dass sich schon wenige Meter unter der Oberfläche eines Asteroiden das Eis über mehrere Milliarden Jahre halten kann. Vorausgesetzt, dieses Modell würde für den Asteroiden (24) Themis zutreffen, dann wäre es möglich, dass ein Teil des unter der Oberfläche vorhandenen Eises langsam verdampft, an die Oberfläche dringt, dort wieder kondensiert und so die von den beiden Forscherteams beobachtete Eisschicht ständig neu bildet.

Scientists Say Ice Lurks In Asteroid’s Cold Heart

Detection of ice and organics on an asteroidal surface

Water ice and organics on the surface of the asteroid 24 Themis

Aktive Regionen auf der Oberfläche von Kometen bestimmt

Kometen sind gefährliche Forschungsobjekte – zumindest aus der Nähe. Denn die winzigen Staubteilchen, die von den aktiven Regionen auf der Oberfläche ins All strömen, können Raumsonden beschädigen. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau haben jetzt ein Computermodell entwickelt, das diese Regionen an Hand von bodengebundenen Aufnahmen lokalisiert. Das neue Verfahren könnte helfen, eine sichere Flugroute für Rosetta zu berechnen; die ESA-Raumsonde soll 2014 am Kometen Churyumov-Gerasimenko ankommen.

Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Wo Schweifsterne Staub spucken

wissenschaft.de – Schutz vor Beschädigungen

Meteorit enthält Millionen organischer Verbindungen

Der am 28. September 1969 in Australien niedergegangene Murchison-Meteorit enthält Millionen von bisher unbekannten kohlenstoffhaltigen Verbindungen. Dies hat ein internationales Forscherteam um Philippe Schmitt-Kopplin vom Helmholtz-Forschungszentrum in München entdeckt, als es jetzt, 40 Jahre nach dem Ereignis, Proben des Felsbrockens genauer analysierte.
Der Murchison-Meteorit gehört zu den am besten untersuchten Meteoriten weltweit. Da er vor rund 4,65 Milliarden Jahren entstand, liefern die in ihm enthaltenen organischen Verbindungen wichtige Informationen über die Chemie im Weltraum während der Entstehung des Sonnensystems.
Frühere Analysen des Meteoriten konzentrierten sich allerdings hauptsächlich auf Aminosäuren. Von ihnen versprachen sich die Chemiker Hinweise auf die Entstehung des Lebens auf der Erde.
Schmitt-Kopplin und seine Kollegen wählten nun einen ganz anderen Ansatz: sie analysierten die Gesamtheit der im Meteoriten vorhandenen Kohlenstoffverbindungen. In drei Proben suchten die Forscher mit Hilfe empfindlicher spektroskopischer Methoden nach organischen Verbindungen. Dabei stießen sie auf über 14.000 verschiedene molekulare Mischungen von Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel und Phosphor. Jede dieser Varianten kann im Raum auf unterschiedliche Arten angeordnet sein und ist dann eine andere chemische Substanz. Daraus ergibt sich, dass der Meteorit wohl mehrere Millionen verschiedene organische Substanzen enthält.

wissenschaft.de – Außerirdischer Artenreichtum

High molecular diversity of extraterrestrial organic matter in Murchison meteorite revealed 40 years after its fall

Asteroidenkollision hinterlässt x-förmiges Muster aus Trümmern

Das kometenähnliche Objekt P/2010 A2,
aufgenommen von Hubble am 29. Januar 2010.
(NASA, ESA, und D. Jewitt (UCLA))

Im Asteroidengürtel haben Astronomen Anfang Januar diesen Jahres ein Objekt entdeckt, dass sowohl Eigenschaften eines Kometen wie auch jene eines Asteroiden aufweist. Die Wissenschaftler vermuteten zunächst, dass es sich bei dem Objekt entweder um ein Exemplar der seltenen Hauptgürtel-Kometen oder um das Ergebnis einer Kollision zweier Asteroiden handeln könnte. Neue Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble sprechen nun offenbar dafür, dass es sich bei dem Objekt mit der Bezeichnung “P/2010 A2″ um die Überreste einer Kollision zweier kleiner Asteroiden handelt.
In der Nähe des Kerns des Objektes ist ein x-förmiger Schweif sichtbar, der aus Staub und Trümmern besteht, die wahrscheinlich erst kürzlich aus dem Kern herausgeschlagen wurden. Die Hubble-Aufnahmen zeigen außerdem, dass der etwa 140 Meter durchmessende Kern von “P/2010 A2″ außerhalb seines eigenen Halos liegt – eine Eigenschaft, wie sie noch nie an einem kometenähnlichen Objekt beobachtet worden ist. Zudem zeigen spektroskopische Messungen, dass der Schweif kein Gas, sondern nur Staub enthält.
Als Hubble die nun veröffentlichten Aufnahmen machte, war “P/2010 A2″ rund 290 Millionen Kilometer von der Sonne und rund 145 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Umlaufbahn von “P/2010 A2″ stimmt damit recht gut mit der Familie der Flora-Asteroiden überein. Bei ihnen handelt es sich um die Überreste eines größeren Himmelskörpers, der vor etwa 100 Millionen Jahren durch eine Kollision zerstört wurde.

Suspected Asteroid Collision Leaves Odd X-Pattern of Trailing Debris

The Curious Case of Comet LINEAR

Spektrometer auf Rosetta zeigt UV-Fingerabdruck der Erde

Eines der Instrumente an Bord der Raumsonde Rosetta ist das Ultraviolett-Spektrometer “Alice” der NASA. Es dient dazu, die Zusammensetzung der Atmosphäre und der Oberfläche des Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko zu untersuchen. Beim letzten Vorbeiflug der Sonde an der Erde am 13. November 2009 wurde das Gerät erfolgreich getestet, indem es die Erde im Ultravioletten aufnahm.

NASA’s Rosetta “Alice” spectrometer reveals Earth’s ultraviolet fingerprint in Earth flyby

Bilder zur Pressemeldung des SwRI