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"Kieselsteine" auf Saturnmond Titan

Links: Kieselsteine auf Titan, aufgenommen von der Sonde Huygens.
Rechts: Kieselsteine in einem irdischen Flussbett.
(NASA/JPL/ESA/University of Arizona and S. M. Matheson)

Ungewöhnlich helle Radarreflexe aus mutmaßlichen Flussbetten auf dem Saturnmond Titan deuten auf Massen eisiger Kieselsteine hin. In diesen Gebieten sind vermutlich Prozesse abgelaufen, die jenen ähneln, die glatt polierte Steine in den Flüssen der Erde produzieren. Entsprechend den Bedingungen auf Titan dürften die dortigen Kiesel allerdings aus Wassereis bestehen und sich in einem Strom flüssiger Kohlenwasserstoffe aneinander gerieben haben.
Rundliche, etwa faustgroße Steine waren bereits auf den Bildern der europäischen Sonde Huygens zu sehen, die im Januar 2005 auf Titan gelandet war. Die neuen Hinweise stammen dagegen aus einem Gebiet weitab der Landestelle, von den südlichen Hängen einer als “Xanadu” bezeichneten Region. Die Raumsonde Cassini hatte diese Region bei einem ihrer nahen Vorbeiflüge an Titan per Radar abgetastet und aus den gewundenen Kanälen sehr starke Radarechos aufgefangen.
Auf Basis ihrer Analyse der Radardaten vermuten Alice Le Gall vom Jet Propulsion Laboratory und ihre Kollegen, dass der Boden der Kanäle mit einige Zentimeter bis Meter großen, rundlichen Steinen übersät ist, die die Radarstrahlung besonders gut zurück reflektieren. Bei diesen Kieseln könnte es sich um Bruchstücke von Wassereis-Felsen handeln, die aus den höheren Lagen Xanadus stammen und durch Methanfluten in das tiefer gelegene Gebiet verfrachtet wurden.

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