Archiv für die Kategorie „Asteroiden & Co.“
Meteorit enthält Millionen organischer Verbindungen
Der am 28. September 1969 in Australien niedergegangene Murchison-Meteorit enthält Millionen von bisher unbekannten kohlenstoffhaltigen Verbindungen. Dies hat ein internationales Forscherteam um Philippe Schmitt-Kopplin vom Helmholtz-Forschungszentrum in München entdeckt, als es jetzt, 40 Jahre nach dem Ereignis, Proben des Felsbrockens genauer analysierte.
Der Murchison-Meteorit gehört zu den am besten untersuchten Meteoriten weltweit. Da er vor rund 4,65 Milliarden Jahren entstand, liefern die in ihm enthaltenen organischen Verbindungen wichtige Informationen über die Chemie im Weltraum während der Entstehung des Sonnensystems.
Frühere Analysen des Meteoriten konzentrierten sich allerdings hauptsächlich auf Aminosäuren. Von ihnen versprachen sich die Chemiker Hinweise auf die Entstehung des Lebens auf der Erde.
Schmitt-Kopplin und seine Kollegen wählten nun einen ganz anderen Ansatz: sie analysierten die Gesamtheit der im Meteoriten vorhandenen Kohlenstoffverbindungen. In drei Proben suchten die Forscher mit Hilfe empfindlicher spektroskopischer Methoden nach organischen Verbindungen. Dabei stießen sie auf über 14.000 verschiedene molekulare Mischungen von Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel und Phosphor. Jede dieser Varianten kann im Raum auf unterschiedliche Arten angeordnet sein und ist dann eine andere chemische Substanz. Daraus ergibt sich, dass der Meteorit wohl mehrere Millionen verschiedene organische Substanzen enthält.
Asteroidenkollision hinterlässt x-förmiges Muster aus Trümmern

Das kometenähnliche Objekt P/2010 A2,
aufgenommen von Hubble am 29. Januar 2010.
(NASA, ESA, und D. Jewitt (UCLA))
Im Asteroidengürtel haben Astronomen Anfang Januar diesen Jahres ein Objekt entdeckt, dass sowohl Eigenschaften eines Kometen wie auch jene eines Asteroiden aufweist. Die Wissenschaftler vermuteten zunächst, dass es sich bei dem Objekt entweder um ein Exemplar der seltenen Hauptgürtel-Kometen oder um das Ergebnis einer Kollision zweier Asteroiden handeln könnte. Neue Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble sprechen nun offenbar dafür, dass es sich bei dem Objekt mit der Bezeichnung “P/2010 A2″ um die Überreste einer Kollision zweier kleiner Asteroiden handelt.
In der Nähe des Kerns des Objektes ist ein x-förmiger Schweif sichtbar, der aus Staub und Trümmern besteht, die wahrscheinlich erst kürzlich aus dem Kern herausgeschlagen wurden. Die Hubble-Aufnahmen zeigen außerdem, dass der etwa 140 Meter durchmessende Kern von “P/2010 A2″ außerhalb seines eigenen Halos liegt – eine Eigenschaft, wie sie noch nie an einem kometenähnlichen Objekt beobachtet worden ist. Zudem zeigen spektroskopische Messungen, dass der Schweif kein Gas, sondern nur Staub enthält.
Als Hubble die nun veröffentlichten Aufnahmen machte, war “P/2010 A2″ rund 290 Millionen Kilometer von der Sonne und rund 145 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Umlaufbahn von “P/2010 A2″ stimmt damit recht gut mit der Familie der Flora-Asteroiden überein. Bei ihnen handelt es sich um die Überreste eines größeren Himmelskörpers, der vor etwa 100 Millionen Jahren durch eine Kollision zerstört wurde.
Suspected Asteroid Collision Leaves Odd X-Pattern of Trailing Debris
Spektrometer auf Rosetta zeigt UV-Fingerabdruck der Erde
Eines der Instrumente an Bord der Raumsonde Rosetta ist das Ultraviolett-Spektrometer “Alice” der NASA. Es dient dazu, die Zusammensetzung der Atmosphäre und der Oberfläche des Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko zu untersuchen. Beim letzten Vorbeiflug der Sonde an der Erde am 13. November 2009 wurde das Gerät erfolgreich getestet, indem es die Erde im Ultravioletten aufnahm.
NASA’s Rosetta “Alice” spectrometer reveals Earth’s ultraviolet fingerprint in Earth flyby
Hubble findet kleinstes Objekt des Kuipergürtels
In den Außenbezirken des Sonnensystems wird laufend eisiger Staub produziert, indem sich dort kleine Objekte gegenseitig pulverisieren. Für diese Ansicht spricht die Analyse von Daten, die das Weltraumteleskop Hubble gewissermaßen nebenbei gesammelt hat. Jenseits des Neptun scheinen demnach sehr viel weniger kleine Eisbrocken ihre Bahn zu ziehen als bislang vermutet wurde. In einer früheren Studie war ihre Zahl noch auf etwa eine Billiarde geschätzt worden.
Eine Forschergruppe um Hilke Schlichting vom California Institute of Technology hatte Daten der drei Sternsensoren des Weltraumteleskops Hubble analysiert. Indem diese Sensoren ferne Sterne als Fixpunkte im Blick behalten, kann das Weltraumteleskop präzise ausgerichtet werden. Wenn ein Objekt am Rande des Sonnensystems durch die Sichtlinie zu einem dieser fernen Sterne zieht und das Licht dieses Sterns bricht, registrieren die Sensoren ein charakteristisches Schwanken der Sternhelligkeit. In einem Beobachtungszeitraum von 4,5 Jahren und bei insgesamt 50.000 Leitsternen konnten Hubble’s Sensoren nur ein Mal ein solches Schwanken der Sternhelligkeit ausmachen. Das für dieses Flackern verantwortliche Objekt ist gut einen Kilometer groß und umkreist die Sonne im Abstand von 6,8 Milliarden Kilometern auf einer Bahn, die um mindestens 14 Grad gegen die Ebene der Erdbahn geneigt ist.
Hubble Finds Smallest Kuiper Belt Object Ever Seen
A single sub-km Kuiper Belt object from a stellar Occultation in archival data
Feuerball über Utah
Am 19. November 2009 kurz nach Mitternacht (Ortszeit) machte ein heller Feuerball über den US-Bundesstaaten Colorado, Utah, Wyoming und Idaho die Nacht zum Tage. Infraschall-Messungen deuten darauf hin, dass ein etwa zwei Meter großer Asteroid in die Erdatmosphäre eingetreten und mit einer Energie von mindestens 0,5 Kilotonnen TNT explodiert war.
Als die Sonne aufging, waren über der Region Reste der Explosion als leuchtende Wolken sichtbar und konnten von mehreren Einwohnern des US-Bundesstaates Utah fotografiert werden (siehe hier, hier und hier).
Das folgende Video des Feuerballs stammt von den Überwachungskameras des Eccles-Observatoriums der Universität von Utah:
Kometensonde Rosetta flog an der Erde vorbei

Die Erdsichel
mit Teilen von Südamerika und der Antarktis.
(ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team
UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA/astroarts.org)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.
Die europäische Raumsonde Rosetta ist nun endgültig auf dem Weg ins äußere Sonnensystem. Am vergangenen Freitag glückte auch der dritte und letzte Vorbeiflug der Sonde an der Erde. Die größte Annäherung fand um 09:45 Uhr MEZ über dem Indischen Ozean statt. Rosetta zog dabei in einer Höhe von 2.481 Kilometern an der Erde vorbei. Erste Flugbahnanalysen ergaben, dass dieses sog. Swing-by-Manöver die Geschwindigkeit der Sonde um 3,6 Kilometer pro Sekunde erhöht hat. Damit besitzt Rosetta nun ausreichend Schwung, um bis zum beinahe 800 Millionen Kilometer entfernten Kometen Tschurjumow-Gerasimenko vorzudringen. Im Jahr 2014 soll die Sonde in eine Umlaufbahn um den knollenförmigen, etwa fünf Kilometer großen Kometen eintreten, ihn ausführlich studieren und schließlich sogar ein kleines Landegerät absetzen.
Auf ihrem langen, aber Treibstoff sparenden Weg hatte Rosetta bereits den Mars und den Asteroiden Šteins passiert. Im nächsten Jahr wird die Sonde noch am Asteroiden Lutetia vorbeifliegen.
Erste Bilder vom letzten Erdvorbeiflug des “Kometenjägers” Rosetta

Heute um 13:28 Uhr MEZ schoss die OSIRIS-Kamera
an Bord von Rosetta dieses Foto der Erde.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme
war Rosetta rund 633.000 km entfernt.
(ESA ©2009 MPS for OSIRIS Team
MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.
Die Raumsonde Rosetta wird am morgigen 13. November um 08:45 Uhr MEZ an der Erde vorbeifliegen und damit zum vierten und letzten Mal die Nähe zu einem Planeten für eine Schwerkraftumlenkung nutzen. Durch dieses Manöver wird Rosetta ausreichend Geschwindigkeit aufnehmen, um ihre Reise in das äußere Sonnensystem fortzusetzen. Dabei ist im Juli 2010 eine nahe Begegnung mit dem Asteroiden 21 Lutetia geplant. Im Jahr 2014 wird Rosetta dann ihr Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, erreichen. Dort wird sie die Landesonde Philae aussetzen, die Untersuchungen der Oberfläche des Kometen durchführen soll.
Feuerkugel über Ontario
Die Astronomen der University of Western Ontario betreiben im Süden Ontarios, Kanada, ein Netz von Kameras, die den Himmel ständig nach Meteorerscheinungen absuchen. Am 25. September 2009 um 21:03 Uhr Ortszeit ging sieben Kameras ein besonders auffälliger Meteor ins Netz, der den Himmel über dem westlichen Ende des Ontariosees erhellte. Die Astronomen hoffen nun, dass ihnen die Bewohner der Region Hinweise über die Leuchterscheinung geben können und es dadurch gelingt, eventuell vorhandene Meteoritentrümmer aufzuspüren.
Asteroid Apophis: Einschlaggefahr deutlich gesunken
Der Asteroid Apophis ist ca. zweieinhalb Fußballfelder groß und hat seit seiner Entdeckung die Gemüter erregt. Am 13. April 2029 wird er sich der Erde bis auf 29.450 km annähern – das ist innerhalb der Bahnen unserer geostationären Satelliten! Für eine weitere Annäherung am 13. April 2036 ergaben die Bahnberechnungen gar derart alarmierende Werte, dass man auch die Möglichkeit eines Einschlags auf der Erde in Betracht ziehen musste. Da bis dahin jedoch nur wenige Positionsmessungen dieses Felsbrockens gemacht werden konnten, waren die Bahndaten insgesamt noch recht ungenau.
Steve Chesley und Paul Chodas, Wissenschaftler am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien, haben nun die Bahn von Apophis anhand von Positionsmessungen aus bisher unveröffentlichten Aufnahmen mehrerer Sternwarten neu berechnet. Demnach ist die Einschlagwahrscheinlichkeit am 13. April 2036 von 1:45.000 auf 1:250.000 gesunken.
Die Berechnungen ergaben außerdem eine weitere Annäherung von Apophis im Jahr 2068. Die Einschlagwahrscheinlichkeit hierfür liegt zur Zeit bei 1:333.000. Chesley und Chodas gehen aber davon aus, dass auch diese Wahrscheinlichkeit signifikant abnimmt, wenn weitere Daten eine noch genauere Bestimmung der Bahn von Apophis ermöglichen.
Fleck auf Haumea reich an organischem Material und Mineralien
Bei einem auf dem Zwergplaneten Haumea entdeckten dunkelroten Fleck handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Anreicherung von organischem Material und Mineralien. Der Fleck geht möglicherweise auf den Einschlag zurück, bei dem Haumeas Monde Hi’iaka und Namaka entstanden sind.
Dwarf Haumea’s spot shows up red and rich with organics and minerals