DNA ausgestorbener Vögel aus Eierschalen gewonnen
Wissenschaftlern um Dr. Michael Bunce von der Murdoch Universität im australischen Perth ist es gelungen, Teile der DNA ausgestorbener Vögel aus den inneren Membranen vertrockneter Eierschalen zu isolieren, die an 13 Orten in Australien, Neuseeland und auf Madagaskar gefunden worden waren.
Bunce und seine Kollegen rekonstruierten u.a. Teile des Gencodes des Riesenvogels Moa, der in Neuseeland lebte. Die bis zu vier Meter hohen, straußenähnlichen Laufvögel waren im späten 18. Jahrhundert ausgestorben.
Auch vom Elefantenvogel, der auf Madagaskar lebte, konnten die Forscher Genmaterial gewinnen. Der bis zu drei Meter hohe Vogel wurde während der europäischen Besiedelung der Insel ausgerottet.
Die ältesten, von den Forschern verwendeten Eierschalen stammen von einer Emu-Art und sind 19.000 Jahre alt.
Flotte Sohle zweier Sternleichen
Die etwa 1.600 Lichtjahre von uns entfernte Strahlungsquelle HM Cancri (auch RX J0806.3+1527) war im Jahr 1999 vom deutschen Röntgensatelliten ROSAT entdeckt worden. Die von HM Cancri ausgesandte Strahlung im visuellen und im Röntgenbereich wird alle 321,5 Sekunden intensiver und wieder schwächer. Astronomen gingen u.a. anhand von Beobachtungen mit dem Röntgenteleskop Chandra zwar davon aus, dass es sich bei der Strahlungsquelle um ein Doppelsternsystem handelt, das aus zwei Weißen Zwergen mit je etwa einer halben Sonnenmasse besteht, die sich in einem Abstand von nur 80.500 km umkreisen, allerdings konnten sie bislang nicht eindeutig belegen, dass der rasante Takt der ausgesandten Strahlung tatsächlich die Umlaufbewegung der beiden ausgebrannten Sterne widerspiegelt.
Nach mehreren vergeblichen Anläufen in den Vorjahren hatte eine Astronomengruppe um Gijs Nelemans von der Radboud Universiteit Nijmegen und Gijs Roelofs vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im Januar und März 2009 endlich Glück und konnte mit Hilfe des Keck-Teleskops auf Hawaii hochauflösende Infrarotspektren des schwach glimmenden Gespanns aufnehmen, um diese Frage zu klären.
In den Daten zeigt sich tatsächlich eine deutliche Dopplerverschiebung in dem rasanten Takt: alle 5,4 Minuten wandern die erkennbaren Helium-Emissionslinien zu etwas größeren und wieder zurück zu kürzeren Wellenlängen, weil sich eine der beiden Sternleichen von der Erde weg und wieder auf sie zu bewegt.
Keck telescope confirms smallest known star duo
Spectroscopic Evidence for a 5.4-Minute Orbital Period in HM Cancri
RX J0806.3+1527: Orbiting Stars Flooding Space with Gravitational Waves
Hallo, Helene!

Saturnmond Helene,
aufgenommen von der Raumsonde Cassini.
(NASA/JPL/Space Science Institute/astroarts.org)
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Am gestrigen 3. März flog die Raumsonde Cassini am unregelmäßig geformten Saturnmond Helene vorbei. Der etwa 32 km durchmessende Mond umkreist den Saturn auf der gleichen Bahn wie der viel größere Mond Dione.
Die geringe Dichte von Helene weist darauf hin, dass sie überwiegend aus Wassereis sowie geringen Anteilen Silikatgestein zusammengesetzt ist.
Rhea: Krater über Krater

Nahaufnahme der Oberfläche von Rhea.
(NASA/JPL/Space Science Institute/astroarts.org)
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Die mit Kratern überzogene Oberfläche von Saturns zweitgrößtem Mond Rhea wurde von der Raumsonde Cassini am 2. März 2010 während eines nahen Vorbeiflugs ins Visier genommen. Die Raumsonde überflog den 1.528 km durchmessenden Saturnmond in einer Höhe von nur 100 km.
Vorbereitungen zur Shuttle-Mission STS-131

Die "Discovery" auf der Startrampe 39A.
(Stephen Clark/Spaceflight Now)
Der Transport der Raumfähre “Discovery” vom Montagegebäude zur Startrampe 39A des Kennedy Space Center in Florida fand heute in den frühen Morgenstunden statt. Seit ungefähr 13:00 Uhr MEZ steht die “Discovery” auf der Startrampe – zum vorletzten Mal vor ihrer Außerdienststellung im kommenden Herbst.
Im Rahmen der Mission STS-131 wird die Raumfähre neben einer Ladung Versorgungsgüter auch wissenschaftliche Ausrüstung zur Internationalen Raumstation bringen.
Der Start ist derzeit für den 5. April 2010 um 12:21 Uhr MESZ vorgesehen.
Meterdicke Eisschichten in lunaren Kratern
Schon seit langem vermuten Planetenforscher große Wassereisvorkommen in den Polarregionen des Mondes. Nachdem im letzten Jahr bereits Wassermoleküle unter und über der Oberfläche des Erdtrabanten nachgewiesen worden waren, hat jetzt das von der NASA gebaute Radarinstrument Mini-SAR an Bord der indischen Mondsonde Chandrayaan-1 in einigen Kratern am Mondnordpol meterdicke Eisschichten gefunden.
Mini-SAR ist ein Radargerät, das die Polarisierung der von der Oberfläche reflektierten Wellen nutzt, um daraus Informationen über die Oberflächenbeschaffenheit zu gewinnen. Das Instrument sendet Radarpulse aus, die linksdrehend polarisiert sind. Typische Planetenoberflächen kehren diese Polarisation bei Reflektion um, so dass die Radarechos dann rechtsdrehend sind. Wie stark diese Polarisationsumkehr ist, das gibt die sog. zirkuläre Polarisationsrate (CPR) an.
Ein Großteil der Mondoberfläche weist normale CPR-Werte auf, doch es gibt Ausnahmen: eine sehr junge, raue Oberfläche mit frischen Kratern ergibt sehr hohe CPR-Werte. Dies gilt auch für Wassereis. Denn Eis ist transparent und streut die Radarpulse sehr stark.
Mit Hilfe der Mini-SAR-Messungen hat man in der Nordpolregion des Mondes nun einige frische Krater entdeckt – erkennbar an einheitlich hohen CPR-Werten innerhalb und außerhalb der Kraterränder, ausgelöst durch weiträumig ausgeworfene Gesteinsbrocken. Doch es gab auch rund 40 Krater, die von diesem Muster abwichen: sie ergaben zwar in ihrem Inneren hohe CPR-Werte, nicht aber am Kraterrand. Dies deutet darauf hin, dass sich im Inneren dieser Krater ein stark polarisierendes Material wie bspw. Wassereis befindet. Nach den Werten zu urteilen, muss das Eis relativ rein und mehrere Meter dick sein, um diese charakteristische Signatur hervorrufen zu können.
Zahlreiche Krater der lunaren Polarregionen liegen mit ihrem Innenbereich permanent im Schatten und sind daher sehr kalt. Wassereis, das sich dort irgendwann einmal abgesetzt hat, kann sich daher nahezu unbegrenzt lange halten. Die Krater mit dem spezifischen Signal messen zwei bis 15 Kilometer im Durchmesser. Ausgehend von mehreren Metern Eisdicke bedeutet dies, dass insgesamt mindestens 600 Millionen Tonnen Wassereis in den Kratern liegt.
NASA Radar Finds Ice Deposits at Moon’s North Pole
NASA Radar Finds Ice Deposits at Moon’s North Pole; Additional Evidence of Water Activity on Moon
Teleskope in Chile blieben unbeschädigt
Trotz des schweren Erdbebens in Chile blieben die Großteleskope der Europäischen Südsternwarte (ESO) und das Observatorium Gemini South unbeschädigt. Es kam nur zu kurzen Stromausfällen und damit zu Unterbrechungen bei den laufenden Beobachtungen.
ESO Expresses Support for Victims of Chile Earthquake; No Damage to ESO Observatories
Archivgut aus Köln wird gefriergetrocknet
Heute jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem das Historische Archiv der Stadt Köln, das größte kommunale Archiv nördlich der Alpen, in sich zusammenstürzte.
Bisher konnten rund 85 Prozent des Archivguts aus den Trümmern geborgen werden, doch müssen die bis zu eintausend Jahre alten Urkunden, Akten und Karten an verschiedenen Standorten Deutschlands aufwändig restauriert werden. So ging ein Sechzigstel des Kölner Bestands nach Münster in das Archivamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.
Um die nassen oder feuchten Akten vor Schimmel zu schützen, werden sie dort in Folie verpackt und eingefroren. In den Gefriertrocknungsanlagen des Archivamtes werden die Dokumente zusätzlich einem Vakuum ausgesetzt: so wird das Eis gasförmig und kann später abgesaugt werden. Da die Archivalien bei dem Einsturz des Hauses auch mit alkalischem Betonstaub in Berührung kamen, müssen sie zudem aufwändig gereinigt werden.
Das sechsstöckige Stadtarchiv war am 3. März letzten Jahres wegen Pfusch bei Bauarbeiten zur Kölner U-Bahn eingestürzt.
Bilanz: 26 Tonnen Archivgut aus Köln eingefroren und getrocknet
Robert T. McCall 1919 – 2010
Der berühmte Space Art-Künstler Robert T. McCall ist tot. Er starb am vergangenen Freitag in seiner Heimatstadt Scottsdale/Arizona an einem Herzinfarkt. McCall wurde 90 Jahre alt.
Neben dem bekannten Raumfahrtmotiv in der Eingangshalle des Smithsonian National Air and Space Museum hatte McCall u.a. das Poster zu Stanley Kubricks Science-Fiction-Film “2001: Odyssee im Weltraum” sowie die Missionsembleme für Apollo 17 und den ersten Shuttle-Flug gestaltet. Außerdem entwarf er zahllose Briefmarken mit Raumfahrt- und astronomischen Themen.
Schweres Erdbeben in Chile
In Chile hat sich heute Morgen um 07:34 Uhr MEZ ein Erdbeben der Stärke 8,8 ereignet.
Das Zentrum des Bebens lag 115 Kilometer nordöstlich der zweitgrößten Stadt Concepción, in der rund 215.000 Menschen leben. Auf den gewaltigen Erdstoß folgten binnen zweieinhalb Stunden insgesamt elf zum Teil schwere Nachbeben.
In einigen Vierteln der Hauptstadt Santiago fiel der Strom aus. Im gesamten Land waren die Telefonverbindungen unterbrochen. Bislang ist von mindestens 85 Todesopfern die Rede.
Für den Westen Südamerikas, Hawaii, Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und Russland wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Die Pazifik-Anrainer fürchten, dass eine bis zu fünf Meter hohe Flutwelle über ihre Küsten hereinbrechen könnte.
Update 20:00 Uhr MEZ: Zur Zeit ist von über 120 bestätigten Todesopfern die Rede. In den am stärksten zerstörten Orten, vor allem in Concepción, werden noch zahlreiche weitere Opfer unter den Trümmern vermutet.
Die Juan-Fernandez-Inseln vor der Küste Chiles wurden von einer großen Tsunami-Welle getroffen und sind überschwemmt. Von der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet wurden Schiffe und Hubschrauber zu der Inselgruppe geschickt.
Die chilenische Hafenstadt Valparaíso wurde bereits 20 Minuten nach dem Erdbeben von einer Tsunami-Welle getroffen, die Osterinsel etwa 30 Minuten später. Dort wird derzeit die Küstenregion evakuiert.
